Archiv für Mai 2014

21. Rosentag

Mittwoch, 21. Mai 2014

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Darum geht’s.

Ich freue mich immer noch darauf, ihn nach Feierabend zu sehen, manchmal wie bescheuert.

Fühle mich immer noch geehrt, dass er Seiten an mir bewundert.

Bewundere so viele Seiten an ihm.

Finde es immer noch großartig, dass er neu erworbenes Wissen wie Beute anschleppt und mir vor die Füße legt (manchmal sogar physisch, kürzlich erst das Zweiglein Zuckerbirke, das er auf einer Forstführung brach und in unserem Gefrierschrank konservierte, damit ich Tage später nach Reiserückkehr den überraschenden Duft nach DixikloRootbeer riechen konnte).

Unter anderem.

Aber daraus kann natürlich niemand etwas lernen. Deshalb sei hier nochmal das Rezept für eine lange und stabile Beziehtung verlinkt:
„Wenig Sex, konstantes Unglück und Resignation.“

Beifang aus dem Internet

Montag, 19. Mai 2014

Auf BBC2 läuft gerade eine dreiteilige Doku „The Story of Women and Art“.1 Macherin Amanda Vickery schreibt im Guardian, wie schwierig die Recherche dafür war:
„Bring female artists out of storage“.

1,500 works by women are currently stored in Florence’s various deposits, most of which have not been on public view for centuries. To the question „Are all of these works of a high artistic standard?“ Jane Fortune, head of the foundation, answers: „We’ll never know unless they are seen.“
(…)
It is not my purpose to suggest that we have yet to discover a female Michelangelo, but it is misleading to look at the past through the eyes of men alone. What women saw was different. Let’s remember that.

via @ankegroener

§

Ich weiß nicht, wie @Croco_dylus ausgerechnet jetzt auf diese Geschichte von 2011 gestoßen ist, aber diese Begegnung Alexander Gorkows mit Matthias Brandt ist wirklich sehr lesenswert:
„Ein anderes Leben“.

„Jeder, der alle Tassen im Schrank hat, ist doch zerfressen von Selbstzweifeln. Die Irren, die richtig Gefährlichen – das sind die, die glauben, dass sie gut sind.“

(Ich habe natürlich kein Problem damit, selbst darin eine beruhigende Selbstlüge zu diagnostizieren, mit der auch ich zu überleben versuche.)

§

Den Wechsel in der Chefredaktion der New York Times habe ich aufmerksam mitverfolgt. Mir scheint, jetzt hat sich der Staub ein klein wenig gelegt. Ein Ergebnis ist diese Innensicht von David Carr:
„Editor’s Exit at The Times Puts Tensions on Display“.
(Dass die eigenen Top-Personalien so öffentlich und doch sachlich diskutiert werden, nehme ich als Zeichen von Qualität.)

§

Dieser Lesetipp ist wahrscheinlich nur einer für aficionados: Chinesische Küche in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts.
„Everything but rats and puppies.Wong Chin Foo Introduces Americans to Chinese Food“

§

Kann man im Kreis grinsen? Ich bin kurz davor:
„Aus Angst vor Suchmaschinen-Bestrafung: Kommentar-Spammer wollen sich weiße Weste schaffen“.

Über Jahre lebte eine ganze Industrie davon, die Kommentarspalten im Web mit Links zu themenfremden Webangeboten zu füllen. Doch weil die Suchmaschinen dieses Verhalten jetzt negativ bewerten, betteln manche Spammer nun darum, dass ihre Links entfernt werden.

via Don Dahlmann

§

Eine assimilierte Exzentrikerin?
Möglicherweise finde ich gerade heraus, in welche Welten ich mich nur scheinbar assimiliert habe,
– weil die Welt halt so ist,
– weil es halt Regeln gibt,
– weil das Ganze wichtiger ist als die Einzelne
(die drei Pfeiler meiner Ur-Assimiliation). Die ständigen und über die Jahre größer werdenden inneren Widerstände, die sich blöderweise nicht unbedingt direkt gegen die eigentlichen Details der Assimilierung richteten, weisen auf einen nicht zur Borg geeigneten Kern. Aber ob sich der überhaupt (noch?) finden lässt?

  1. Ja, ich weiß, dass im britischen Fernsehen auch Mist läuft. Doch die Menge und die Tiefe solcher wirklich gut gemachten Sendungen ist der des deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehens meilenweit voraus. []

Lieblingstweets aufräumen

Freitag, 16. Mai 2014

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Technikerinnerung: Texterfassung in der Zeitung

Mittwoch, 14. Mai 2014

Fürs Techniktagebuch habe ich mich an meine erste Zeit als Zeitungsvolontärin 1986 erinnert.

Beifang aus dem Internet

Mittwoch, 14. Mai 2014

Eigentlich schreibt Erin in ihrem Blog A Dress a Day über schöne Kleidung. Aber nun musste sie doch mal festhalten:
„You don’t have to be pretty“

You Don’t Have to Be Pretty. You don’t owe prettiness to anyone. Not to your boyfriend/spouse/partner, not to your co-workers, especially not to random men on the street. You don’t owe it to your mother, you don’t owe it to your children, you don’t owe it to civilization in general. Prettiness is not a rent you pay for occupying a space marked „female“.

Besser hätte ich nie formulieren können, warum ich bei der Auswahl meines eigenen Outfits die Hübschigkeit gerne durchkreuze – durch die Wahl der Schuhe, durch die Länge des Rocks, durch den Haarschnitt oder die Brille.

§

Auch beim Reisen sind die Geschlechterklischees omnipräsent (obwohl sich auch da die Geschlechterrassisten erartungsgemäß widersprechen: Sie will den ganzen Tag nur am Strand herumliegen – er will auf den Berg dahinter / er will einfach nur irgendwo gemütlich sein Bierchen trinken – sie will diese reizende Bergkapelle besichtigen). Andrea Diener hat das Thema für die FAZ beleuchtet, mit anständigen Quellen:
„Reisende kann man nicht aushalten“ – besonders herzlichen Dank für die Überschrift.

§

Macht es wirklich einen Unterschied, ob eine Redaktion aus einander ähnlichen Menschen besteht oder nicht? Ja, finde ich, ja, findet Christiane Link:
„Wieso Vielfalt im Journalismus auch Qualität bedeutet“

Ich glaube, dass Vielfalt in Redaktionen auch zu einem besseren Journalismus führt und Aspekte in die Berichterstattung einfließen, auf die man auch bei guter Recherche nicht zwangsläufig kommt.

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Die interessanteste Völkerkunde ist doch immer, wenn das eigene Volk erkundet wird (von 2011, aber erst heute in meiner Twitter-Timeline aufgetaucht):
Indonesier erforschen Deutsche: Zu Besuch bei strenggläubigen Veganern„.

Indonesische Studenten sahen sich Religiosität in Deutschland an. Und fanden die am strengsten Gläubigen – für mich wenig überraschend – nicht in Kirchen.

Nach vier Wochen Forschung können die indonesischen Gäste das Vorurteil der Areligiosität der Deutschen nicht bestätigen. So fand Fitria, dass die Veganer durchaus missionarische Züge trugen und dass der Schutz der Umwelt für sie quasi-religiösen Charakter annimmt. Inda Marlina ging es bei ihrem Forschungsgegenstand, der Jugendorganisation der Partei die Grünen, ganz ähnlich. Der konsequente Umweltschutz und der Enthusiasmus der jungen Aktivisten sei beeindruckend. „Für sie ist es eine Art Religion. Sie wollen damit die Welt verändern,“ sagt sie.

Mit schöner Schlusspointe.

§

Jo Lendle macht den Kündigungsbrief zur literarischen Kunstform.

Folge 1: „Sisyphos kündigt. Habe eben wieder angerufen. Diesmal war im Hintergrund ein Kichern zu hören.“

Folge 2: „Out now: Sissiphos II – Schicksalsjahre einer Kündigung“

Stay tuned.

Beifang aus dem Internet

Sonntag, 11. Mai 2014

Grüß Gott, ich bin wieder in München. Und das habe ich seither gelesen:

Herr Nollar hat Angst vor einem Algorithmus.

§

Gunter Dueck beschreibt, wie er als vernunftorientierter Mensch lernte, mit der herrschenden Unvernunft im Berufsleben umzugehen:
„Unnötige Angst des Schüchternen vor dem Alphatier“.

Ich würde ja gerne daraus lernen. Nur dass mir nicht eigentliche Schüchternheit im Wege steht, sondern die Arroganz, dass ich mich auf solche Spielchen nicht einlasse.

§

Sie haben vielleicht vor ein paar Jahren die Geschichte von Vivian Maier mitbekommen, der US-amerikanischen Nanny, deren Tausende Straßenfotos aus mehreren Jahrzehnten durch Zufall entdeckt wurden.

Nachdem nun ein Film über Vivian Maiers Leben veröffentlicht wurde, macht sich Rose Lichter-Marck im New Yorker Gedanken über die Darstellung dieser Frau:
Vivian Maier and the problem of difficult women„.

Warum war gerade sie eine so herausragende Straßenfotografin?

Both the photographer and the nanny evoke fantasies of invisibility that rely on the erasure of real labor, but for opposite ends.

Ich als Internetpeople möchte mir gerne einreden, dass Vivian Maier heute fotobloggen würde. Weil auch ich mich schwertue zu akzeptieren, dass sie vielleicht wirklich einfach nur fotografieren wollte.

It seems that, for Maier, the nanny’s life allowed her to be with people, but not of them. She actively cultivated her own unknowability, perhaps as a way to maintain this separateness. She never spoke of a desire to make a living as a photographer. In Chicago, where she lived for decades, she refused to give film processors and pawn shopkeepers her real name, instead handing out fake names all over town.

(…)

Maier had neither money nor connections, but she had control over how she lived, what she looked at, and what she photographed.

§

Dieser TED Talk ist das Gegenteil von Esoterik. Nicht nur zeigt er den verehrten Randall Munroe (Mensch hinter xkcd und dem angeschlossenen „What if?“), sondern führt auch wissenschaftliche Methodik vor. Denn: Bloß dass man etwas nicht erklären kann, bedeutet nicht, dass man einfach eine Erklärung erfinden darf. (Darf man natürlich schon, zum Beispiel als ersten „what if?“-Schritt, den man dann nach der oben vorgeführten Methode überprüft. Was die Esoterik allerdings nicht tut.)

„Randall Munroe: Comics that ask ‚what if?'“

via @hakantee, dem Sie eh folgen sollten

§

Und jetzt möchte ich noch ein entzücktes Quietschen durch Deutschland hören:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
http://youtu.be/A9HV5O8Un6k

(via kraftfuttermischwerk)

Berlin im Frühling 2014 – 7

Samstag, 10. Mai 2014

So richtig wurde das mit dem Wetter in Berlin bis zum Schluss nicht, an meinem letzten Urlaubstag präsentierte es sich britisch: Himmel in allen Wolkenfarben mit Blau dazwischen, mal windig, mal warm, immer wieder Regengüsse.

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Deshalb fuhr ich zum Schwimmen nicht wie erhofft ins Prinzenbad unter freiem Himmel, sondern ins Stadtbad Tiergarten (Auswahlkriterien: gute Erreichbarkeit und 50-Meter-Becken). Nach einer Woche sportfrei war mein Körper ausgeruht und energiegeladen, ich zog meine 3.000 Meter kraftvoll und mit Genuss durch. Allerdings ging mir nach der erlebnis- und menschenreichen Woche so viel durch den Kopf, dass ich mich immer wieder in den Bahnen verzählte; möglicherweise bin ich also 3.300 Meter geschwommen, denn im Zweifel nehme ich die niedrigere Zahl.

Als ich unter der abschließenden Dusche stand, kamen fünf kleine nackige Mädchen mit einer Betreuerin in den Duschraum, ca. 6-7 Jahre alt, fröhlich und sehr unterschiedlich bunt und geformt. Die fand sogar ich Kinderverächterin niedlich.

§

Mein Plan war gewesen, anschließend an der Friedrichstraße in der Trattoria Peretti mittagzuessen, wo ich mehrfach richtig gut gegessen hatte, auch mit interessanten Weinen. Doch als ich im kräftigen Regen vor der Adresse stand, sah ich ein völlig anderes, sehr improvisiert wirkendes Lokal, und die schwarzen Male über den Fenstern wiesen auf einen Brand hin. Riesiger Hunger, Regen – ich sah keine Möglichkeit, als mich in die nächstbeste Touristenfalle zu stürzen. Ich schaute zwar noch bei einem italienischen Restaurant in der Hannoverschen Straße vorbei, an das ich mich vom Sehen erinnerte, doch das Cavallino rosso war mir für einen Spontanbesuch allein eine Klasse zu hoch. So landete ich im Due Fratelli. Ich habe schon sehr lange kein derart lieblos zubereitetes Mahl vorgesetzt bekommen: Angetrocknete Salatschnipsel irgendwie auf den Teller geworfen, aufgewärmte Pasta. Aber die Bedienung war sehr nett, und frische Kräuter gab es zumindest aufgemalt am Tellerrand der durchgeweichten Supermarkttortellini (der Hunger trieb’s rein) mit Pressschinken (da half nicht mal Hunger).

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§

Der nächste Punkt auf meinem Tagesplan (nein, ich kann mich nicht „einfach treiben lassen“, meine Phantasie macht unentwegt Pläne) war der Erwerb eines Gürtels. Als ich Sonntag mit Frau Gaga im Bikinihaus war und überlegte, wonach ich suchen könnte, fiel mir mein Gürtelmangel ein: Ich besitze genau einen Gürtel, und der kam vor etwa 15 Jahren mit einem Businesskostüm, das ich längst aussortiert habe. Doch Frau Gaga hielt mich davon ab, im Bikinihaus zu suchen: Es gebe in den Hackeschen Höfen einen Gürtelhersteller, der mir genau nach meinen Vorstellungen einen machen könne, Gürtel Hoffnung. Und da ging ich gestern hin. Ich sah mich gründlich unter den ausgestellten Modellen um und traf meine Wahl. Die bezaubernde Verkäuferin beriet mich, maß meine Gürtelweite (ich wusste zwar die für Kaufhausgürtel, doch bei einer Maßanfertigung muss ja nicht in 5-Zentimeter-Schritten gearbeitet werden), wählte mit mir den Lederriemen aus, und bat mich, in 20 Minuten wiederzukommen.

Ich setzte mich ins Café Hackescher Hof, das ich ohnehin sehr gern mag, weil es ein richtiges Kaffeehaus ist. Außerdem sehe ich bei jedem Besuch, dass sich hier nicht nur Berlinbesucherinnen gütlich tun, sondern auch ganz offensichtlich Menschen, die in der Umgebung arbeiten oder wohnen.

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Die gute Orangen-Joghurt-Torte versöhnte meine Geschmacksknospen.

Und dann holte ich meinen Gürtel ab.

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Was Sie sich bei all dem dazudenken müssen: Kontinuierlicher Kontakt mit den kleinen Internetfreundinnen und -freunden über mein Smartphone, sei es im Redaktions-Chat des Techniktagebuchs auf Facebook, auf Twitter oder per E-Mail.

§

Überhaupt: Derzeitige Mode in Berlin.

1) Der Haarschnitt, mit dem ich in München as G’schau habe, ist in Berlin Mainstream. Und dann steht er Tanja Haeusler auch noch besser.

2) Kopftuch: Die besonders schicken jungen Frauen tragen ihr Kopftuch voluminös, ausgestopft bis auf Teletubbie-Größe. Oder sind diese Tücher riesig und werden mehrfach gewickelt? Auf jeden Fall habe ich die in München immer noch angesagte Wickelart mit Pillbox-Einsatz am Hinterkopf praktisch nicht mehr gesehen.


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