Wandern zum Deiniger Weiher – nur zum Teil gelungen

Montag, 4. August 2014 um 10:32

Manche Wochenenden sind deutlich kürzer als andere. Am Ende von diesem blickte ich auf die ungelesene Zeitung, auf die ungebügelte Wäsche, auf den kaum weitergelesenen Roman, auf die immer noch übrigen vier Folgen Kir Royal, dachte an den immer noch nicht gesehenen Film, an den immer noch unvollständigen Blogpost über Frühstücken in München, an den wieder nicht stattgefundenen Marktbesuch mit Suche nach heimischen Renekloden und Mirabellen. Ein Wochenende wäre jetzt recht, dachte ich.

Das mochte aber damit zusammenhängen, dass mich die Wanderung am Samstag enttäuschte, auf die ich mich die ganze Arbeitswoche hindurch gefreut hatte. Der Mitbewohner hatte aus dem Büchl Wandern mit dem MVV einen Rundweg von Deisenhofen zum Deiniger Weiher und zurück ausgesucht, der hauptsächlich durch Wald führte: In der zu erwartenden Hitze wollten wir lieber schattig gehen. In leichter Kleidung, mit Sonnenschutz auf Haut und Haupt, zogen wir los.

Zum einen hatte das Wanderbüchl verschwiegen, dass der gut zehn Kilometer lange Hinweg in erster Linie ein Radl- und Mountainbikeweg ist – kontinuierliches Ausweichen machte gedankenverlorenes Gehen mit Blick auf interessante Details des Waldes unmöglich. Und dann brach auch noch ein Gewitter über uns herein, verformte des Mitbewohners edlen Panamahut zu bäuerlicher Arbeitskleidung, durchnässte uns beide gründlich (auch meine Regenjacke ist nicht auf Wolkenbrüche ausgelegt). Als es uns erwischte, hatten wir den Weg zum Deiniger Weiher bereits zu drei Vierteln hinter uns, es schien uns gescheiter weiterzugehen und im Schutz der dortigen Gaststätte auf ein Ende des Gewitters zu warten als umzukehren.

Das Gewitter (ganz erstaunlich, wie dunkel es am hellichten Tag werden kann) ging tatsächlich vorüber, doch es wurde abgelöst von sanftem Landregen, in dem wir halt dann die gut zwei Stunden Rückweg wanderten. Na, ich will mich nicht zu sehr beschweren: In der letzten halben Stunde hörte der Regen immer wieder auf, so dass wir sogar ein wenig trockneten. Auf abschließendes Einkehren mit Brotzeit hatte ich in den klammen Klamotten aber keine Lust.

Doch, doch, es gab auch schöne Seiten: Ich naschte wilde Himbeeren, auch zwei frühreife Brombeeren, wir sahen und hörten einen Bussard, sahen ein junges Reh davonspringen.

Über einen Tunnel raus aus Deisenhofen:

140802_2_Tunnel

140802_4_Tunnel

Vorbei an einem arg unpräzisen Marterl (ich bin auf solchen Marterln mehr Details über Umstände und Todesart gewöhnt):

140802_5_Marterl

140802_6_Marterl

Am Deiniger Weiher versuchte das Personal, den Biergarten irgendwie auch im Regen nutzbar zu halten (das Drinnen war von einer Hochzeitsgesellschaft belegt), viele der Radler von vorhin machten hier Halt:

140802_9_Deininger_Weiher

Ebertshausen sieht ohne Regen sicher noch bezaubernder aus:

140802_11_Ebertshausen

Bei Jettenhausen:

140802_19_GrünwalderForst

In Kreuzpullach:

140802_26_Kreuzpullach

§

Am Sonntag versuchte ich heldinnenhaft, aus einem Spätzleteig Ciabatta zu backen (nach diesem Rezept) – offensichtlich hatte ich mein Können überschätzt, ich kam mit dem flüssigen Teig überhaupt nicht zurecht.

140803_Dinkelciabatta

Der Marmorkuchen dagegen funktionierte und schmeckte wie gewohnt.

Gerade als sich der sonnige Sonntagmorgen in einen bewölkten Vormittag verwandelte, radelte ich für eine Schwimmrunde ins Schyrenbad und hoffte, dass es lediglich regnen würde, nicht auch noch gefährlich gewittern. Tatsächlich schwamm ich fast durchgehend im Sonnenschein, die Wolken verzogen sich. Auch diesmal hatte ich mich also im Wetter verschätzt, und mangels Sonnencreme sieht man nun auf meinem Rücken, wo der Badeanzug ihn bedeckte (zumindest nicht verbrannt).

Nachmittags traf ich mich im Biergarten mit einer bezaubernden angehenden Kunsthistorikerin und lernte eine Menge über die Anfänge des heimischen Klosterwesens.

Zum Abendbrot bereitete ich Eggplant Parmigiana nach Ilse.

140803_Eggplant_Parmigiana

Na gut, hübsch geht anders, aber sie schmeckte köstlich.

Danach war gerade mal noch Zeit für ein wenig Bildverarbeitung und Internetlesen, während der Fernseher lief (Mord im Spiegel – ganz erstaunlich, wie lange Angela Lansbury schon alt ist).

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Wandern zum Deiniger Weiher – nur zum Teil gelungen“

  1. gerriet meint:

    Wie immer ein interessanter Bericht vom Wandern – mit dem Vorteil beim Lesen trocken zu bleiben.

    Nitpicking:
    Ohne ganz sicher sein zu können, was im Text gemeint war, rate ich einfach mal, dass mit der Bildverarbeitung eigentlich Bildbearbeitung heißen sollte. Wikipedia meint dazu: “Bildverarbeitung ist zu unterscheiden von der Bildbearbeitung, die sich mit der Manipulation von Bildern zur anschließenden Darstellung beschäftigt.”

  2. die Kaltmamsell meint:

    Hm, gerriet, wie heißt dann das Runterladen, Benamsen und Sortieren von Bilddateien?

  3. gerriet meint:

    Aha, es geht um das Hantieren mit Bilddateien ohne sie inhaltlich zu verändern. Das ist dann in der Tat auch keine Bildbearbeitung. Vielleicht “Bildverwaltung”?

  4. Susann meint:

    Ich liebe die Gegend um den Deininger Weiher, ich kann Ihnen nur raten, sich das Idyll mal per Rad und Sonnenschein zu geben!

  5. New Number 2 meint:

    Angela Lansbury in Jung sehen Sie in dem hervorragend unterhaltsamen Streifen “Der Hofnarr” mit dem unübertrefflichen Danny Kaye.

  6. kubelick meint:

    es wird auch “data management” genannt. muss man sich das als digitales fotoalbumbefüllen vorstellen?
    sehr interessant mit dem mirror crack’d. habe ebenfalls ein agatha christie Wochenende gehabt: bemühte mich beim “murder on the orient express” zwei abende nicht einzuschlafen – erfolglos. schade um die Besetzung – der film war (die paar Minuten vor dem einschlafen) fad und nervig.

  7. Marie meint:

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    Gerne gelesen

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