Brightonjournal Dienstag, 7. April 2015 – Urlaub unter Palmen

Mittwoch, 8. April 2015 um 12:32

Erst die Pflicht, dann das Vergnügen. Der Dienstagvormittag gehörte dem Einkaufen. Allerdings gönnte ich mir erst mal einen Spaßpunkt von meiner Liste: Bei Waterstones das Buch von @herdyshepherd1 geholt.

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Dann eisern nach Hosen gesucht (ähnlich wie Schuhe ist hier das Risiko bei Onlinekauf zu groß, die müssen anprobiert werden). Schon aus dem dritten Laden kam ich mit vier Stück raus (ausbeuterische Billigware, leider), davon zwei reine Bürokleidung, war somit abgehakt.

Das mit den Schuhen wurden anstrengend. Von den drei Paaren, die ich beim Schaufensterbummeln entdeckt hatte, fragte ich bei zweien nach meiner Größe. Einer wurde mir nach längerem Warten in meiner Größe gebracht, allerdings in einer anderen Farbe. Der Vorschlag: Ich könne ihn ja in der vorrätigen Farbe probieren und bei Passen in der anderen bestellen. So machte ich es, denn er passte. Damit allerdings begann ein komplizierter Prozess. Die freundliche Verkäuferin bestellte an einem Tablet und brauchte dafür von mir praktisch alle persönlichen Daten – warum nicht, stehen eh im Internet. Als wir bei meiner Wohnadresse ankamen, scherzte ich dann doch, dass die für eine Abholung der Schuhe hier im Laden aber schwerlich relevant sein könne. Woraufhin ich erfuhr, dass ich die Schuhe gar nicht im Laden abholen konnte, sie müssten mir zugestellt werden. Nein, nach Deutschland ginge das nicht – vielleicht an meine vorübergehende Adresse in Brighton? Ich wies darauf hin, dass ich da zu Lieferzeiten gar nicht da sein würde. Ob ich sie nicht einfach in diesen Laden liefern lassen könnte? Nein, der Laden sei keine zugelassene Lieferadresse.
Ein herbeigerufener Kollege hatte die Idee, die Schuhe in den Laden nebenan liefern zu lassen. Einverstanden. Dann stellte sich heraus, dass die Bestellung mit meinen Angaben in Deutschland (Telefonnummer, Rechnungsadresse) nicht abgeschickt werden konnte. Es wurden irgendwelche englischen Daten eingegeben, Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterließ ich auf einem Zettel. Nun bin ich gespannt, ob und wann sich jemand meldet.

Spaß war wieder die Einkaufsrunde durch Waitrose: Süßstoff (hier gibt es Sweetex: viel konzentriertere Tablettchen, eine Packung hält bis zu zwei Jahren), Backpulver und Backnatron (hier für spottbillig und in Dosen zu bekommen statt in teuren und unpraktischen Einzelpackerln), Vanilleessenz.

Gegen den Mittagshunger Dim Sum im verlässlichen China Garden.

Neu getestet: Cheung Fun – Glibberteigrollen in Erdnuss- und Hoisinsoße, sehr gut.

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Mein Favorit: “Glutinous rice wrapped in lotus leaves (Chicken, Pork & Shrimp)”

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Ebenfalls neu: Dampfnudeln mit Puddingfüllung (“steamed cream paste buns”)

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Ein alter Bekannter: “char siu” buns (pork)

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Letzter Einkauf waren zwei Kilo Kaffeebohnen im Red Roaster, dann hatte ich frei.

§

Wir spazierten gemütlich den sonnigen Undercliff Walk entlang, bei Flut, bis Rottingdean.

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Must I?

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Idyll in Kipling Gardens und der Beweis: Urlaub unter Palmen (die gibt’s hier an allen Ecken, aber selten kann man sich unter eine so schön legen).

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Im White Horse mehr Cider: Der linke wurde als schwedischer Beerencider angepriesen, schmeckte eher nach aromatisiertem Limo.

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Zurück in der erotischen Unterkunft fühlte ich mich dann doch ein wenig durchgefroren – aber wozu gab’s denn im Schlafzimmer die erotische Badewanne?

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Und so sah ich zum ersten Mal in der Badewanne fern. Es kam nämlich eine Folge der hochinteressanten BBC-Serie über britische Ernährungsgeschichte Back in time for dinner, gestern waren die 80er dran: Einzug der Mikrowelle in Küchen, die Erfindung abgepackter Sandwichs (trug zum Verschwinden der echten Mittagspause bei, weswegen in London viele traditionelle Innenstadt-Pubs Geschäft verloren, zu Wine Bars wurden), Nouvelle Cuisine, walisische Minenarbeiter im Streik (die mangels Geld auf Nachkriegsrezepte zurückgriffen), Siegeszug von Mc Donald’s und Burger King, die Briten entdecken Wein, Fertiggerichte für die Mikrowelle (technischer Fortschritt, der eine Kühlkette bei 1-5 Grad ermöglichte, wohl deutlich schwieriger als Gefriertransport), Anspringen der Diätmaschinerie. Zu Letzterem wurde zwar bemerkt, dass damals nur 6% der Bevölkerung als stark übergewichtig eingeordnet worden seien, heute über 25% – doch ein Bezug zwischen Diätkult und dieser Entwicklung wurde nicht hergestellt.

die Kaltmamsell

16 Kommentare zu „Brightonjournal Dienstag, 7. April 2015 – Urlaub unter Palmen“

  1. New Number 2 meint:

    Das Bild über der Badewanne weckt bei mir sofort Assoziationen zu Monty Python. Dort stellte die eine Dame bei der anderen, natürlich herrlich animiert von Herrn Gilliam, den Radioempfang ein.

    Lese Ihren mehrteiligen Urlaubsbericht mit viel Freude!

  2. Sanníe meint:

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    Gerne gelesen

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  3. berit meint:

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    Gerne gelesen

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  4. Ulla meint:

    Wieso fährt man im April ausgerechnet nach Brighton?

  5. New Number 2 meint:

    Nun ja, Ulla:
    Die anen fahr’n nach Ibiza, die andern nach Lausanne.
    Frau Kaltmamsell nach Brighton, liegt dort in der Badewanne!
    Wannenparty – geht scho, gemma Fullgas!
    (leicht abgeleitet von Sekros “Kabinenparty”)

  6. die Kaltmamsell meint:

    Ich bin sehr gerne in Brighton, Ulla, am liebsten mit Herrn Kaltmamsell, und diese Osterferien waren die erstmögliche Gelegenheit dafür. Darum.

  7. Mareike meint:

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    Gerne gelesen

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  8. Feathers Mcgraw meint:

    Mit fallen ja zu allem was sie machen entsprechende london-Empfehlungen und normalerweise halte ich mich zurück (sie sind ja nicht da – und ich im Moment auch nicht) aber diesmal kann ich nicht an mich halten: Eins meiner Lieblingsrestaurants auf der ganzen Welt ist das yautcha in London: Dim Sum mit Fusion Desserts und ausgezeichneten Cocktails. Also fürs nächste Mal evtl.

  9. Micha meint:

    Und das letzte Foto ist NICHT photogeshoppt ;)?
    Schöne Urlaubstage euch noch…

  10. Muyserin meint:

    Gabrielle d’Estrées und zwei ihrer Schwestern … Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Frau Kaltmamsell!

  11. ilse meint:

    Aha – auf die Serie freue ich mich! TV in der Badewanne wird’s allerdings nicht geben.

  12. Preißndirndl meint:

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    Gerne gelesen

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  13. Sebastian meint:

    Es fehlt ganz klar im Kommentaromat: “Gern gesehen” Denn wozu noch lesen, wenn es solche Bilder gibt – Liegen lernen in Brighton?

    Was mich übrigens immer wieder mal irritiert, besonders bei zu scrollenden Bildstrecken: Untertitel über den Bildern. Ist aber wohl mehr eine Sehgewohnheit, oder geht es anderen auch so? Diesmal besonders perfide, dass ein Bild ganz ohne Text war, spätestens da war ich lost in Speisenfolge.

    Weiter schöne Tage und viel Glück bei den Schuhen – ich erfinde im Ausland immer Heimadressen inkl. Passnummer bei solchen Fragen.

  14. Trulla meint:

    Schön, dass wir mitreisen dürfen.

    Mitessen würde ich auch nur zu gern, alles ist recht appetitlich anzusehen, allerdings suche ich auch immer wieder erst mal unter dem Foto den dazu gehörigen Text. Macht aber nichts, guckt man zweimal. Und das lohnt sich doch.

    Bekommen wir denn die Schuhe (eine meiner Schwächen) auch mal zu sehen?

    Ich reise übrigens gern ähnlich, statt ins Hotel zu gehen, miete ich lieber eine Wohnung.
    Es ist die Illusion, ein wenig mehr einzutauchen in das “Woanders”.

    Das Schlafzimmer mit Wanne wirkt gar nicht mal so übel. Besonders mit dem Inhalt.

  15. Susann meint:

    Das Erotikhotel geht ja echt voll auf’s Ganze, wandgestaltungsmäßig…

  16. ganga meint:

    Liebe Frau Kaltmamsel,
    ihr Reisebericht ist super, die Fotos einfach toll. Die Fotos von den Köstlichkeiten , alleine deshalb würde ich nach Brighton fahren. Brighton ist wohl einmal eine etwas andere Urlaubsdestination. Es erinnert mich an eigene Reisen in den Norden.
    Das Foto des erotischen Badezimmers, ja, ja, Frau kaltmamsel, wir sehen, dass es ihnen sichtlich Spaß macht.
    Ich wünsche noch eine schöne Reise
    Barbara

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