Journal Sonntag, 19. April 2015 – Frischer Frühling in Sturmschäden

Montag, 20. April 2015 um 7:33

Bloggen belegt dann doch ganz schön viel von meiner Zeit. Das wurde mir gestern mal wieder klar, als ich vormittags nach dem langen Blogpost erst um halb zwölf zum Laufen kam.

Bei sehr frischen Temperaturen und Sonnenschein lief ich vom Odeonsplatz über Hofgarten und völlig überlaufenen Englischen Garten zur Isar.

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Der Hügel, auf dem der Monopteros steht, war weitgehend von den Büschen bereinigt, die ihn sonst um diese Jahreszeit wie ein Osterei im Nest aussehen ließen. Ich bin gespannt, was statt dessen gepflanzt wird.

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Überall waren Spuren des Sturms vor Ostern sichtbar, riesige gestürzte Bäume, abgebrochene Äste. Schon am Freitag war ich im Waldfriedhof nur mit Mühen pünktlich gewesen: Der riesige Friedhof ist eigentlich wegen der noch lange nicht beseitigten Sturmschäden gesperrt, nur zwei Eingänge sind offen (und um einen davon zu finden, joggte ich zu drei Vierteln um den Friedhof).

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§

Fertig gebügelt (die zwei Stunden am Samstagnachtmittag hatten nicht für die Bewältigung des nachurlaublichen Bergs gereicht), die aktuelle Folge des Kunst-Podcasts Fehlfarben fertig gehört:
„ART IS A GUARANTEE OF SANITY.“ … „AS IF.“

Auf Louise Bourgeois im Haus der Kunst habe ich dadurch wirklich Lust bekommen, außerdem fand ich die Idee, eine Ansprechpartnerin für Fragen in die Ausstellung zu stellen, großartig. (Im Royal Pavillon in Brighton ermunterte der Audio Guide regelmäßig dazu, das Aufsichtspersonal bei Fragen anzusprechen – von Menschen, die ich lediglich fürs Aufpassen auf die Exponate zuständig halte, erwarte ich ja eigentlich keine Fachkenntnis. Einer dieser Herren fühlte sich wohl so unterfragt, dass er mich von sich aus mit Zusatzinformationen zu dem Türrahmen versorgte, den ich gerade betrachtete. Und gleich gar nicht mehr aufhören wollte.)

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Fred Vargas, Julia Schoch (Übers.), Der vierzehnte Stein ausgelesen. Noch nie habe ich einer Übersetzung so misstraut wie dieser: Es kommen zahlreiche Frankokanadier in dem Roman vor, und die sprechen wohl seltsames Französisch. Aber dass Fred Vargas sie erfundene Wörter und Verbformen sprechen lässt, bezweifle ich – dafür hat Julia Schoch sich entschieden.
Außerdem habe ich nun wirklich genug von psychopathischen Serienmördern. Wenn, dann will ich künftig Krimis mit banalen Verbrechen, mit den Abgründen ganz normaler Menschen. Doch wenn ich den Krimimarkt richtig beobachte, versuchen sich die Verlage gerade mit immer absurderen und grausameren Geschichten zu übertrumpfen.

§

Fleischpflanzerl und Kartoffelsalat für ein spontanes Zusammenkommen von Freunden am Abend zubereitet. (In Brighton hatte ich nach Langem mal wieder einen Burger gegessen, und der war so traurig, dass ich mich wie ohnehin bei der derzeitigen Burgermode fragte, warum man statt dessen nicht gute Fleischpflanzerl isst.)
Bei dieser Geselligkeit unter anderem gelernt, dass man für todkranke Jugendliche auch mal eine Katze in die Klinik schmuggeln darf.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Journal Sonntag, 19. April 2015 – Frischer Frühling in Sturmschäden“

  1. Anke meint:

    Das freut mich sehr, dass unser Podcast dieses Ergebnis hatte. Das ist ja immer der Plan, euch in Ausstellungen zu plaudern.

  2. fujolan meint:

    Für solche Krimis empfehle ich Dana Stabenow. Tolle Charaktere, weniger Splatter.

  3. Polly Oliver meint:

    Versuchen Sie doch mal die „Hinterm Deich“-Krimis. Ich finde das sind sympathische, wenn auch zum Teil recht norddeutsche, Charaktere. Und sie spielen an eher beschaulichen Orten in Schleswig-Holstein.

  4. adelhaid meint:

    ach, ist das alles schön grün dort.

    wieviele kilometer sind das eigentlich immer so im durchschnitt?

  5. Philine meint:

    versuchen Sie es mal mit Bannalec oder Walker. Die finde ich sehr angenehm zu lesen. Die Kommissare werden einem richtig sympathisch. Gut finde ich auch Tom Hillenbrand.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank für die Krimi-Empfehlungen!

    Wie bekäme ich denn die Kilometerlänge der Laufstrecker heraus, adelhaid? Braucht man dazu eine App und muss das Telefon mitnehmen?Gestern bin ich 1 Stunde 35 Minuten gelaufen, bei meinem gemächlichen Tempo werden das wohl etwa 12 Kilometer sein.

  7. mariong meint:

    die bayrischen Krimis von Rita Falk finde ich witzig, vielleicht 1 Versuch wert.
    Oder die guten alten Klassiker von Dorothy Sayers.

  8. Frau Miest meint:

    Das mit dem Jugendlichen klingt schön. Und furchtbar traurig.

  9. Trulla meint:

    Früher liebte ich Margaret Millar, Celia Fremlin, Ross McDonald, Henry Slesar, Patricia Highsmith – keine Ahnung, wie sich die heute behaupten können. Überhaupt die schwarze Diogenes Reihe.

    Heute mag ich Ian Rankin, Val McDermid, Nicci French, Minette Walters, Elizabeth George. Stieg Larssons Trilogie fand ich sensationell. Von den skandinavischen Autoren wirken einige dermaßen naiv und übertrieben in ihrer political correctness, dass es für mich an Langeweile grenzt. Total überschätzt in meinen Augen (nach seinem Anfangserfolg) sind die späteren Bücher von Jussi Adler-Olsen.

    Ich freue mich auch über die Tipps, werde Neues entdecken

  10. joriste meint:

    mir gefällt ja sehr gut Jan Costin Wagner. Ich traue mich jetzt mal, seine Kimmo Joentaa Reihe zu empfehlen (mutet skandinavisch an, ist es aber nur bedingt).

  11. Trulla meint:

    Mit der Krimi-Frage haben Sie mich erwischt. Deshalb melde ich mich noch einmal zu Wort und empfehle unbedingt die Quirke-Reihe von Benjamin Black (Pseudonym von John Banville).

    Ich liebe die Spannung der Krimis, bevorzuge im allgemeinen die etwas abgründige, psychologisch raffiniertere Handlung, weniger die Schilderung von grässlichen Greueltaten pervertierter Monster.

    Gruseln war angesagt bei der Schilderung realistischer, jedoch verfremdeter Fälle aus der Praxis Ferdinand von Schirachs. Sehr gut zu lesen.

    Als Parallel-Leserin (je nach Tageszeit und Bedürfnis) hilft mir ein guter Krimi gern abends in den Schlaf.

  12. Chris Kurbjuhn meint:

    Jacques Berndorffs Eifel-Krimis. Man merkt, dass der Mann Journalist ist bzw. war. Das ist alles durchrecherchiert, glaubwürdig und nachvollziehbar, auch wenn ihm manchmal die Pferde durchgehen. „Eifel-Blues“ ist ein guter Einstieg.

  13. mhs meint:

    Hach, da kann ich auch mal was beitragen: Krimis mit Wurzeln in der neueren Geschichte: Christian von Ditfurth, die Stachelmann Reihe wie auch die neueren und hier aus dem südlichen Rheinland Wolfgang Kaes, der mit jedem Buch besser wird.
    Mit den Skandinaviern hab ichs nicht so, zu abgründig für Mutterns Älteste.

  14. adelhaid meint:

    naja, man könnte mal auf google maps kucken und ggfs eine eigene map anlegen. alternativ natürlich mit einer laufapp im telefon. ich habe moves, aber das ist natürlich mit dem teufel facebook verheiratet. wer das also nicht will, muss was anderes nehmen. runtastic hat wohl zwischendurch gesprächsbedarf – das will man ja vielleicht auch nicht. alternativ sind da immer noch die zombies.

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