Journal Samstag, 28. November 2015 – Thanksgiving nachgeholt

Sonntag, 29. November 2015 um 9:27

Wir hatten nicht ernsthaft gedacht, der riesige Truthahn mit Füllung, der Kartoffelstampf, die karamellisierten Süßkartoffeln, die grünen Bohnen, die Cranberrys und das Corn Bread könnten nicht reichen, doch als Herr Kaltmamsell murmelte: „Ich mach mal lieber die doppelte Menge Corn Bread“, konnte ich ihm nachfühlen. Schließlich gab es keine Vorspeise. Und als wir das letzte Mal zu einem nachgeholten Thanksgiving eingeladen hatten, hatten die Reste auch nur gerade mal für den anschließenden Sonntag gereichte – und das, wo wir damals vorsorglich einen ganzen Stapel Thanksgivingresterezepte recherchiert hatten.

Vor ein paar Wochen hatten wir die Idee gehabt, Thanksgiving am Samstag nach dem vierten Donnerstag im November nachzufeiern, an dem der Feiertag in den USA begangen wird. Herr Kaltmamsell hatte die Hauptarbeit übernommen, den Truthahn bestellt, Rezepte recherchiert, den Arbeitsablauf geplant, ich hatte nur ein wenig eingeladen und statt Pumpkin Pie (den ich immer ein wenig langweilig finde) Pecan Wedges of Decadence zum Nachtisch erklärt (und zubereitet).

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Vormittags schneite es.
Ich hatte schon alles fürs Schwimmen gepackt und wollte gerade mein Fahrrad vom Balkon holen, als ich mich umentschied: Kein Schwimmen, statt dessen gemütliche Einkäufe und gemächliches Vorbereiten des Abends. Auf der Einkaufsliste hatte ich unter anderem Zitronat und Orangeat für die zweite Runde Stollenbacken, und wie schon vergangenes Jahr um die Zeit musste ich dem durch einige Läden hinterherlaufen – weitestgehend ausverkauft.

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Und so wurde es vom „Der reicht NIE!“ über Tischdecken (ich werde in diesem Leben keine Dekoriererin mehr), nach Eintreffen der Gäste Laufenlassen der New York Thanksgiving Parade von YouTube im Fernsehen bis Abendessen ein sehr schöner Thanksgiving-Abend. Zum Vogel tranken wir einen kalifornischen Beringer Chardonnay – mehr oder weniger blind gekauft, weil ich etwas Amerikanisches dazu wollte, aber keinen kannte. Er erwies sich zu meiner Erleichterung als überraschend frisch, sehr wenig holzig und gar nicht buttrig. Vielleicht sollte ich Chardonnays eine neue Chance geben.

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Auf den Nachtisch war ich sehr gespannt gewesen, ich hatte brav rezeptgemäß den Belag mit Kümmel (!) und Anissamen gewürzt. Funktionierte tatsächlich wunderbar.

Technische Daten laut Herrn Kaltmamsell:
Truthahngewicht: 8 Kilo
Garzeit: 4,5 Stunden bei 160°C (Übergießen alle 30 Minuten), davon die ersten 2,5 Stunden mit Alufolie abgedeckt – das Ergebnis war ein wunderbar saftiger Vogel
Füllung: 2 Hand voll Knödelbrot, 2 Äpfel, 2 Zwiebeln (gehackt, mit Äpfeln angebraten), Thymian, Selleriegrün (weil’s da war, statt Petersilie), Pfeffer, Salz, Milch, 1 Ei.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Samstag, 28. November 2015 – Thanksgiving nachgeholt“

  1. Indica meint:

    Ich habe auf Ihren Tipp hin nun auch Bio-Zitronat und -Orangeat gekauft. Die Benutzung steht unmittelbar bevor und ich bin sehr gespannt auf den Qualitäts- und Aroma-Unterschied. Die Mitbewohnerin bekommt dennoch zur Sicherheit und Wahrung des häuslichen WG-Friedens ein Extrastöllchen mit Marzipan und Mandeln aus dem hiesigen Back-Improtheater.

    Der Truthahn sieht toll aus! Tatsächlich – ich habe noch nie ein Thanksgiving-Dinner miterlebt. Irgendwie ist mein Freundeskreis nicht so amerikanisch inspiriert. Muss ich mal ändern. (Projekt für 2016? Thanksgiving mitfeiern?)

  2. Buchfink meint:

    Ein wunderschöner Thanksgiving Tisch, das ganze Zimmer sieht fast adventlich aus, auch ohne Schmuck der Frau Mama. Einer Ihrer Gäste mußte sich trotzdem gleich dem Smartphone widmen.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Ausgezeichnete Idee, Indica, 2016 mit Thanksgiving!

    Aber nicht doch, Buchfink: Nicht nur einer, sondern die Hälfte der Gäste würdigten den Braten durch Fotografieren und Veröffentlichen – ich ja auch.

  4. Chris Kurbjuhn meint:

    Im Seewinkel werden ein paar Chardonnays gekeltert, die – denk ich – Ihnen munden würden. In Podersdorf machen Julius Steiner (http://www.julius-steiner.at/), Paul Ettl (http://www.bioweingut-ettl.at/) und Sandra Ringbaur (http://www.ringbauer.at/) ganz hervorragende Chardonnays, die um Gols herum angebauten Chardonnays kann man ebenfalls sehr gut trinken.

  5. Julia meint:

    Im Rheingau und in Rheinhessen gibt es wunderbare Chardonnays – ohne Butter! Ich liebe beispielsweise den sehr fruchtigen, trockenen Chardonnay vom Weingut Höhn aus Wiesbaden. Eine tolle Alternative zum ewigen Riesling…

  6. Ulla meint:

    Citronat und Orangeat nur vom Span. Fruchthaus am Rindermarkt.Bereits rechtzeitig gekauft!

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