Journal Dienstag, 12. Dezember 2017 – Wollen müssen

Mittwoch, 13. Dezember 2017 um 6:47

Die Geschichten über den Lebensunterhalt von Großeltern (großen Dank, dass Sie sich die Mühe des Erinnerns und Aufschreibens machen!) gehen mir sehr in Kopf und Herz herum. Es scheint mir, dass sich ein Muster abzeichnet, das vermutlich historisch und soziologisch begründbar ist.

Das Erwerbsleben Ihrer und meiner Großeltern ist im Durchschnitt gekennzeichnet durch Genügsamkeit, Kurzfristigkeit, Überleben, Bescheidenheit. Es klingt durch, dass diese Menschen wussten, wo ihr Platz in der Gesellschaft war und sich dort einrichteten. Die Vertreibung aus Osteuropa bewirkte sogar eher einen gesellschaftlichen Abstieg. (Auch ich erinnere mich noch an alte Frauen, die bei jeder Gelegenheit erzählten, dass sie ihn riesigen Gutshöfen und mit Personal aufgewachsen waren – und somit eigentlich etwas Besseres.)

Unsere Eltern dann erlebten Aufstieg, Streben nach Wohlstand, genug Freiheit für berufliche Ambitionen, aber oft noch nicht genug Freiheit (materiell, gesellschaftlich, persönlich), um sie auch umzusetzen – gerade unsere Mütter.
Ich zum Beispiel habe einen mords Respekt vor meinen Eltern, die jeweils aus dem vorgezeichneten Lebensweg ausbrachen – meine Mutter aus der weiblichen Rolle (vielleicht nicht praktisch und im Erwerbsleben, sie sorgte dann doch die meiste Zeit nicht selbst für ihren Lebensunterhalt), doch als reflektierte und selbst erfundene Feministin, die sich mit jedem und jeder anlegte, die sie der Ungerechtigkeit gegenüber Frauen (wie sie Sexismus nannte) überführt sah. Und mein Vater, der aus der bitteren Armut seiner Familien und aus der Franco-Diktatur ausbrach – durch Auswandern und hart erarbeitetem materiellen Wohlstand.

Und nun wir, ganz grob die Babyboomer-Generation: Wir hatten fast alle Chancen der Welt (vor allem wenn weiß und männlich) – aber halt auch den Druck, sie wahrzunehmen und etwas aus uns zu machen. „Was du willst, das kannst du“ prägte unsere Ausbildung und unser Berufsleben. Das impliziert nicht nur eine unrealistische Kontrolle über alle Aspekte des eigenen Lebens, sondern auch das Wollenmüssen: Träume haben, Ziele setzen, ihr Erreichen anstreben, Leistung gerne auch zum Preis der Selbstverleugnung, hohe materielle Ansprüche, die noch mehr Zeit für Geldverdienen erfordern. Das ist sehr weit weg von Großeltern, die mit eigener Hände Arbeit (Freunden und Nachbarn) nach der Vertreibung ein Häusl errichteten, ihr Gemüse anbauten, ihre Kleidung schneiderten und strickten und in einem kleinen Angestelltenjob das Geld für die Dinge verdienten, die sie nicht selbst herstellen konnten.
Andererseits klingt der letzte Satz schwer nach dem Landlust– und DIY-Pinterest-Leben, nach dem sich heute sehr viele zu sehnen scheinen.

Über deren Kinder wiederum höre ich aus dem Arbeitsleben, dass gerade die am besten ausgebildeten mit namhaften Praktika im In- und Ausland sowie Bestnoten (also tendenziell die aus gehobenen Gesellschaftsschichten, denn Elternhaus und Ausbildung sind deutlich enger verknüpft als bei uns Babyboomern) Jobs anstreben, die ihnen genug Zeit für eigene Interessen bieten – zumindest beruflich könnten sich der Zwang zum Wollenmüssen und Prestige durch Leistung und Selbstausbeutung verlieren.

Bei dieser Betrachtung habe ich allerdings nur diejenigen herangezogen, deren Familien spätestens seit den 60ern in deutschsprachigen Gebieten wohnen. Wenn man die Einwanderer der 80er 90er (Jugoslawienkrieg) bis heute einschlösse, sähe der Verlauf wahrscheinlich anders aus.

§

Ein grauer Wintertag, nachmittags sah ich immer wieder Schneeflocken vorm Bürofenster.

Ich ging morgens endlich wieder zum Langhantel- und damit Kraftraining, merkte die zweiwöchige Pause vor allem bei den Oberkörper-Übungen.

Arbeit in heftiger Taktzahl und Länge, ich hoffe, dass es jetzt ein wenig ruhiger wird.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Bratkartoffeln (im Fett der Ente von vor Wochen gebraten) und Spiegeleier, zum Nachtisch gab es reichlich Plätzchen. Zum Lesen ins Bett kam ich nicht so früh wie geplant, weil die beim Heimkommen eingeschaltete Waschmaschinenladung statt zunächst angezeigter zwei fast drei Stunden brauchte.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu “Journal Dienstag, 12. Dezember 2017 – Wollen müssen”

  1. MissJanet meint:

    Ich konnte mich nicht an Ihrer Aktion beteiligen, weil ich einfach nicht weiß, wie meine Großeltern ihr Leben gelebt haben, sie starben alle, als ich noch klein war, über solche Dinge wird in den Familien meiner Eltern auch generell nicht gesprochen. Was ich über das Leben meines Vaters weiß, habe ich z.B. entweder miterlebt, oder von seiner Schwester erfahren, die ganz gelegentlich einmal etwas erzählte. Als Kind hatte ich echt das Gefühl, das Leben meiner Eltern hätte mit meiner Geburt begonnen. Es gibt auch keinerlei Erinnerungsstücke, sogar Familienfotos wurden grundsätzlich nach ein paar Jahren entsorgt. Ich nehme an, dass sie im Krieg so schwere Zeiten erlebt haben, dass sie unbedingt nach vorn sehen, aus der Armut, Hunger, der Angst vor Bomben und Tod entfliehen mussten und die Erinnerung ein zu schweres Gepäck war, als dass sie sie bewusst mitnehmen konnten.

    Was Sie über die Babyboomer-Generation schreiben, habe ich nicht erlebt. In der billigen Wohnsiedlung neben der Hütte gab es kaum Freiheit, da gab es das Element „du kannst erreichen, was du willst“ einfach nicht. Da hast du als Junge gewusst, dass du bei Mannesmann anfangen kannst, wenn du dich nicht ganz doof anstellst, entweder wurdest du Dreher oder Schweisser, mit Glück sogar mal Vorarbeiter. Als Mädchen, tja, such dir einen Typen, der mal Vorarbeiter werden kann, mach vielleicht eine Ausbildung zur Friseurin, dann kannst du unter der Hand arbeiten, dass hilft dem Mann bei Engpässen.
    Es waren 46 Kinder in meiner Grundschulklasse (geburtenstärkster Jahrgang, aber keine Räume und keine Lehrer), davon gingen 3 auf die Realschule, und eins aufs Gymnasium. Es war nicht so, dass wir unseren Eltern egal waren, es gab nur einfach keine andere Perspektive und vor allem keinen Grund, sich für die Kinder etwas anderes zu wünschen, wir hatten genug zu Essen, ein Heim, soziale Kontakte, Fernsehen, und konnten einmal im Jahr in den Urlaub fahren, die Zukunft sah rosig aus, was konnte man denn noch mehr wollen?

    Ich glaube, dass war der große Unterschied zu heute, dieses unerschütterliche Vertrauen in die Zukunft, darin, dass alles immer besser werden wird, wenn man sich anpasst, mitmacht und die Ruhe bewahrt. Sehr sonnig.

  2. Vinni meint:

    Ich hab die Berichte gelesen und finde sie alle interessant und bemerkenswert, so einfach und klein sie auch sein mögen. Ich staune aber auch, dass wirklich fast alle Großmütter sich nur mit Haushalt und Kindern beschäftigt haben – und frage mich, ob die, die davon erzählen alle aus Westdeutschland sind. Ich hab noch nichts geschrieben (ich wollte erst meine Mutter noch mal fragen), aber meine beiden Großmütter (geboren in den 20iger Jahren) haben beide gearbeitet (Fabrikarbeit), trotzdem sie 2 bzw. 4 Kinder großgezogen haben. Ich weiß nicht, ob und wie groß die Kinderpausen waren, ob und wie verbreitet das wirklich in Ostdeutschland war, aber es fühlt sich für mich anders an als das, was ich in den anderen Geschichten gelesen habe. Ich denke noch ein bisschen nach darüber.

    Danke für den Anstoß!

  3. Tim meint:

    Oh ja, 46 in einer Klasse. Habe ich auch erlebt. Das ging ja weiter, zu wenig Ausbildungsplätze, überfüllte Hochschulen, Bafög Volldarlehen, Arbeitslosigkeit usw. und weiter bis zur Rente mit 67, nicht-Anerkennung von Studienzeiten und Angst wenn die alle in Rente gehen.

    Bildungsforscher haben geburtenstarke Kohorten als Verlierer ausgemacht.

  4. MissJanet meint:

    Tim, gut dass das jetzt auch Bildungforscher ausgemacht haben. Ich hatte da schon so einen Verdacht, Sie doch sicher auch … :)

  5. Thomas S. meint:

    Ein, zwei Gedankensplitter kamen mir auch noch:
    Während es früher eher die äußeren Umstände waren, die Genügsamkeit erzwangen, muss man heutzutage wohl eher im allgemeinen Selbstoptimierungswahn eine „gesunde Selbstgenügsamkeit“ entwickeln. Man kann zwar nun zwischen 1000 Optionen wählen, muss aber die anderen 999 auch loslassen können.
    Außerdem ist die große Wahlfreiheit teilweise Illusion, weil nämlich die eigene Persönlichkeit weiterhin Grenzen setzt, die zu überschreiten sich schlicht nicht lohnt.
    Dass die Leute früher glücklicher waren, würde ich trotzdem so nicht sehen.

  6. Joe meint:

    MissJanet: Das war schon Ende der 80er Jahre.

    Z.B. Blossfeld, Hans-Peter, 1989: Kohortendifferenzierung und Karriereprozeß. Eine Längsschnittstudie über die Veränderung der Bildungs- und Berufschancen im Lebenslauf. Frankfurt/New York: Campus

    Oder hier:
    https://www.uni-trier.de/fileadmin/studium/AStA/Referate/HOP/Bilder/Literatur_alternatives_Seminar/Hartmann_Kopp_Elitenselektion_2001_01.pdf

    Die Politik stört das anscheinend nicht.

  7. arboretum meint:

    @ vinni: Einige der Großmütter, von denen in den Kommentaren erzählt wurde, sind deutlich älter als Ihre. Bedenken Sie bitte auch, dass die Möglichkeiten der Kinderbetreuung in der DDR und der Bundesrepublik sich sehr unterschieden – und das wirkte sich auch auf die beruflichen Möglichkeiten von deren in den 1930ern geborenen Töchtern, also der nächsten Müttergeneration, aus.

    Es hat aber auch in dieser Generation berufstätige Frauen gegeben. Die älteste Schwester meiner Großmutter mütterlicherseits war Opernsängerin (vermutlich musste sie das auch erst einmal bei ihren Eltern durchsetzen), die ältere Schwester meines Großvaters väterlicherseits war Chefsekretärin. Sie hatte nie geheiratet, keine Kinder und bis zur Rente gearbeitet.

  8. Trulla meint:

    @Vinni nur eine kurze Anmerkung: bis fast Ende der 1970er Jahre durften Frauen (in der BRD) nur mit Genehmigung des Ehemannes ein Arbeitsverhältnis eingehen. Erst das von Sozialdemokraten initiierte und nach Druck aus der Frauenbewegung endlich durchgesetzte neue Ehe- und Familienrecht beendete die sogenannte Hausfrauen- Ehe und viele damit verbundene Ungerechtigkeiten. Das erklärt wohl so einiges, was die Vita unserer Mütter und Großmütter angeht.
    Zwar hatten die Frauen während und spätestens nach Ende des zweiten Weltkrieg bewiesen, was sie ohne Männer schaffen, doch als diese zurück waren, nahmen sie das Heft wieder in die Hand und verwiesen die Frauen erneut auf den traditionell und rechtlich zugewiesenen Platz am „Herd“. Und diese Macht wurde keineswegs freiwillig aufgegeben, das neue Recht wurde gegen den Widerstand konservativer Politik erkämpft.

    Geschichte muss man sich immer wieder bewusst machen und deshalb finde ich den Anstoß, das Leben der Großeltern zu reflektieren, enorm richtig und wichtig.
    Nur dann kann man Erreichtes richtig wertschätzen.

    Meine eigenen Großeltern kamen aus kleinen bis kleinsten Verhältnissen.

    Vaters Vater: ist im 19. Jahrhundert als nichteheliches Kind in einem kleinen sächsischen Dorf zur Welt gekommen, verließ es sehr früh in Richtung Hamburg. Ich weiß nur, dass er irgendwann zur Kaiserlichen Marine ging und dort eine Ausbildung erhielt als Elektromonteur. Es ist ihm gelungen, sich zum Meister weiterzubilden und im Jahre 1908 seinen eigenen Handwerksbetrieb zu gründen und zu heiraten. Er war offenbar eine sehr willensstarke Persönlichkeit, ebenso wie

    Vaters Mutter: sie soll sich mit 17 Jahren bei zwei englischen Schwestern um die Stellung als Köchin beworben haben, ohne je zuvor einen Kochlöffel geschwungen zu haben, was sie aber verschwieg. Ihre fehlenden Kenntnisse füllte sie beim Einkaufen durch Ausfragen anderer Köchinnen auf. Sie wurde eine gute Köchin und hatte bis zu deren Lebensende Kontakt zu den englischen Fräuleins. Es wurde immer gemunkelt, dass die Schwestern aus sehr persönlichen Gründen(?) finanzielle Unterstützung bei Eheschließung und Geschäftsgründung leisteten.

    Diese Großeltern bekamen zwei Töchter und einen Sohn (1911), welcher mein Vater wurde. Als einziger männlicher „Erbe“ musste er ungefragt den inzwischen erfolgreichen Betrieb übernehmen. Den Erfolg beendete der zweite Weltkrieg allerdings total. Die männlichen Monteure und mein Vater mussten in den Krieg ziehen und den Rest erledigte die Bombe.

    Mutters (1917) Vater war bereits Witwer mit fünf erwachsenen Kindern, als meine Mutter zur Welt kam. Hafenarbeiter, ohne jede Altersversorgung. Ich war neun als er starb. Ein schöner Mensch in meiner Erinnerung – leider hatte er während der Kindheit meiner Mutter quartalsweise eine Alkohol Problematik, welche ihr Leben und das ihrer Mutter zeitweise sehr verdunkelten.

    Die Großmutter mütterlicherseits ist im Waisenhaus aufgewachsen, getrennt von ihren Geschwistern, die nach dem Tod der Eltern verteilt wurden und sich erst in späteren Jahren wieder suchten und fanden. Und dann ganz enge Beziehungen zueinander unterhielten und sich in schweren Zeiten halfen. Sie selbst wohl gar keine Chance im Leben, wurde ungelernt Wäscherin und wer diese immer kleiner werdende Frau, die ich innig geliebt habe, im Alter sah, ihre gichtigen Hände, wusste, dieser Mensch hat schwer arbeiten müssen im Leben und einiges erlitten. Sie war so ein liebevoller, sanfter Mensch. Trotzdem kam es vor, dass ich mitunter frech und aufsässig war – eben wie ein Kind, das nicht viel weiß. Das bereue ich aus heutiger Sicht tief, auch schäme ich mich dafür.
    Nur, eines ist mir klar: sie wäre glücklich zu wissen, wie gut es ihren Enkeln ergangen ist.
    Ich bin überzeugt, dass Eltern generell einen Sinn im Leben darin sehen, ihren Kindern ein noch besseres Leben zu ermöglichen als das eigene. Wenn das gelingt, sind sie froh und auch erleichtert, denn sie müssen sich nicht mehr sorgen.

  9. arboretum meint:

    Der besagte Paragraph im BGB galt von 1958 bis 1977. §1356 Abs.1(2) lautete: „Sie [die Frau] ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“

    Die Fassung von 1896 verpflichtete die Ehefrau sogar, das gemeinschaftliche Hauswesen zu leiten. Die unterschiedlichen Fassungen des besagten Paragraphen hat das Hamburger Abendblatt aufgeführt.

    Wenn es stimmt, was ich las, benötigte eine verheiratete Frau bis 1962 sogar die Zustimmung ihres Ehemannes, um ein Bankkonto zu eröffnen. In Bayern mussten Lehrerinnen, die heirateten, ihren Beruf aufgeben. So wie das Jahrzehnte früher bei meiner Großmutter auch der Fall war.

    Meine Eltern kannten diesen Paragraphen aber gar nicht. Meine Mutter – ebenfalls Sportlehrerin – hätte meinem Vater vermutlich auch etwas erzählt, wäre er jemals auf die Idee gekommen, ihr nach der Hochzeit die Erwerbsarbeit zu verbieten. Dafür war er aber eh nicht der Typ. Abgesehen davon studierte er damals noch, während sie bereits Geld verdiente. Acht Wochen nach der Geburt meiner älteren Schwester stand sie auch schon wieder in der Turnhalle. Da war der Mutterschutz vorbei und von irgendwas mussten sie ja leben.

  10. Eva meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  11. Croco meint:

    Was für eine schöne Idee! Leider komme ich erst heute zu meinem Bericht.

    Sie war schon im Kloster angemeldet, meine Oma. Und dann hat sie sich in den Knecht verliebt, meinen Opa. Etwas Pech war, dass der Urgroßvater das Sägewerk, Wälder und Zeugs schon verkauft hatte, und mit Inflationsgeld bezahlt wurde. Er sprach nie wieder mit meiner Großmutter, bis zu seinem Tode. Landwirtschaft interessierte meine Großmutter nicht, sie las viel und leitete die Poststelle im Dorf. Sie galt als sehr klug und so war immer die Stube voller Ratsuchender. Der Rest der Familie betrieb den Hof, in den Kriegszeiten blieb so genug Essen für die 8 Kinder und ausgebombte Familien aus dem Ruhrgebiet. Zu Nazizeiten galt sie als unbeugsam, machte den Ortsgruppenleiter zur Schnecke und versteckte sogar einen Angehörigen der Familie Stauffenberg.
    Der Opa war herzensgut und hatte nichts zu sagen.
    Die Großeltern der Vaterseite kannte ich nicht. Der Großvater war Bildhauer, Steinmetz und Maskenschnitzer, die Großmutter war Lehrerstochter. Ihre Schwestern hatten alle was gelernt, die Brüder haben studiert. So nehme ich an, dass sie auch eine Ausbildung hatte. Der Großvater galt als schön und lebenslustig. Er war auf Dombaustellen von Freiburg und Mailand unterwegs um sein Handwerk zu lernen. Seine acht Kinder verewigte er der Reihe nach auf diversen Denkmälern im Umkreis als kleine Engelchen. Eines hab ich noch im Keller stehen. Er starb früh an einer Straublunge. Meine Großmutter saß nun da mit 8 Kindern von 2 Jahren, meinem Vater, bis zu 22 Jahren ohne Einkommen und Geld. Die drei ältesten Söhne hatten Gärtner gelernt und eröffeten nun im Haus einen Blumenladen und eine Friedhofsgärtnerei. Mein Vater musste da sehr viel arbeiten als Kind. Im Krieg fiel ein Gärtner, der andere überlebte die Schlacht von Monte Casion nur knapp, mit Orden und zwei zerschossenen Händen. Der dritte wollte nun lieber Lehrer werden. So war die Gärtnerei weg und die restlichen Schwestern sorgten für den Unterhalt der Grossmutter als Verwaltungsbeamtin und Verkäuferinnen.

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