Journal Sonntag, 25. November 2018 – Isarlauf im Nebel

Montag, 26. November 2018 um 6:53

Ausgeschlafen. Derzeit brauche ich anscheinend neun Stunden Nachtschlaf.

Gemütliches Bloggen und Bettwäschewaschen. Große Lust auf eine Laufrunde an der Isar, trotz nassen Nebels. Ich nahm eine U-Bahn nach Thalkirchen, freute mich, dass ich Geld für den Akkordeonspieler am Ausgang dabei hatte.

Zum ersten Mal in der Saison ging ich durch eine Wolke Glühweinduft, nämlich am Kiosk 1917 an der Thalkirchner Brücke.

Der Lauf war sehr schön, nach Langem kam ich nach einer Stunde gemütlichem Traben in die körperliche und geistige Leichtigkeit, wegen der ich laufe. Dazu dieses seltsame Licht, das sofort Ideen für einen Spukfilm produzierte.

Diese Ansicht kennen sie mit Fluss.

Auf dem Heimweg besorgte ich Semmeln fürs Frühstück.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Internetlesen, einem Telefonat mit meiner Mutter (u.a. zur Abklärung des Stollenversands nach Italien), Zeitunglesen, Teetrinken und Plätzchenessen (Frau Schwieger hatte bereits gebacken und ein Kistchen voll mitgebracht). Es dauerte eine Zeit, bis ich genug heißen Tee getrunken und genügend dicke Socken angezogen hatte, dass mir warm genug war.

Zum Abendessen gab es weitere Reste vom Vortag, nämlich die unverarbeiteten Auberginen und Sojabröckerl aus der Pfanne.

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Die Stadtwerke München hatten mich zu einer infas-Umfrage eingeladen, und ich habe fürs Techniktagebuch die Technikseite daran aufgeschrieben.

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Nachdem ich mir zwei Exemplare gesichert habe (mein erster Kelm!), gebe ich die Möglichkeit gerne weiter: Katia Kelm verkauft ihre Radierungen, deren Herstellung sie kürzlich in ihrem Blog beschrieben hat.

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Seit ich die ersten Fotos von Vivian Maier gesehen habe, war ich begeistert. Ihre Bilder hätten in die Magnum-Werke gepasst – jede Aufnahme eine Kurzgeschichte. Das Online-Magazin Lensculture zeigt 120 von Vivian Maiers Bildern und ein Interview mit der Kuratorin der großen Ausstellung von 2014 “Vivian Maier: A Photographic Revelation”, Anne Morin.
„Vivian Maier: Street Photographer, Revelation“.

Eine der Attraktionen ist sicher die Geschichte drumrum: Entdeckung des Oevres (zwischen 120.000 und 150.000 Fotos!) einer nie veröffentlichten Künstlerin, die ihren Lebensunterhalt als Kindermädchen verdiente. Doch auch ohne die unglaubliche Biografie und Entdeckungsgeschichte (ich habe den Film immer noch nicht gesehen…) sind die Bilder einfach der Hammer – Fachausdruck.

Mag jemand die Geschichte (Drehbuch?) schreiben, wie Vivian Maier von einer Magnum-Fotografin entdeckt wird und zwar weiterhin ein Doppelleben führt, aber eines, in dem ihre Fotos schon zu ihren Lebzeiten veröffentlicht werden?

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu “Journal Sonntag, 25. November 2018 – Isarlauf im Nebel”

  1. Joël meint:

    Ach ja Vivian Meyer. Die Kafka der Photographie.
    Ich hätte diese Frau wirklich gerne kennengelernt.
    Danke für den Link!
    Ich hatte eine Ausstellung in Belgien von ihr vor ein paar Jahren (in Antwerpen was es glaube ich) leider verpasst.

  2. Eva meint:

    Hallo,
    bis 6.1. gibt es noch eine schöne Ausstellung von Vivian Maier im Willy-Brandt-Haus Berlin…vielleicht kommt ja jemand noch dort hin?
    https://www.fkwbh.de/#programm
    Viele Grüße,
    Eva

  3. Micha meint:

    Eines der gruseligsten Fotos ever – es wird mir im Gedächtnis bleiben: die graukalte Brücke, die ins Nichts führt (das von Michael Ende?).

  4. InaPö meint:

    „Finding Vivian Maier“ lief letztens auch auf arte oder 3sat, sehr sehenswerte Doku über den Fund ihres Erbes! Habs grad auf Netflix entdeckt. Vielleicht hab ichs doch dort gesehen. *hmmmm*

  5. Anne meint:

    Vielen Dank für den Impuls über die Magnum Fotografen ! Ich kannte diese Gruppe bislang nicht und habe mich – dank Ihres Artikels – eingelesen . Eine Bereicherung !

  6. Claudia meint:

    Was ich schon immer mal fragen wollte: wenn Sie einen Isar-Lauf machen und mit der Bahn zum Startpunkt fahren, laufen Sie dann die ganze Strecke zurück oder nehmen Sie dann auch wieder die Bahn? Wenn letzteres: wie verhindern Sie dann, dass Sie völlig verschwitzt und dann eventuell frierend in der Bahn sitzen? Dieses „Problem“ verhindert, dass ich es bisher nicht gewagt habe, Läufe in Angriff zu nehmen, die ich nicht von (und nach) zuhause bewältigen kann.
    Beste Grüße und eine gute Woche!
    Claudia

  7. Joël meint:

    @ Eva
    Danke für den Tipp!!!
    Ich schau mal ob ich das schaffe. Es ist ein bisschen sehr kurzfristig.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Ich fahre auch zurück mit den Öffentlichen, Claudia. Die Bahn nehme ich ja nur im Winter, bin also wärmer angezogen. Und wenn ich länger auf die U-Bahn oder Tram zurück warten müsste, gehe ich noch eine Station zu Fuß – um nicht zu frieren. Im Sommer fahre ich mit dem Rad zu meinen Lieblingsstrecken.

  9. Norman meint:

    Mag jemand die Geschichte (Drehbuch?) schreiben…

    Dann hoffentlich nicht mit Nicole Kidman in der Hauptrolle wie als Diane Arbus.

    Wie heißt es in der Dokumentation: „… she would’ve hated every minute of it.“

  10. Tine meint:

    Diese Nebelbilder sind einfach toll!
    und danke für den Vivian Maier Link

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