Journal Montag, 19. August 2019 – Zug statt Flug ist anstrengend

Dienstag, 20. August 2019 um 6:30

Unruhige Nacht, in den frühen Morgenstunden gewitterte es heftig.

Auf dem Weg in die Arbeit brauchte ich zunächst einen Schirm, aber es war mild.

Dichter Arbeitstag, danach musste ich zum Bahnhof. Zu unseren Zugtickets nach Luxemburg hatte ich am Wochenende nämlich eine Nachricht bekommen: „Es liegen Fahrplanaenderungen zu Ihrer Verbindung vor“. Hinter dem Link standen für die Rückfahrt zwei zusätzliche Umstiege in Frankreich, wir hätten also von Luxemburg bis Saarbrücken bereits dreimal umsteigen müssen. Dazu suchte ich nach einer Alternative. Obwohl im Reisezentrum am Hauptbahnhof viel los war, musste ich nicht lange warten: Es waren zwischen 15 und 17 Schalter geöffnet, und das Wartenummernsystem ist wirklich praktisch (auch wenn die beiden freundlichen Herren an der Infotheke es während meiner Wartezeit ca. 15 Menschen erklären mussten). Ergebnis: Es gibt einen Schienenersatzverkehr statt der lustigen Zusatzumstiege, der halt nicht in der Online-Verbindungssuche aufgeführt war, wir müssen lediglich 15 Minuten früher abfahren.
(Aber: Wenn ich nicht zufällig in Fußweite zum Bahnhof wohnte, wäre das ein ziemliches Gefuchtel geworden. Es ist anstrengend den Eindruck abzuschütteln, man werde in fast jedem Detail für die Entscheidung Zug statt Flug bestraft.)

Anschließend holte ich in der Lebensmittelabteilung vom Hertie noch Obst und Gemüse für Bürobrotzeit sowie eine geschnittene Ananas und Schlagsahne zum Nachtisch.

Herr Kaltmamsell kochte uns zum Abendbrot Ernteanteilgemüse (Karotten, Lauch, Kartoffeln), ich bereitete eine Einbrenn für Geschmack dazu, das Ganze gab es mit Ernteanteilpetersilie vermischt.

§

Ein weiteres noch aufzuarbeitendes Kapitel der DDR- und Wiedervereinigungsgeschichte: Vertragsarbeiter. Erst kürzlich erzählte mir eine ehemalige Werkskrankenschwester aus Erfurt, wie komplett unvorbereitet und verschreckt sie die Menschen aus Mosambik erlebte. Von Vertragsarbeitern aus Vietnam und ihren Nachkommen in Deutschland hatte ich schon hin und wieder gelesen, gestern brachte mir Twitter den Link zu einem Artikel über Mosambiker:
„Die Ungehörten: DDR-Gastarbeiter aus Mosambik über Lohnbetrug und Rassismus“.

via @beck_zoe

„Ich bin mit leeren Taschen nach Hause gekommen. Man hatte gesagt, mein Geld ist in Mosambik“, so Macau. In seiner Heimat hieß es wiederum, das Geld sei in Deutschland geblieben. Es stellte sich schnell heraus, dass das Einkommen der Gastarbeiter mit den Staatsschulden von Mosambik an die DDR verrechnet wurde.

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Ein wenig John Oliver:

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https://youtu.be/TATSAHJKRd8

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Montag, 19. August 2019 – Zug statt Flug ist anstrengend“

  1. Sabine meint:

    München-Luxemburg ist aber auch mit die dümmste Verbindung in ganz Europa. Unser Kind fuhr da eine Weile öfter hin, einmal wurde der Schienenersatzverkehr sogar angeschossen. Bei Luxemburg bekommt man jedenfalls von hier aus das Gefühl, das wurde erst nachträglich in den Kontinent hineingestopft, verkehrstechnisch gesehen.

    Wer beim Zugfahren überlegen lächeln will, sollte nach Paris fahren, da schlägt der TGV wirklich alle anderen Verkehrsmittel.

  2. Corsa meint:

    Mit dem Ersatzverkehr im Ausland scheint so ne Sache zu sein. Unsere Reise nach Malmö war schließlich eine Stunde kürzer, weil die direkte Busverbindung Fähre-Kopenhagen nicht angegeben war.

  3. Hauptschulblues meint:

    H. freut sich immer, wenn er „Hertie am Hauptbahnhof“ liest.

  4. Die M. meint:

    Hallo! Ein Problem ist die inzwischen fehlende gute Anbindung von Trier im Netz der DB, denn viele Wege nach Lux führen über Trier. Zwischen SB und Lux gibt es einen direkten Linienbus von Bhf. zu Bhf., der über http://www.cfl.lu abrufbar sein müsste (vielleicht meinen Sie mit SEV aber auch eben diesen), allerdings eine Reservierung erfordert, wenn ich mich richtig erinnere. Übrigens ist die telefonische Auskunft der CFL gut! Bei Problemen würde ich es eher dort probieren als bei der DB. Gute Reise!

  5. marthe meint:

    Die unmittelbare Anfahrt zum Luxemburger Bahnhof ist ein Erlebnis, hoffentlich fällt das nicht für Sie flach durch Ersatzbusse, ich kenne diese Anfahrt allerdings nur aus der Richtung Trier. Ebenso ist die Strecke Koblenz-Trier (Fahrtrichtung links sitzen) sehr sehenswert und wunderschön. Für mich schlägt sie sogar die romantische Rheinstrecke. Schade, bestimmt ist das im Moment nicht möglich wegen der Sperrung Mannheim-Frankfurt.

  6. Anton meint:

    Einbrenn ? Old school :-)

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