Journal Sonntag, 16. Februar 2020 – Medizinische Hüftgymnastik und Jojo Rabbit

Montag, 17. Februar 2020 um 5:51

Nach der täglichen Einheit Yoga war noch Zeit für medizinische Hüftgymnastik (wo ich ja nicht mehr Joggen kann, buhu). Ich orientierte mich an der Bewegungstherpaie des Uniklinikums Dresden und spielte einmal das Grundprogramm durch – dauerte eine knappe Stunde. Ganz erstaunlich, wie viele Bewegungen auch des linken Beins durch die wehe rechte Hüfte eingeschränkt sind.

Auf der Website der Dresdner Uniklinik finde ich die medizinischen Informationen rund um Hüftarthrose auch besonders sorgfältig und ausführlich sortiert und aufbereitet (es wird auch auf para-medizinische Methoden eingegangen, auf Ernährung und auf aktuelle Diskussionen in den Medien). Ich las mich gestern einmal komplett durch.

Luxusfrühstück:

Porridge mit Joghurt, Mandarinen und Orangenmarmelade.

Draußen kam immer wieder die Sonne heraus, auf unserem Balkon strecken die Rosenfest-geschenkten Hasenglöckchen schon seit Mitte Januar ihre grünen Triebe aus.

Am frühen Nachmittag radelte ich durch die milde Frühlingsluft ins Cinema, Mütze oder Handschuhe unnötig. Ich sah Jojo Rabbit. Erst hatte mich der Film überhaupt nicht interessiert, dann las ich auch noch, dass Drehbuch und Regie von Thor-Regisseur Taika Waititi sind und es sich um eine Hitler-Satire mit Kindern handeln sollte – ich hatte mir absolut nicht vorstellen können, dass das funktioniert. Doch dann bejubelten auf Twitter Menschen den Film, von denen ich mir das ebenfalls nicht hatte vorstellen können, und ich sah Interviews mit Taika Waititi.

Heute fand ich heraus: Ja, das funktioniert tatsächlich. Die Satire ist over the top, ohne in Klamauk zu kippen. Schon beim Hitlerjugend-Lager am Anfang des Films lachte ich schallend – es wird nämlich sofort klar, dass es nicht um historische Korrektheit geht, Sam Rockwells Hauptmann Klenzendorf tritt durch und durch heutig amerikanisch auf. Scarlett Johannson als Mutter des Hitlerjungen Johann, der sich vor lauter Nazi-Begeisterung Adolf Hitler zum unsichtbaren Freund ausgesucht hat, ist allein schon den Film wert, Komik auch durch die wilde Mischung von deutschem und britischem Akzent der Besetzung (britisch zum Beispiel ganz hinreißend bei Jojos bestem Freund Yorki). Witzig auch der Einsatz der Musik: Von Beatles „Komm gibt mir deine Hand“ unter den HJ-Lager-Vorbereitungen am Anfang (dazwischengeschnitten Jugendjubel-Bilder aus dem Dritten Reich) bis zu David Bowie „Helden“ unterm Abspann.

Der Film ist eine wilde Mischung aus Ernst Lubitsch und Wes Anderson mit einer Prise Mel Brooks – what’s not to like?

Daheim eine Portion Käse mit Quittengelee – so mächtig Porridge auch füllt, bei mir hält es nie lang vor (liegt vielleicht an der Zubereitung mit Wasser, die ich am liebsten mag?). Internet- und Zeitungslektüre. Zum Nachtmahl kochte Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch und weil das viel Ernteanteil nutzte die Brüllen’sche Skifahrsuppe (Wurst war eine Kabanossi: für mich die Standard-Eintopfwurst, doch Herr Kaltmamsell kannte sie vor mir nicht mal).

Schmeckte sehr gut, ich musste mich vor Überfressung zügeln.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Sonntag, 16. Februar 2020 – Medizinische Hüftgymnastik und Jojo Rabbit

  1. iris meint:

    Hafer erzeugt bei mir nach zwei Stunden zuverlässig Hunger, unabhängig von der konsumierten Menge. Deshalb glaube ich, dass das Hungergefühl nicht mit dem Sättigungsgrad zusammenhängt, sondern dass der Hunger von einem Inhaltsstoff des Hafers getriggert wird. Danke auch für die Hüftübungen!

  2. Nina meint:

    Ich habe nach Porridge oder Müsli auch zuverlässig nach 1-2 Std. wieder Hunger. Meine These bislang ist, dass die hohe Kohlenhydratlast durch Korn und Obst eine ebenso hohe Insulinausschüttung triggert, nach der der Blutzucker rasch wieder abfällt. Wenn ich das Ganze mit Quark, also vielen Proteinen, esse, bin ich allerdings viele Stunden lang satt.

  3. Mareike meint:

    Danke für den Link zu den Infos der Uniklinik Dresden!

  4. Hauptschulblues meint:

    Nina hat recht. Milchprodukte oder auch Fett und Öl verzögern den Abbau von Kohlehydraten. Diabetiker wissen das zu nützen.

  5. Sibylle meint:

    Die Brüllensche Skifahrsuppe sieht sehr lecker aus. Und ja, Mettenden sind irgendwelche Würstel, die Standardzutat in westfälischen Eintöpfen. :-) gibts die etwa nicht in Bayern?

    Herzliche Grüße!

  6. Crazycook meint:

    Doch, Mett- oder Rauchenden gibt es in München im Laden für fränkische und westfälische Wurstspezialitäten. Der Laden ist im Münchner Rathaus.

  7. Hauptschulblues meint:

    Ja, hier: Fränkische und Westfälische Wurstspezialitäten
    Marienplatz/ im Rathaus 8, Dienerstraße
    80331 München
    Und die besten Wurstsemmeln Münchens.

  8. Kaysa meint:

    Das ist ja erstaunlich mit dem Hafer… Eigentlich hatte ich immer gedacht bzw irgendwo gelesen, dass Hafer länger satt machen würde weil er irgendwie anders verstoffwechselt wird als andere Kohlenhydrate. Es gibt so weit ich mich erinnere zb auch so Haferkuren für Diabetiker, die helfen sollen, den Insulinbedarf zu reduzieren.
    Muss ich mir noch Mal ablesen, wie das so genau war….

  9. Annie meint:

    Zumindest nicht standardmäßig bei Metzger oder Wochenmarkt – das musste ich nach dem Umzug erstmal feststellen. Und als Kasseler zum Anbraten wurde mir hauchdünner Aufschnitt angeboten.

    Aber am allermeisten vermisse ich Grünkohl im Winter.


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