Journal Mittwoch, 16. Februar 2022 – Zähne neu gefüllt

Donnerstag, 17. Februar 2022 um 6:18

Die gute Nacht war kurz vor fünf zu Ende, denn statt nach Blick auf den Wecker wieder einzuschlafen, fielen alle möglichen Sorgen über mich her – keine davon echt, sondern alle von einer Tiefenordnung “welche Socken soll ich bloß zu der roten Hose tragen?!”. Das wurde mir schnell zu dumm, ich stand auf und nutzte die Extra-Zeit am Morgen für eine fast doppelte Einheit Bank- und Seitstütz sowie für ein großes Stück Fußweg der Gesamtstrecke zu meinem morgendlichen Termin bei der Zahnärztin (weiße Sneakersocken, übrigens). Bis zum U-Bahnhof Universität marschierte ich und bewunderte die goldene Morgensonne auf historischen Gebäuden der Innenstadt, erst ab dort ließ ich mich fahren.

Brennender Himmel am Morgen.

Mit der Zahnärztin plauderte ich zunächst und erfuhr unter anderem ein wenig über aktuelle Forschung in der Zahntechnik (Frau Doktor ist hier sehr interessiert und engagiert), Zweck meines Termins aber war das Ersetzen von drei Keramik-Füllungen (die Vorgänger aus Amalgam hatten mehrere Jahrzehnte gehalten). Mir wurde eine Aufteilung der Arbeiten auf zwei Termine angeboten, doch ich brachte das lieber gesamt und jetzt hinter mich. Wie erwartet war die Prozedur unangenehm und anstrengend, aber nicht schmerzhaft (man hatte mir eine Betäubungsspritze angeboten, die ich wie immer bei schlichtem Bohren und Füllen abgelehnt hatte), ich ließ mir zur Ablenkung möglichst viel verwendete Technik erklären. Außerdem wurde bei der Gelegenheit ein Abdruck meiner unteren Zahnreihe gemacht (Erdbeergeschmack!), ich brauche ja eine neue Knirschschiene.

Mit nur anderthalb Stunden Verspätung saß ich an meinem Schreibtisch im Büro.

Zu Mittag gab es Pumpernickel mit dick Butter, außerdem Orange.

Nachmittags wieder emotionale Achterbahn dank neuem IT-System. Den Tag rettete eine Einladung per WhatsApp für Samstagabend, jetzt konnte ich mich auf etwas freuen.

Auf dem Heimweg nur ein kurzer Einkaufsabstecher, es setzte gerade der angekündigte Sturm ein. Daheim turnte ich eine interessante Yoga-Folge, die möchte ich wiederholen. Das Abendessen bekam ich wieder serviert, Herr Kaltmamsell hatte ein Khachapuri-Rezept nach Ottolenghi ausprobiert (ich machte ein wenig grünen Salat dazu).

Das Ergebnis schmeckte gut, aber der Teig hatte nichts mit dem Khachapuri zu tun, das wir in georgischen Restaurants zu lieben gelernt hatten. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Das hier ist ganz besonders für meine (mitlesenden) Eltern: Eine Schule in St.Jean-de-Luz, der Geburtsstadt von Maurice Ravel, führt seinen Boléro mit Bodytap auf.

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https://youtu.be/JMs8NPElWO8

via Joël

Wenn alles nach Plan läuft, lerne ich St.Jean-de-Luz dieses Jahr im Herbst endlich kennen. (Wir schicken euch eine Karte, Papá y Mamá!)

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 16. Februar 2022 – Zähne neu gefüllt“

  1. Friederike meint:

    Wow, was für ein Video!!!!
    Danke fürs Teilen!

  2. Eva meint:

    Vielen Dank für den Link zum Video – sehr beeindruckend!

  3. Joël meint:

    <3

  4. PaulineM meint:

    Tolles Video! Wie lange sie dafür wohl geprobt haben?

  5. Croco meint:

    Was für eine tolle Aufführung! Ich wusste nicht, dass Maurice Ravel dort geboren wurde.
    Dieser Ort ist so bezaubernd. Ich freue mich jedes Mal, wenn Joël berichtet.
    Ich habe zwei Erinnerungen an St. Jean. Einmal sind wir in ein baskisches Folklorefestival geraten und die Menschen tanzten auf der Strasse, im Kreis.
    Und ich habe mir fast ein Kleid gekauft, das so Querstreifen hatte wie die Sweater der Schüler. Nur saß es etwas zu spack damals. Ich ärgere mich heute noch über den Nichtkauf.

  6. Cora meint:

    Vor 40 Jahren habe ich mit 17 einen der schönsten Urlaube meines Lebens in Saint Jean de Luz verbracht. Es war eine Reise mit dem Deutsch Französischen Jugendwerk. Ich würde gerne noch einmal hinfahren, überlege aber immer, ob ich es tun soll, oder ob ich die Erinnerungen weiterhin so, wie sind, im Herzen tragen soll. Ich freue mich auf Ihre Eindrücke, falls Sie sie dann teilen werden.

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