Journal Freitag, 26. August 2022 – Noch ein Cappuccino-Ausflug

Samstag, 27. August 2022 um 8:18

Selbst nach dem Aufwachen kurz vor fünf schlief ich nochmal tief ein bis Weckerklingeln, freute mich auf das Ausschlafen (vielleicht sogar bis sieben!) am Wochenende.

Draußen mild und bewölkt, laut Vorhersage verabschiedet sich bei uns in Südbayern der Sommer dieser Tage. Obwohl auch hier viel zu trocken, war er wundervoll: fast ohne die böse Hitze, unter der der Rest der Republik litt, einfach nur verlässlich sonnig.

Im Büro ein emsiger Vormittag mit interessanten Details.

Mittags gönnte ich mir wieder einen Cappuccino-Ausflug, diesen an den Georg-Freundorfer-Platz. Im dortigen Café (am genau gegenüberliegenden Eck des Blocks von diesem, eher Typus Mutter-und-Kind, am Markt-Donnerstag war es proppenvoll gewesen) bekam ich einen guten.

Mittags gab’s neue Äpfel (SEHR aromatisch – ich fürchte, das wird nichts mit Apfelkuchen, dafür sind sie mir zu schade), Tomaten mit Pfirsich und Aprikose, Brot.

Ich beendete die Arbeitswoche mit Datenbank-Aktualisierungen, hurra.

Morgens war noch für nach Feierabend eine Fahrt nach Kaufering zu einem ersehnten Verwandtentreffen geplant gewesen, besonders geschmeidige Planung ließ das jedoch hinfällig werden. Statt dessen steckte ich zwei 230-ml-Pfandflaschen ein, um auf dem Heimweg gottergeben einen Automaten um Aufnahme zu bitten, der noch nie kleine Pfandflaschen (gekauft im selben Laden) akzeptiert hatte. Und siehe da: Diesmal nahm sie der Automat sofort und ohne Umstände, die Technik scheint verbessert worden zu sein.

Das diesjährige Oktoberfest sortiert nach Waffengattungen.

Auf einem Turm von St. Paul entdeckte ich die Kamera, die die ikonischen Oktoberfest-Aufnahmen aus der Richtung Eingang macht.

Daheim erste Restaurant-Reservierung für den Urlauub in San Sebastián, Vorfreude steigt. Eine Runde Yoga – interessant, wie verschieden meine Baum-Haltung je nach Seite ist.

Mit Herrn Kaltmamsell schmiedete ich Pläne für das Samstagabend-Essen: Das Verwandtentreffen würde jetzt bei uns stattfinden, es galt Koch- und Einkaufentscheidungen zu treffen.

Zur Feier des Wochenendes gab es auf dem Küchenbalkon episches G’schau sowie Negronis (mit eingefrorener halber Orangenscheibe, ein Trick, den ich mir von Frau Schwieger abgeschaut habe).

Herr Kaltmamsell servierte als Nachtmahl Kuhkotelett mit Chinakohl-Colcannon.

Wein dazu: Mallorquinischer An/2 Ánima Negra. Nachtisch sehr viel (zu viel) Süßigkeiten.

Im Fernsehen ließen wir The Body mit Antonio Banderas von 2001 laufen – ich wunderte mich sehr, warum er in einem derart schlimm schlechten Film auftrat – er war damals nach Evita und The Mask of Zorro lange schon ein Weltstar mit Zugkraft (hatte er es seiner Mutter versprochen?). Und ich merkte, wie viel Wissen mein katholisches Aufwachsen und der Religionsunterricht hinterlassen haben – ich krümmte mich minütlich über den Quatsch, der in dem Film über Bibel und Christentum erzählt wurde und mit dem überhaupt erst der Spannungsbogen motiviert war, außerdem über die komplett lachhafte Darstellung von Archäologie. Wir schalteten weit vor Ende ab.

Währenddessen schepperte und blitzte draußen das angekündigte Gewitter, es regnete heftig – ich hatte fast schon vergessen, wie laut Wetter sein kann. Doch ich weiß, dass Gewitterregen nicht sehr nützlich ist, weil lediglich lokal in großen Mengen; was es braucht, ist vieltägiger sanfter Landregen.

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Echte Etymologie ist spannend. Gefühlte Etymologie ergibt allerdings die charmanteren Ergebnisse, ein Twitter-Thread.

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Sehr schöne Liste von Terminologie, die in verschiedenen englischsprachigen Wissenschaftsgebieten für “wir sind nicht sicher” verwendet wird. “Idiopathisch” kannte ich schon – mein wunderbarer, langjähriger Gynäkologe gestand mir mal nach einer Nutzung: “Das sagen Ärzte, wenn sie auch nicht wissen, was es ist.” Und “aus historischen Gründen” verwende ich regelmäßig auf die Nachfrage von neuen Kolleg*innen, wackle dabei aber bedeutungsvoll mit den Augenbrauen.

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Gene Kelly tanzt mit einem Hund – komplett in den Schatten gestellt von Eleanor Powell und ihrem Tanz mit Hund. (Und inzwischen weiß ich aus einem Interview mit Ann Miller, dass die Stepptanz-Töne nachsynchronisiert wurden – von den Tänzer*innen selbst.)

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Freitag, 26. August 2022 – Noch ein Cappuccino-Ausflug“

  1. Rainer meint:

    Nächstes Mal erbitte ich einen Flaschenzug um die wunderbaren Negronis dem Überraschungsbesuch auf der Straße darreichen zu können!!

  2. Sigrid meint:

    Den An/2 lieben wur auch sehr.

  3. Franz Maier meint:

    Zwei Begriffe aus der geologischen Terminologie kann ich auch noch beisteuern: Von einer Exkursion in Oregon blieben mir hauptsächlich zwei Begriffe im Gedächtnis: This is a leaverite (leave it right there) und AFR (another fu**ing rock).

  4. Friederike meint:

    Der Etymologie-Thread ist ja klasse – sehr unterhaltsam und informativ!
    Danke für den Link!

  5. Sebastian meint:

    Oje und danke für die Erinnerung, – in Kommentaren fragen stellen (guter Cappuccino?) und das Ganze dann vergessen, das haben wir gerne! Schokoladig, wenig Säure und Milch find ich auch gut, am besten schmeckt er mir in München bei Espresso am Markt und im Monti Monaco.

    Grüße an Herrn Kaltmamsell, genau so schauen gute Köche kurz vor großen Taten!

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