Journal Mittwoch, 30. November 2022 – #Lindwurmessen mit Vorstadtahnungen

Donnerstag, 1. Dezember 2022 um 6:10

Wecker 20 Minuten später, den ich hatte ja bereits am Vorabend geduscht und körpergepflegt.

Aufwändige Inbetriebnahme des neuen Wintermantels. Ich hoffe, ich habe alle zugenähten Falten und Taschen erwischt.

Fußmarsch in die Arbeit unter bleigrauem Himmel, der es gestern höchstens bis Silber schaffte. Zumindest blieb ich trocken, doch die Sonnenschein-freie Düsternis soll sich laut Vorhersagen bis nach dem Wochenende halten. Das Wetter möchte uns die kürzesten Tage des Jahres schmackhaft machen: Gibt eh nix zu sehen.

Ich holte mir trotzdem ein wenig vom vorhandenen Tageslicht und ging mittags raus auf einen Cappuccino, diesmal testete ich das Café Notting Hill im Theresie-Block, ehemals San Francisco Coffee Company (einst die erste Münchner Starbucks-artige Café-Kette, jetzt anscheinend nach Sylt ausgewandert).

Der Cappuccino war gut, vor allem aber gefiel mir das Lokal: Liebevoll eingerichtet, es serviert neben Gebäck (selbst gemacht aussehend) auch Mahlzeiten von Falaffel bis Bowls, das Publikum war richtig Westend-gemischt, die Atmosphäre angenehm und heimelig.

Zurück im Büro gab’s Sahnequark mit Joghurt, vorgeschnippelte Orangen.

Anstrengender Arbeits-Nachmittag, der schier nicht enden wollte. Auf dem Heimweg bog ich noch für Einkäufe in den Vollcorner ab. Zu Hause nur kurzes Auspacken, ich war mit Herrn Kaltmamsell zum nächsten #Lindwurmessen verabredet.1

An der Reihe war das Café Blue jenseits der #Lindwurmbrücke. Wir hatten Lust auf einen Spaziergang dorthin (wir hätten auch die U-Bahn nehmen können, mittlerweile essen wir zwei Haltestellen von daheim entfernt).

Vom Vorbeispazieren wusste ich, dass es weitläufige Räumlichkeiten hat, ich fand sie angenehm eingerichtet. Besonders anheimelnd fand ich die sanfte Vorstadt-Anmutung von Einrichtung und Publikum, hier spürt man bereits Sendling.

Die Speisekarte hat 16 Seiten und biete ALLES: Schnitzel und Burger und Pasta und Pizza und Curry und Schweinsbraten und Fisch (fehlen eigentlich nur Sushi) – das lässt Convenience vermuten. Zumal vier Gerichte auf der Karte (drei Suppen, die Gnocchi) eigens als “hausgemacht” gekennzeichnet waren. Ohne #Lindwurmessen wäre es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass ich hier essen würde.

Herr Kaltmamsell entschied sich für den Veggie-Burger mit Süßkartoffel-Pommes (Pattie aus Gemüse und Kürbis, er war zufrieden), ich nahm die Tagliatelle mit Lachs (sehr dick eingekochte Sahnesauce, saftige Fischwürfel). Zu trinken gab es Apfelsaft (er) und frischen Ingwer-Minz-Tee für mich. Wir wurden angenehm satt.

Auch der Spaziergang nach Hause tat gut; in meiner derzeitig trüben Stimmung liefe ich am liebsten den ganzen Tag herum. Daheim noch Schokolade.

Da ich mich fürs Büro jetzt wärmer anziehen muss, überlege ich an Unterkleidung herum: T-Shirts, Rollis. Was mir gestern nach Jahrzehnten wieder einfiel: Unterhemden! Als Kind trug ich Unterhemden! Das hörte in dem Moment auf, in dem ich Unterwäsche-autark wurde, ab da ging es nur noch um Schönheit und Komfort. Denn Wärme sicherte ich mir durch die Kleidunng darüber. Werde mich mal umsehen, wie sich das Unterhemden-Angebot in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat, ich starte meine Recherche bei Ski-Unterwäsche.

  1. Wir futtern uns nacheinander durch alle Lokale an der Südseite der Lindwurmstraße von Sendlinger Tor westwärts bis Stemmerhof, dann an der Nordseite wieder zurück. []
die Kaltmamsell

18 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 30. November 2022 – #Lindwurmessen mit Vorstadtahnungen“

  1. Sabine meint:

    Merino-Unterwäsche wär ja der Traum, leider stellen die einschlägigen Sportfirmen die nur bis drahtige Größe 42 her, weshalb ich leider keine habe. Aber Unterhemden sind super, kommen nicht mehr alle mit peinlichem Spitzenbesatz, sind dafür in anschmiegsamem Material erhältlich (die Schweizer Wäschefirmen!). Ich trage etwa 9 Monate im Jahr welche, weil sie sich so gut anfühlen. Sind sie doch mal zu warm, kann man sich schnell ihrer entledigen.

  2. Frau Bruellen meint:

    Ich mag Deine Stadtbeschreibungen so gern! (Krieg dann immer Heimweh. Als ob 3 Jahre München “daheim” ausmachen würden, ggü 20 Jahren Basel Suburbia….)
    Unterhemden: genau so hier, nie wieder getragen bis vor …. 3, 4, 5 Jahren oder so, wo mir nur in Blusen mit den extrem low rise Hosen dann an der “Schwarte” gern mal kalt wurde. (Was ich auch seit kleiderautark verweigert habe, und da bleibe ich auch dabei, Polohemden. Es gibt Menschen mit Polohemd-Gesicht und ohne. Ich bin ohne.)

  3. lihabiboun meint:

    Verehrte Kaltmamsell, ich empfehle Calida (neben Kustermann) – das Zeug ist zwar high end, hält aber ewig und ist superschlicht und coooooosy.

  4. Neeva meint:

    Ich besitze anstelle von Unterhemden, die mir den Sitz der Oberteile verschlechtern, drei Bauchbinden a’la Nierenwärmer. (In meinem Fall als Bauchbänder während der Schwangerschaft gekauft. Sie würden also vermutlich eher nicht zufällig drüber fallen :-) )
    Der Wärmevorteil ist vorhanden und Busen und Taille werden nicht eingeebnet.

    @Sabine Comazo hat immerhin Merinowäsche in 44/46. Wobei die 42 ziemlich großzügig ausfällt.

  5. Christin meint:

    Fingerheb – hier inzwischen auch Team Unterhemd. Gerne sowas Klassisches von Mey. Bei Merino muss ich an ein Posting von Frau Bruellen vor nicht allzu langer Zeit denken – das hat mich vor einem üblen Fehlkauf bewahrt, ich hab die Hemdchen mal im Laden angefasst – superweiches, äh, Schmirgelpapier mit Juckpulver (https://bruellen.blogspot.com/2022/10/271022-me-contemplating-wardrobe-choices.html).
    Ansonsten habe ich gerade Unterziehshirts von Uniqlo für mich entdeckt, nachdem die von Petit Bateau empörenderweise nach nur 13 Jahren Tragen durch sind ^^.

  6. Flusskiesel meint:

    Unterhemden … auch so etwas aus der Kindheit oder was man als Mann nur unter einem weißen Hemd anzieht …

    Mich tröstet: T-Shirts sind technisch gesehen auch Unterhemden! :-)

  7. Nadine meint:

    @Sabine Ich empfehle einen Blick in die Herrenabteilung, da hat man noch ein bisschen Größenspielraum nach oben (selbst langjährig erprobt ;o)) Eine Herren-M ist ungefähr Größe 42/44 für Damen, eine Herren-L ca. 46/48 für Damen und Herren-XL ca. Größe 50 für Damen…

  8. Alexandra meint:

    Ich kaufe immer ärmellose Tops aus Baumwolle, schlicht, haltbar, Basics und im Zweifel auch als Oberteil im Sommer tauglich. Zudem keine Unterwäscheanmutung. Ich bevorzuge ohnehin zu kalten Zeiten mehrere Lagen. Top, T-Shirt, “Longsleeve” und dann erst das, was auch gesehen wird.

  9. die Kaltmamsell meint:

    Das ist ja großartig, vielen Dank für Ihre Erfahrungsberichte!
    Wozu ich sicher nie mehr zurückkehre, sind diese Träger-Unterhemden: Ich möchte bitte warme Schultern. Bei Uniqlo (hihihi) und Calida sehe ich Unterziehshirts, damit kann ich ja mal anfangen.

  10. Sannie meint:

    Gerade gestern für Muttern Merinoshirts gekauft, vielleicht ist das was, Sabine?
    https://www.speidelshop.com/catalogsearch/result/?q=Merinowolle

    Ich selbst trage seit ein paar Jahren im Winter Cashmere/Modal drunter, die sind hauchdünn, aber warm und sehen super aus: https://www.intimissimi.com/de/product/shirt_mit_u-boot-ausschnitt_aus_modal_und_cashmere_ultralight-CLD28B.html?dwvar_CLD28B_Z_COL_INTD=019

  11. adelhaid meint:

    ich trage seit die lustige frau in mein leben getreten ist (ihre) unterhemden. im prinzip schlichte tank-tops, im winter schwarz und blau, im sommer weiß. die lassen alles besser fallen – blusen, pullover, selbst t-shirts.
    derzeit trage ich wieder viel strickware, und da wünsche ich mir eigentlich sogar langarmshirts, weil kribbel und fussel. da muss ich noch mal ran (und außerdem auch wegen der zumeist tiefen v-neck ausschnitte der pullover, die bei bürotemperatur unter 20 grad irgendwann auch etwas frisch sind).

    unsere unterhemden: Hema. Bio-Baumwolle.

    (Calida…neben Kustermann? gefährliche gegend…)

  12. Beate meint:

    Bei dem Wunsch nach warmen Schultern käme auch Mey infrage, da gibt es Kurzarm- Unterhemden in verschiedenen Qualitäten. Außerdem stimmt auch die Länge, dann bleibt der untere Rücken auch warm.

  13. Ka meint:

    Ich kann die hauchdünnen Merino Langarm Shirts von COS empfehlen unter Blusen usw. Gibt es in allen Farben und halten jahrelang bei mir wenn man sie richtig wäscht.

  14. Frau Klugscheisser meint:

    Es gab mal eine Zeit in meinem Leben, da bin ich nachts ziellos in der Stadt herumgelaufen. Schlaflosigkeit und Trübsal lassen sich besser laufend ertragen, wenn die eigenen vier Wände zu eng werden.

  15. Poupou meint:

    @Sabine: in größeren Groessen bin ich bei Decathlon und Landsend fündig geworden (Merino und Seidenjersey).

    LG
    Poupou

  16. Marlies meint:

    Hallo
    Haben Sie Erfahrung mit UNIQLO?
    Schönes Wochenende

  17. Simone meint:

    Auch ich bin bekennende Unterhemdenträgerin und halte es wie @Alexandra: schlichte Tops aus Baumwolle zum drunterziehen und bei kälterem Wetter immer mehrere Lagen. Die wenigen Tage im Jahr ohne Unterhemd (und ohne Halstuch/ Schal) kann ich an den Fingern abzählen. Was mir gerade beim Schreiben auffällt: ich bin wohl eine Frostbeule.

  18. Sophie meint:

    Hier auch Team Unterhemd, gerne Dilling, die sind lang genug. Die “Exklusive” Merinowolle ist dort tatsächlich sehr glatt und für mich nicht kratzig .

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