Journal Montag, 16. Januar 2023 – Ich werde ein Mensch mit Wohnungsdekomeinung

Dienstag, 17. Januar 2023 um 6:04

Am Morgen war immer noch kein Internetzugang da. Herr Kaltmamsell telefonierte mit unserem Provider (keine größere Störung, Technik-Support ab 9 Uhr verfügbar), ich schaffte es nach mehreren Anläufen, über iPhone-Hotspot online zu kommen – noch ein Glück, denn auf Reisen hatte ich das mehrfach vergeblich versucht: Auch nach Freischaltung am Smartphone tauchte es einfach nicht als verfügbares WLAN auf; diesmal dann dann doch nach Aus- und Einschalten aller möglichen Einstellungen.

Fußweg in die Arbeit unter sattblauem und wolkenlosen Himmel kurz vor Sonnenaufgang, das war sehr schön.

In der Arbeit Arbeit. Mittags ging ich kurz raus, um in einem Paketshop ein Päckchen aufzugeben. Der Sonnenschein wärmte meine strumpfbehosten Waden.

Mittagessen: Karottensalat mit Koriander (das Crispy Chilli rülpserte noch angenehm nach), Banane.

Herr Kaltmamsell konnte keine Wiederherstellung des heimischen Internets vermelden – der Ärmste, war er doch schon am Vorabend in eine schlimme Identitätskrise gestürzt, weil er seiner Frau NICHT! MAL! INTERNET! bieten konnte.

Nach Feierabend direkter Heimweg, es war nichts einzukaufen. Und dann begrüßte mich zuhause Herr Kaltmamsell mit der Information, seit 17:22 Uhr hätten wir wieder Internet, unbekannte Gründe. Sehr schön, also konnte ich meine geplante Folge Yoga streamen. Sie war angenehm.

Im Alter scheine ich ja ein Mensch mit Ansprüchen an Einrichtungsästhetik zu werden. Niemand ist davon überraschter als ich (na gut, vielleicht Herr Kaltmamsell). Und so hatte ich im Vorbeigehen an einer arabischen Metzgerei in der Landwehrstraße diese tiefe Servierplatte im Fenster nicht nur wahrgenommen: Ich empfand großes Gefallen. Ein paar Tage später nutzte ich ein weiteres Vorbeigehen zu Geschäftszeiten für einen Kauf. Auf dem Esstisch stand sie eigentlich nur nach dem Reinigen, damit ich sie bei Gelegenheit in den Geschirrschrank räumen konnte.

Doch jetzt gefällt mir ihr Anblick so gut (die Proportionen, die Farben, die Plastizität des Farbauftrags in der Mitte), dass ich sie dort stehen lasse. Und mich immer wieder daran freue. (13,99 Euro, wohl typisch tunesisch/marokkanisch? Ich nenne den Stil einfach mal Landwehrstraßen-folkloristisch.)

Herr Kaltmamsell hatte aus den ersten nachgereiften Crowdfarming-Avocados seine famose Guacamole zubereitet (die mich für alle in der Gastro verdorben hat). Die gab es ohne nix als Vorspeise. Dann das restliche Rehragout vom Sonntagabend mit Papardelle, eine wunderbare Kombi. Nachtisch Schokolade.

Zum Eisen gegen eingerissene Mundwinkel: Schon nach zwei Dosen glaubte ich eine Verbesserung zu spüren; nach weiteren drei bin ich sicher, dass die Mundwinkel geheilt sind. Ich nehme die Eisentabletten jetzt mal zwei Wochen weiter (immer beim Aufwachen zum nächtlichen Klogang, weil ich nur dann den mehrstündigen Abstand zu Aufnahme-hemmenden Nahrungsmitteln garantieren kann; das optimierende Vitamin C ist in diesem Präparat bereits enthalten). Gravierender Eisenmangel wurde bei mir trotz Ernährung mit Fleisch, Nüssen, Hülsenfrüchten immer wieder diagnostiziert, deshalb hatte der Verdacht nahegelegen.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Montag, 16. Januar 2023 – Ich werde ein Mensch mit Wohnungsdekomeinung“

  1. lihabiboun meint:

    Liebe verehrte Kaltmamsell, darf man wissen, wie Herr Kaltmamsell seine Spezialguacamole herstellt? Die arabische Platte ist übrigens klasse!

  2. Herr Kaltmamsell meint:

    Wenn ich antworten darf: Auf zwei Avocados eine Tomate und eine halbe Zwiebel fein hacken (Menge aber meist nach Gefühl). Mit einer Gabel vermatschen. Mehr Salz, als man meint, aber nicht zu viel; Zitronensaft. Gewürzt mit: etwas Kreuzkümmel und Oregano, vielleicht noch etwas Tabasco. Auf keinen Fall Knoblauch oder Sauerrahm.

  3. Susann meint:

    “Mehr Salz, als man meint, aber nicht zu viel” – das ist eine Angabe, mit der ich etwas anfangen kann, selbes Prinzip wie bei Brotteig oder Gulasch. :-)

  4. Sandra meint:

    Ich dachte, wenn er schon kein Internet bieten kann, gibt es Linsen.

    Solches Geschirr habe ich schon in NRW und Hessen erstanden. Bei uns steht unten drauf, dass sie aus Tunesien kommen. Es gibt tolle kleine Dip-Schälchen, die mit einem Gewürz kombiniert immer ein tolles kleines Gastgeschenk sind.

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