Journal Dienstag, 21. November 2023 – Rückkehr zu Routine

Mittwoch, 22. November 2023 um 6:30

Erste Nacht unterm winterlichen Federbett, das sperrangelweit offene Fenster war kein Problem.

Rückkehr zur Morgenroutine inklusive Bank- und Seitstütz. Meine Zeitung musste ich wieder suchen: In den vergangenen Wochen liegt sie mal vor der Wohnungstür oder vor den Briefkästen, mal irgendwo im Flur auf dem Wohn-Stockwerk oder im Briefkasten, gestern war sie vor die Haustür geworfen worden, die Einzelteile großflächig verstreut. Aber hey! Sie war da.

Unter dunkeldüsterem Himmel und in kühler Luft in die Arbeit, Taschenregenschirm im Anschlag. Ich brauchte ihn vorerst nicht.

Vielfältige Emisgkeit im Büro, aber Zeit für einen Mittagscappuccino bei Nachbars. Gute Nachrichten: Seit etwa einer Woche ist es im Büro zimmerwarm, ich benötige keine zusätzlichen Jacken.

Mittagessen war zum einen eine Scheibe Brot (ihr müsst mir wirklich mal genauer erklären, was an dem Brot von Julius Brantner so Heißer-Scheiß-gut sein soll: Auch der Hauslaib ist deutlich zu sauer, die sehr dunkle Krume deutet auf Färbe-Nachhilfe hin, die ganzen Getreidekörner darin beißen sich steinhart und hätten vor dem Backen ein paar Stunden Einweichen in Wasser vertragen), zum anderen Granatapfel und Mango mit Joghurt.

Weiter geschäftiger Nachmittag, an dessen Ende es immer wieder heftig regnete. Als ich mich auf den Heimweg machte, erwischte ich eine Regenpause. Einkäufe beim Lidl, vor allem Weihnachtssüßigkeiten, auf dem letzten Stück vor Zuhause brauchte ich dann doch noch meinen Schirm.

Auf die nächste Folge Yoga-Gymnastik freute ich mich: Ich hatte sie im Schnelldurchlauf gecheckt und keine Laberphasen entdeckt. Sie war dann auch sportlich und fordernd.

Herr Kaltmamsell servierte zum Nachtmahl den Lauch aus Ernteanteil als Lauch-Käse-Suppe mit Hackfleisch, sehr sättigend. Zum Nachtisch reichlich Weihnachtssüßigkeiten.

Ich versuchte vergeblich, Zugtickets in die Schweiz für eine Abend-Einladung in zwei Wochen zu besorgen, die Deutsche Bahn verweigerte den Online-Verkauf: “Es tut uns leid, wir können die von Ihnen gewählte Verbindung online nicht verkaufen.” (Auch alternative Zeiten nicht.) Das bedeutet einen Ausflug am Mittwoch nach Feierabend zum auf Jahre provisorischen Münchner Hauptbahnhof, ich bin gespannt, welchen Grund der erzwungene Offline-Verkauf hat.

§

Wichtige Hinweise von Nele Pollatschek gestern in der Süddeutschen (€):
“Freunde, das ist schmutzig”.

Antisemitismus ist keine Spezialität einiger Antisemiten. Er kann jedem passieren.

(…)

Eines der größten Probleme im Umgang mit Antisemitismus liegt darin, diese beiden Aussagen zu verwechseln. Sobald es um Antisemitismus geht – oder um Sexismus, Rassismus, die meisten Arten diskriminatorischen Verhaltens -, verlernen kompetente Diskursteilnehmer plötzlich den Unterschied zwischen “Du hast x getan” und “Du bist x”, zwischen einer Tat und einer Persönlichkeit.

(…)

Wahre Sätze sind wahr, unabhängig davon, wer sie spricht.

Falsche Sätze sind falsch, auch wenn sie von einem Genie gesagt werden.

Antisemitische Petitionen sind antisemitisch, egal wer sie unterschreibt.

§

“Auch Delfine haben schwulen Sex”.

Es ist längst bekannt, dass auch Tiere gleichgeschlechtlichen Sex haben. Eine neue Studie zeigt jetzt, wie weit verbreitet er in der Tierwelt ist.

Wofür auch weiterhin jeglicher Nachweis in der Tierwelt fehlt: Diskriminierung homosexueller Partnerschaften.

§

Musik!

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https://youtu.be/zZQh4IL7unM?feature=shared

via @sauer_lauwarm

die Kaltmamsell

8 Kommentare zu „Journal Dienstag, 21. November 2023 – Rückkehr zu Routine“

  1. Christine meint:

    Verrückte Idee: Aber haben Sie schon versucht über die SBB die Tickets online zu erwerben und nicht über die DB? Manchmal sind die Tickets dann sogar günstiger. Viel Erfolg!

  2. Poupou meint:

    Meine Erfahrung mit den Internationalen Tickets bei DB ist: es muss da irgendein Zeitfenster geben, wann die DB solche Tickets verkauft. Manchmal geht es nämlich durchaus. Wenn man die identische Abfrage immer wieder mal startet, kann es gut sein, dass es ein paar Tage später dann plötzlich geht und man alles so buchen kann, wie man es möchte. Ich konnte leider die entscheidenden Parameter noch nicht durchschauen.
    SBB ist leider auch nicht immer eine Alternative, möglicherweise aus denselben Gründen, auch dort ist nicht jede internationale Verbindung jederzeit tatsächlich buchbar.

  3. Kochschlampe meint:

    Interessant. Bei der SBB kann ich internationale Tickets nicht in der App kaufen, auf der Website aber normalerweise problemlos. Wie oben schon erwähnt: am einfachsten einmal den Versuch über die Website der SBB machen für das Zugbuchen. (Das eine Mal, wo es nicht ging, habe ich den Zug dann ganz oldschool per Telefon gebucht und hatte das Ticket am nächsten Tag im Postkasten).

  4. Nathalie meint:

    Ich fasse mal meine Erfahrungen mit Julius Brantner zusammen: Marketing ist alles (und meine selbstgebackenen Brote sind besser).

  5. Thea meint:

    Zwar kenne ich Nathalies Brot nicht, wohl aber ihren Blog. Ich bin ganz sicher, dass ihr Brot besser ist
    Ich habe mich sehr über die Kurzkritik der Kaltmamsell amüsiert, weil auch ich immer mehr über handwerkliches Bio-Brot aus allerlei Manufakturen maulen muss.

  6. Karine meint:

    Jetzt muss ich auch was zum Brantner Brot sagen. Habe folgende Antwort wg Farbe bekommen: die kommt von Zugabe von Altbrot, was ich ökologisch wie ökonomisch für gut befinde. Über Geschmack kann man nicht streiten. Ich backe mein Brot auch selbst, habe das schon professionell gemacht. Das Brantnerbrot ist das einzig gekaufte zwischendurch.Ih lese gerne hier, es war mein Heimwehblog für viele Jahre im Ausland. Jetzt bin ich wieder hier uns lese immer noch hier. Der tolle Bericht vom Botanischen Garten hat mich zu einen wunderbaren Besuch am Montag inspiriert. Danke für die viele Arbeit an dem blog.

  7. Hauptschulblues meint:

    Zu Brantner kann ich Frau Kaltmamsell nur zustimmen.

  8. Kathrin meint:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über die “Supersparpreis Bahn Schweiz” Google Suche, bei der Bahn auf der Seite mit den günstigen Bahntickets landet. Man muss dabei manchmal etwas spielen, weil es nicht für alle Orte in der Schweiz diese günstigen Tickets gibt. Man kann sechs Monate im Voraus buchen und ich habe auf diese Art und Weise eine Bahnfahrt aus Süddeutschland nach Lugano für weniger als 40€ gebucht und konnte sogar noch meine Tochter und ihre Freundinnen umsonst mitnehmen, da alle unter 15 Jahre alt sind.

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