Journal Sonntag, 14. April 2024 – Sommersonntagserholung

Montag, 15. April 2024 um 6:21

Mit herabgelassenem Rollladen schlief ich gut bis nach sieben.

Blick aus Obergeschoss auf Park und modernen Kirchturm, sonnenbeschienen.

Gemütliches und ausgiebiges Bloggen mit Milchkaffee, Wasser, Tee. Am späteren Vormittag machte ich mich fertig für einen Isarlauf, entschied mich wieder für die Strecke ab Thalkirchen nach Süden: Durch den nördlichen Englischen Garten war mir die Passierbarkeit des Abschnitts bei Unterföhring zu unsicher.

Es waren sehr viel Menschen auf Fahrrädern unterwegs. Wirklich verunsichernd wirkten auf mich lediglich die vielköpfigen Familienrotten, in denen ganz kleine Kinder auf Spielzeugradeln eierten, die in keiner Hinsicht verkehrstüchtig schienen, das Anfängertum der Kinder bestätigt durch die anfeuernden Rufe der Erwachsenen: “Guuuut machst du das!” Niemand in diesen Gruppen kümmerte sich um andere Verkehrsteilnehmende, gab gar Richtungssignale – ich fühlte mich höchst unwohl beim Überholen oder wenn sie mir entgegen kamen. (Gestern zumindest nur auf Fahrradwegen, ich habe solche Konstellationen durchaus schon auf belebten Kreuzungen gesehen.)

Das Fahrrad ließ ich wieder am Tierpark stehen und lief exakt dieselbe Strecke wie vor einer Woche, in den sieben Tagen waren spürbar mehr Schatten spendende Blätter gewachsen.

Fußweg zwischen sonnenbeschienen Bäumen

Fußweg zwischen FLuss und sonnenbeschienen Bäumen

Zwei FLussarme von oben, dazwischen ein Weg, der auf ein Schleusenhäuschen zuführt.

Blick von der Großhesseloher Brücke nach Süden.

Fußweg zwischen Bäumen

Holzbank im Wald, auf der Betonseite ein schwarzer Tag

Technikhäuschen mit buntem Graffiti bemalt, links fährt ein radelnder Mensch vorbei

Ein schöner Lauf: Es war nur warm mit ständiger angenehmer Brise, der Körper spielte gut mit (15 Minuten weniger wären besser gewesen), es duftete nach Frühling. Auch das Rückradeln genoss ich, zwang mich zu äußerst defensivem Fahren unter den vielen Radelnden, von denen manche Nebeneinanderradeln mit fröhlichem Ratschen für eine gute Idee hielten.

Frühstück um zwei auf dem Balkon (!): Selbstgebackenes Brot vom Vortag mit Butter und Honig, Orangen. Das schöne an Fresskoma am Sonntag: Siesta!

Danach nach Wochen der Disziplin selbige doch fahren lassen und zwei Sommerkleider bei Boden bestellt. Nein, brauchen tue ich sie nicht, zudem weiß ich doch, wie selten ich Sommerkleider dann tatsächlich tragen kann. Doch sie müssen ja auch erstmal passen. Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, dass das britische Unternehmen wohl eine Tochter in den Niederlanden gegründet hat, wahrscheinlich um mit EU-Staaten nach dem Brexit einfacher Handel zu treiben.

Bügeln vor der offenen Balkontür mit dem Podcast Hopeful News mit Nicole Diekmann, die Folge mit Aurel Mertz interessierte mich. War dann auch recht kurzweilig: Aus jedem Tag der Vorwoche pickt Nicole Diekmann eine Nachricht, die Hoffnung macht, und bespricht sie mit ihrem Studiogast.

Lesen auf dem Balkon – ich stellte anhand meiner schwarzen Tastatur und des Bildschirms schnell fest, wie viel Blütenstaub gerade so unterwegs ist. Blaumeise beobachtet, die johlend (auf Meisisch) ein wildes Vollbad in der Wasserschüssel auf dem Balkonsims nahm.

Weiterhin Muskelzucken im linken Unterarm (Anconeus?), das mich in den Wahnsinn treiben will. Dann doch mal “Tremor” gegooglet: Nee.

Herr Kaltmamsell hatte den Nachmittag bei seinen Eltern bei Augsburg verbracht, kam jetzt heim, um sofort die Zubereitung des Nachtmahls anzupacken: Das Weißkraut aus Ernteanteil wurde Krautstrudel mit Mürbteig.

Glasteller auf grünem Set, darauf von neun Uhr: Zucchinischeiben, ein Stück Krautstrudel, weiße Sauce, rote Sauce.

Serviert mit Kräuterrahm, eingelegten Zucchini aus dem Kartoffelkombinat (sehr raffiniert gewürzt), Ajvar. Nachtisch Schokolade.

In der letzten Dämmerung hielt ich auf dem Balkon Ausschau nach Fledermäusen, wurde sehr bald mit dem Anblick der ersten der Saison belohnt.

Ich fühlte mich richtig ausgeruht und alert, das war ein schönes Wochenende.

§

Derzeit wird über die strafrechtliche Regelung von Abtreibung in Deutschland diskutiert, und ich bin sehr froh darüber: Meiner Ansicht nach war es viel zu lang still um dieses Thema.

Lesenwerte Gedanken zu unterdiskutierten Aspekten hat Antje Schrupp aufgeschrieben, und zwar zu einer für viele Kernfrage:
“Was ist mit dem Ungeborenen?”

§

Ich finde ja geradezu lustig, dass Computer ziemlich lange eine typische Frauensache waren, weil halt unwichtiges operatives Kleinzeugs (siehe die Geschichte meiner Schwiegermutter in den 1960ern). Und sobald sie wichtig wurden, selbstverständlich schon immer typisch Männersache.

Vielleicht mögen Sie die Geschichte von Lore Harp MacGovern aus den 1970ern nachlesen?
“She Built a Microcomputer Empire From Her Suburban Home”.

This is the story of Lore Harp McGovern, founder of Vector Graphic. With her friend Carole Ely, she launched a multimillion-dollar computer company from her suburban home and became one of the most important founders of the microcomputer age.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Sonntag, 14. April 2024 – Sommersonntagserholung“

  1. julisonne meint:

    Danke für die tollen links!

  2. Judith meint:

    Zum Thema „wenn es wichtig wird, war es auf einmal schon immer Männersache“ habe ich jüngst ein sehr gutes Buch gelesen, das ich gerne empfehle (Leonie Schöler: beklaute Frauen).
    Danke für das schöne Blog, ich lese es täglich mit großer Freude!

  3. Flusskiesel meint:

    “Krautstrudel mit Mürbteig” hört sich ja phantastisch an! Gibt es dazu irgendwo ein empfehlenswertes Rezept?

  4. die Kaltmamsell meint:

    Unseres, Flusskiesel, ist aus Katharina Seisers Österreich vegetarisch, hier hat es jemand ins Internet gestellt:
    https://elyfoody.wordpress.com/2013/02/19/krautstrudel/

  5. Flusskiesel meint:

    Super! Vielen Dank!

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