Journal Montag, 5. Januar 2026 – #WMDEDGT
Dienstag, 6. Januar 2026 um 8:09An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” und sammelt unter #WMDEDGT die Antworten aus Tagebuchblogs, diesmal hier. Letzter Urlaubstag, ich mache mit.
Seltsame Nacht, in der meine Nasenschleimhäute wieder unerklärlich so stark anschwollen, dass ich mit Nasenspray gegenhalten musste. Aber ausgeschlafen, ich wurde mit dem 7-Uhr-Läuten wach.
Es tagte zu eisigem Hochnebel, mittlerweile der Basso continuo dieses Winters in München. Guter Milchkaffee, ausgiebiges Bloggen.
Vor meinem Isarlauf sandelte ich absichtlich mit Internetlesen rum, um der frostigen Luft Gelegenheit zu dem einen oder anderen Grad nach oben zu geben.
Diesmal lief ich ab Haustür über Alten Südfriedhof nach Süden, stellte mir brav einen Timer, um die Runde nicht wieder zu lang werden zu lassen. Zu sehen gab es wenig im fahlen Winterlicht unter Wolken und auf wenig zusammengetretenem Schnee, zweimal hörte ich Eichelhäherkreischen. Aber ich lief gut und leicht, es war nicht zu kalt mit den paar Grad unter Null. Südlich von Thalkirchen fröstelte ich dann aber, das hatte ich noch nie: Ich legte ein wenig Tempo zu.
Grabstein von Max Rottmanner, Juwelier, an dem ich bereits x-mal vorbeigegangen sein muss, der mir erst diesmal auffiel (oder: warum ich den Alten Südfriedhof so liebe, Folge 776). Ich habe ein Foto von 1905 seines Juweliergeschäfts in der Theatinerstraße gefunden, in einem Auktionskatalog ein von ihm gearbeitetes Collier. Von Alfred Rottmanner (den Lebensdaten nach der Sohn) sieht man hier ein paar Werke, auf ebay steht eines sogar gerade zum Verkauf. Zu Pauline finde ich (auf die Schnelle) leider nichts.
Nach dem Umdrehen hinter Thalkirchen drückte meine Blase – nicht superdringend, aber ich wusste, dass mein Rückweg ohne entspannter sein würde und steuerte das Klohäusl bei Maria Einsiedel an, das mir schon ein paarmal genützt hatte. Doch das war außer Betrieb, wurde der Rückweg halt unentspannt.
Daheim warf ich meine Laufkleidung in die Waschmaschine, die damit voll genug für eine Ladung Dunkles war und die ich einschaltete.
Frühstück kurz nach eins: Apfel, Hüttenkäse, Brotrest. Ich zog los auf eine Lebensmittel-Einkaufsrunde – und schaffte es, das Wichtigste auf der Einkaufsliste zu vergessen: Milch. Doch Herr Kaltmamsell musste eh nochmal raus unter anderem zur Reinigung, er erledigte das Milchholen. (Dabei heißt unsere Einkaufs-App doch RTM für Remember the milk!)
Noch eine Winterbeschwerlichkeit (neben der langen Zeit, die vor jedem Verlassen des Hauses das Ankleiden zur Kälte-Abwehr erfordert): Auch wenn ich beim Heimkommen die Schuhe/Stiefel immer sofort hinter der Wohnungstür ausziehe und auf einem Tuch abstelle, kugelt durch die ganze Wohnung Rollsplitt übers Parkett, dem ich aufsammelnd hinterherrenne.
Weitere Häuslichkeit: Ich putzte ein wenig Bad, unsere Putzherren kommen erst in einer Woche wieder.
Gemütlicher Nachmittag unter anderem mit Lesen, Zeitung und Internet, außerdem bestellte ich ein Kistlein von dem Wein, der mich im Berliner Restaurant MaMi’s so begeistert hatte. Auf instagram bekomme ich bereits jetzt Anfang Januar erste Werbung für Sommerkleidung eingespielt (Lebkuchen im September Dreck dagegen): Die Hersteller behalten das mit dem Gummizug in der Taille, früher “Comfort-Bund” genannt, offensichtlich bei. Soweit bin ich noch nicht.
Gestern durfte ich die Zubereitung des Abendessens übernehmen (Herr Kaltmamsell hatte heftig zu arbeiten): Ich hatte mir Kürbis-Lasagne gewünscht, und statt wie sonst das gewünschte Gericht abends einfach serviert zu bekommen, kochte ich selbst. Als Zeichen von Urlaubsentspannung sehe ich, dass mir das Kochen richtig Spaß machte und ich dabei gelassen war.
Puh, ich kann es noch. UND! Ich servierte pünktlich um die vereinbarten halb acht. Schmeckte dann auch sehr gut. Nachtisch Schokolade.
Wir ließen auf arte Die Dinge des Lebens von 1970 laufen, aus Allgemeinbildungsgründen. Die rauchen in dem Film wirklich so viel, wie es in Mad Men völlig übertrieben wirkt.
Was ihn für mich zu einem typischen französischen Liebesfilm machte: Das Drehbuch versucht in keiner Weise zu erzählen, was das Liebespaar zueinander hinzieht. Oder genauer: Was den Mann für die Frau anziehend macht, denn umgekehrt reicht offensichtlich wie immer, dass sie wunderschön ist (und jung), woraufhin er sie umwirbt, bis sie überzeugt ist / sich ergibt. Dieser Mechanismus befremdet mich.
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Deutschlandfunk-Redakteurin Ann-Kathrin Büüsker legt ihre Analyse des US-Angriffs auf Venezuela dar – nach der es nur indirekt um Ölreserven, sondern direkt um Klimapolitik geht.
“Venezuelas Öl und die ‘Donroe’-Doktrin”.
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