Journal Aschermittwoch, 18. Februar 2026 – Arbeitseinstieg mit Kampf
Donnerstag, 19. Februar 2026 um 6:38Ein bisschen später losgekommen als sonst (Bett abgezogen, Waschmaschine gfüllt und angeschaltet, das Aufhängen übernahm Herr Kaltmamsell mit seinen Faschingsferien) – und länger gebraucht als sonst, weil es auf dem leicht angeschneiten, knackig frostigen Weg in der Morgensonne so viele interessante Anblicke gab.
(Schon Mark Rothko, oder?) Außerdem war es scheißglatt.
Im Büro verschärfter Kampf mit Outlook, und zwar beim Versuch, eine Kalender-Einladung an sechs Personen zu schicken.
– Einmal gesamter Verteiler beim Senden gelöscht.
– Einmal ging die Einladung nur an eine namensähnliche Kollegin (zum Glück intern, zum Glück fragte sie verdutzt nach).
– Nach dem dritten Versuch (mit Screenshot vor Absenden wie bereits bei Versuch 2) hakte ich bei den Eingeladenen nach (Internet like 2001, second screen Telefon: “Ich hab Ihnen gerade eine E-Mail geschickt, ist die angekommen?”)
Aber um mal wieder (WIE IMMER) das Positive abzuleiten: Assistenzen wie ich werden noch lang nicht durch Algorithmen ersetzbar sein, wenn sie neben ihrem eigentlichen Job immer genauer prüfen müssen, ob die technischen Systeme gerade Mist bauen.
Blöderweise schubste mich diese Verunsicherung plus eine weitere spontane Heikelkeit derart aus der Bahn (wichtige Einladung, wichtige Leute), dass ich lange brauchte, um mich zu beruhigen und konzentriert weiterzuarbeiten. Zur üblichen Zeit meines Mittagscappuccinos hatte ich einen Termin, mit meiner Hibbeligkeit hätte mir Koffein eh nicht gut getan. Statt dessen nutzte ich die Mittagszeit für einen ausgedehnten Marsch um mehrere Blöcke.
Als Mittagessen gab es vorgeschnittene Orangen (das wird wohl erstmal so bleiben) sowie Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.
Emsiger Arbeitsnachmittag, zum Glück nervenschonender als der Morgen.
Nach Feierabend fuhr ich mit der U-Bahn zu Espressokauf im Caffe Fausto an den Candidplatz. Zurück am Sendlinger Tor weitere Lebensmitteleinkäufe. Dadurch war es schon fast sieben, als ich daheim ankam: Ich ließ Yoga aus, machte mich an Bettüberziehen und Brotzeitvorbereitung.
Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aushäusig mit Freunden, hatte aber nachmittags den Ernteanteil-Lauch zum Favoriten Lauch-Bohnen-Romesco verarbeitet, und zwar mit Riesenbohnen, die wir im Wiener polnischen Supermarkt gekauft hatten. Schmeckte ausgesprochen super.
Dieses Jahr fallen der Beginn der christlichen Fastenzeit und der Beginn von Ramadan zusammen – finde ich sehr charmant.
Abendunterhaltung: Der Fernsehfilm Damen, von dem ich in der Süddeutschen Gutes gelesen hatte, hier in der Mediathek.
So viele schöne München-Bilder im Frühsommer! (Unter anderem aus dem Volkstheater.) Hinreißende Hauptdarstellerin Salka Weber, sehr beeindruckt war ich auch von Mai-Phuong Kollath, und ich mochte die Geschichten von Freundschaft und Familie in einer fast schon realistischen Buntheit und ohne viel Action.
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Dass bei Kindern und Jugendlichen “Social Media” alles dasselbe ist und nicht Austausch/Information/Konsum/Kreativität/Vernetzung/Unterhaltung – wie halt bei Erwachsenen auch, kann ich mir nicht vorstellen. Nur dass ein Internet-Endgerät im Spiel ist, reicht mir nicht als Definition. Medienwissenschaftlerin Ulla Autenrieth differenziert, deshalb gefällt mit dieses Interview mit ihr.
“Mit Verboten werden Jugendliche zum Schweigen gebracht”.
Inklusive einem Argument gegen Alarmismus, das meiner Ansicht nach zu wenig beachtet wird: Alarm ist laut und bekommt dadurch mehr Aufmerksamkeit – auch kommerzielle.
Gibt es denn einen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und dem Wohlbefinden von Kindern? Als Laiin stelle ich mir vor: je länger, desto schlechter.
Auch hier muss man sagen: Es kommt eben sehr darauf an. Was wird denn während der Bildschirmzeit gemacht? Fernsehen, in der App lernen, mit Freunden chatten: Was zählt da alles dazu? Je mehr soziale Interaktion, je mehr Kreativität in etwas steckt, desto positiver ist es letztlich. Wenn ich mir Tag und Nacht negative Dinge anschaue, hat es natürlich einen negativen Effekt.Der amerikanische Moralpsychologe Jonathan Haidt behauptet in seinem Bestseller «Generation Angst», Social Media mache junge Menschen psychisch krank. Haben Sie als Medienwissenschaftlerin sein Buch gelesen?
Oh ja. Von Anfang bis Ende.Wie schätzen Sie als Expertin es ein?
Haidt greift Ängste auf, die viele Eltern teilen, und präsentiert diese in einer sehr zugespitzten Weise. Dabei muss man beachten, dass er Bücher schreibt, um Bestseller zu landen. Haidt lehrt an einer Business School. Das Konzept des Buches erinnert mich an die Bücher von Manfred Spitzer, der mit seinen Thesen ja auch immer sehr präsent ist. Diese Autoren greifen Ängste auf und setzen das Ganze sehr schlagwortartig und marktorientiert um. Die Thesen finden viel Anklang, weil sie Themen und Herausforderungen aufgreifen, die im Raum stehen.
(Außerdem wird Kathrin Passig darin zitiert <3)
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Der am breitesten getanzte Volkstanz Spaniens? Nein, ganz sicher nicht Flamenco, den tanzt die Minderheit der Gitanes. Es ist die Jota!
Hier eine ganze Plaza in Zaragoza voll Tänzer*innen (Charity-Aktion zum Tag des Kinderkrebses) – sähe in Tracht noch schöner aus, aber die haben natürlich nur wenige (es gibt ja keine Schwundstufe für sowas wie Oktoberfest).
1 Kommentar zu „Journal Aschermittwoch, 18. Februar 2026 – Arbeitseinstieg mit Kampf“
Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)
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19. Februar 2026 um 12:25
Was für ein schöner Tanz! Und alle können ihn :). Und ich wusste bisher nichts davon, danke.
Ich hab man einen ähnlichen gesehen im Baskenland, allerdings auf der französischen Seite.
https://fb.watch/FmH5qt_6PU/