Journal Donnerstag, 14. Mai 2026 – Berlin 1: Anreise an Christi Himmelfahrt

Freitag, 15. Mai 2026 um 8:06

Ich hatte mir trotz Feiertag den Wecker gestellt, um alle Vorhaben vor der mittäglichen Abreise nach Berlin unterzubringen, der Schlaf davor war eher unruhig gewesen und dreimal (!) von Waden-/Fußkrämpfen unterbrochen.

TOP 1:1 Pflanzengießen, Bloggen, Kofferinhalt rauslegen.

Hier war bereits die Entscheidung gefallen, keine Lauf-Ausstattung mitzunehmen, sondern lediglich Schwimmzeug.

TOP 2: Laufrunde ab Haustür über Alten Südfriedhof an die Isar und dort nach Süden. Es war so kühl, dass ich zu den Lauf-Caprihosen meinen Sport-Hoodie trug, das passte. Gegen mögliche Regenschauer setzte ich die Schirmmütze auf, benötigte ihre Dienste aber nur ganz kurz auf der Brücke Maria Einsiedel. Der Körper spielte gut mit, das Wetter machte einen auf England mit vielen Wechseln der Himmelsfarben und Stimmung.

Große Freude, als ich um die Wittelsbacherbrücke endlich Schwalben sah. Über der Thalkirchner Brücke flogen dann Schwalben und Mauersegler gemischt in Schwärmen.

Angeber-Raps

Weißdorn-Pracht

Südlich von Hellabrunn. Es ist SO! SCHÖN!, dass alles wieder grün ist und die kahle, fahle Zeit hinter uns liegt.

Kurzer Regenduscher über Thalkirchen.

Gefolgt von Sonne.

TOP 3: Kofferpacken, Marsch zum ehemaligen Hauptbahnhof, Besteigen des ICE-Sprinters nach Berlin.

Beim Starbucks holte ich mir heiße Milch mit Milchschaum: Der erste Schluck auf meinem Sitz im ICE verriet bereits, dass es der bestellte und bezahlte Extra-Shot Espresso nicht in den kleinen „Cappuccino“ geschafft hatte, der ihn erst zu einem erkennbar solchen machen würde. Große Enttäuschung, denn auf diesen Cappuccino hatte ich mich gezielt gefreut.

Ich hatte – möglicherweise zum ersten Mal – einen Platz ganz hinten im letzten Wagen, also den ersten am Bahnsteig. Wohin offenbar ohne Reservierung schwer zu finden war: Trotz zahlreicher Durchsagen mit Bitten um Verräumen von Handgepäck, weil es so voll sei, blieb ein Drittel der Sitze in diesem Wagen leer. Dennoch stellte ich bei jedem Halt meine Tasche vom leeren Nebensitz auf den Boden vor mir, für alle Fälle: So gern ich einen leeren Nebensitz mag, erinnere ich mich noch stärker an dringende Sitzplatzsuchen und die Erleichterung beim Finden.

Winken nach Ingolstadt. Auch diese Ansicht hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

In Sachsen-Anhalt bekam ich ordentlich Raps zu sehen.

Ich las erstmal liegengebliebene Zeitungsteile auf, dann Mastodon-Timeline seit Vortag.
Mittagessen kurz vor zwei: Apfel, Birne, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. Unterwegs Festklopfen meiner Verabredung für Samstag, sie wurde ein Museumsbesuch mit anschließendem KaffeeundKuchen.

Merkwürdiges Gefühl: Der ICE war durchgehend und störungsfrei auf die Minute pünktlich. Ich fürchte, das werde ich mit irgendeiner anderen Reisekatastrophe bezahlen müssen. (Echt kein Unken, wie so viele Bahnfahrende empfinde ich mittlerweile bereits Verspätungen bis zehn Minuten als pünktlich.) Doch wenn es so läuft, ist die Bahn als Reisemittel unschlagbar.

In Berlin hatte ich ja ein überraschend günstiges Ferien-Appartment gebucht (sehr klein, aber Hauptsache Kochgelegenheit), dafür brauchte ich ein paar Lebensmittel. Recherchen hatten ergeben, dass die Supermärkte um meine Unterkunft den gestrigen Feiertag einhielten, ich sah mich auf den Rewe im Berliner Hauptbahnhof angewiesen. Und bekam einen rechten Schrecken, als davor eine Schlange stand: Der kleine Laden mit schmalen Gängen war überfüllt, Einkaufswillige wurden immer nur in Gruppen eingelassen, wenn ihn genügend Kundschaft verlassen hatte. Das ging aber zum Glück schnell, ich schnappte mir das Dringendste (u.a. Espresso!), auch an den Kassen wurde systematisch und wohlgeordnet schnell gearbeitet.

S-Bahn Richtung Osten (unterwegs Festklopfen meiner Tagesverabredung für Freitag, besonders aufregend), zehn Minuten rollkoffern (der Schirm in meiner Tasche als Talisman wirkte: kein Regentropfen, doch den großen Pfützen sah ich an, dass die Regenvorhersage eingetroffen war), problemloses Einchecken mit Menschenkontakt in mein Zimmer mit Kochnische.

Allerdings wünschte ich mir fürs Abendessen (mein Ferienwohnungsklassiker Nicht-Nudelsalat mit roter Paprika, Gurke, Joghurt) dann doch noch Geschmacksverstärkung (Majo? Senf?), recherchierte also Spätis in der Nähe. Um im angesteuerten von einem freundlichen Herrn zum Ostbahnhof geschickt zu werden, hier gebe es sowohl einen 7-Tage-Penny also auch -Rewe. Menschenauskunft schlug Google-Recherche, ich konnte gemütlich einkaufen.
Jetzt letztes Festklopfen der Freitagabend-Verabredung – auf einem SCHIFF!

Apartmenthaus

Ich hatte große Sehnsucht nach Gymnastik, turnte also nochmal die Pilates-Folge Gabi Fastners vom Dienstag, dafür hatte ich Reise-Yogamatte und Kleidung dabei. Ich brauchte dann doch mehr Platz als für Yoga, musste mich ein paar Mal für Übungen zwischen den Möbeln umarrangieren.

Abendessen also mit Senf UND Majo UND Cocktailtomaten aufgeppter Nicht-Nudelsalat, Nachtisch reichlich Schokolade.

Zimmerausblick – die Erklärung für den niedrigen Preis?

  1. Bis ich endlich begriffen hatte, dass das die Abkürzung von Tagesordnungspunkt ist! Jahrzehnte! []
die Kaltmamsell

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