Journal Donnerstag, 7. Mai 2026 – Ibu-Sorgen, Feierabend im Nash

Freitag, 8. Mai 2026 um 6:26

Klar sorge ich mich bei dem vielen Ibu um meine Magenschleimhaut, zumal mir vom Pantoprazol übel wurde und ich das nach wenigen Tagen erstmal wegließ. Größte Sorgen bereitet mir die Morgen-Ration Ibu, da ich ja nichts esse, was die Belastung der Magenschleimhaut abfedern würde. Also hielt ich es gestern für eine gute Idee, die Morgen-Ibu versuchsweise zu überspringen und die erste für nach dem Mittagessen zu planen.
Ja, nee.
Als ich bei Arbeitsbeginn kurz vor Einrollen auf dem Büroboden vor Schmerzen war (rechts oben, rechts unten, rechter Gaumen, rechte Gesichtshälfte), schob ich nach. Das half beglückend schnell.

Der Morgen war richtig kühl und eher grau mit fahlen Sonnenstrahlen, aber ich hatte nach dem Aufstehen vorm Wohnzimmerfenster bereits kurz einen Falken gesehen.

Vormittags fuhr ich für berufliche Einkäufe mit der U-Bahn in die Innenstadt – pragmatische Lösung eines bürkratischen Wirrwarrs. Die nicht ganz so direkt war wie gedacht, da das angesteuerte Geschäft nach Jahrzehnten plötzlich geschlossen hatte, ich stand vor einer Baustelle. Doch auch jetzt fiel mir eine Lösung ein. Sie führte mich unterm Stachus durch – und bescherte mir die Entdeckung von zwei funktionierenden Fotoautomaten am Gang zwischen Rischart und Ausgang Neuhauser Straße: Künftig gibt es wieder häufiger Beiträge zu meinem Langzeit-Projekt, wenn ich dafür nicht jedesmal zum Ostbahnhof muss.

Zurück fuhr ich ab Hauptbahnhof und sah auf dem Weg zum U-Bahnsteig zwei Mäuslein durchs Treppenhaus huschen. Was auch schön war: mehrere Stunden nahezu Schmerzfreiheit.

Ich hatte mir gerade einen Mittagscappuccino aus der Cafeteria geholt, als die seit Stunden dräuenden Wolken sich zu ein paar Regentropfen erbarmten. Aber halt nicht mehr.

Mittagessen Mango mit Sojajoghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Arbeitsnachmittag. Der Hauptschmerz war jetzt rechts oben einen Zahn weiter nach hinten gewandert.

Nicht zu später Feierabend, ich war zum Abendessen mit zwei ehemaligen Mitschülerinnen verabredet. Wir trafen uns im Café Nash am Jakobsplatz (das mir noch etwas schuldete, weil es nach dem anstrengenden Einsatz als Wahlhelferin geschlossen hatte).

Endlich das alkoholfreie Helle von Augustiner probiert (gut!), gutes Hummus gegessen, allerdings sehr schlimme Geschichten von aktuellen Lebensbelastungen gehört, u.a.: Wenn ein immer schon tyrannischer Vater im Greisenalter fast taub, fast blind, aber gleichbleibend bösartig ist, weiterhin die nur wenig jüngere pflegende Ehefrau ausbeutet und ans Haus fesselt. Bei mir lediglich ein weiteres Schmerz-Feature: Der neue Haupt-Schmerzzahn war berührungsempfindlich und fühlte sich an, als sei er drei Millimeter länger geworden – auch Kauen auf der Gegenseite ging nur sehr vorsichtig.

Doch wir erzählten einander auch schöne Dinge, und wir nahmen uns fest vor, dass dieses Jahr ein weiteres Treffen im Biergarten klappen wird.

Heimweg in kalter Luft, aber der Himmel hellte auf.

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Wir mögen Spinner und Spinnerinnen.

Dieser Spinner erzählt die Geschichte seiner Kamera:

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Mek wiederum serviert eine schöne Geschichte von Ineffizenz:
[Mi, 6.5.2026 – simplicity in prose, Ringbahn, Tiergartenquelle]
Der Kellner an der Ampel am Ende des Posts könnte direkt aus der Tante Jolesch stammen, dort allerdings mit irgendeiner Pointe: Hintergrundgeschichte, die das alles erklärt? Unfall des Kellners, alle Gäste treffen sich an seinem Krankenbett?

die Kaltmamsell

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