Journal Pfingstmontag, 25. Mai 2026 – Ereignislos entspannt
Dienstag, 26. Mai 2026 um 6:28Nach einer Nacht mit ein paar Lärmstörungen von draußen lange geschlafen. Einsatz für den ersten Balkonkaffee der Saison!
Aber auch übergangslos Alltag mit Hitzevorsorgemaßnahmen: Vormittags alle Außenfenster schließen, Sonnenlicht mit Rollläden aussperren, Fenster zum kühlen Innenhof auf Kipp.
Irgendwas verschattete mir das Gemüt, doch da ich keinerlei Ursache fand (nicht mal Aussicht auf Rückkehr in die Arbeit, die Woche müsste ruhig verlaufen), ignorierte ich das halt.
Sportplan des Tages: Schwimmen im Dantebad. Nicht allzu spät radelte ich los, mit Aussicht auf feiertagsruhigen Verkehr nahm ich die schöne Strecke über Nymphenburger Straße, Rotkreuzplatz, Gern. Das war schön, vertrieb die Schatten allerdings nicht. Diese Vertreibung schaffte dann die Schwimmrunde: Obwohl die Schlange an der Kasse sehr lang war, vor allem aus Familien bestand (ich passierte sie ungeschlangt dank meiner reichlich aufgeladenen Bäderkarte) und trotz rege beschwommener Bahnen war gedankenloses Durchziehen möglich – die meisten schwammen eh nur ein paar Bahnen.
Ich hängte 100 Meter an meine üblichen 3.000 dran, fühlte mich leicht und beschwingt. Nach kurzem Abbrausen, Abtrocknen, neuem Sonnencremen legte ich mich auf die bereits gut genutzte Liegewiese und hörte Musik.
Hamilton-Filter dank verschmierter Linse, automatische Anonymisierung, sehr praktisch. Ein Stündchen genoss ich die Sonne im leichten Wind, es war sogar weniger heiß als befürchtet.
Das Abendessen vom Sonntag lag mir immer noch quer im Bauch. Und es hatte aus so viel Brot bestanden (fast eine halbe Stange), dass ich keine Lust auf Frühstückssemmeln hatte. Also radelte ich direkt nach Hause, ausgebremst von durchgehend roten Ampeln (mit zwei Ausnahmen, genervt hatte ich irgendwann wieder zu zählen begonnen). Frühstück um zwei: Tomaten, Äpfel, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.
Nachmittag im angenehm temperierten Drinnen mit Wäschewaschen, Internetlesen (es hatten sich wieder reichlich Newsletter gesammelt) – und dann doch Wegwerfen der toten Efeutute.
Das Umtopfen samt Verkleinern des Wurzelballens hatte die Pflanze komplett ausgeknockt, meine Theorie: Die Wurzeln schafften es nicht mehr, die dicken Äste und riesigen Blätter zu versorgen. Die Beseitigung war eine rechte Sauerei, sehr viel tote Pflanze.
Im Topf ist noch ein einziges grünes Blatt übrig, jetzt hoffe ich darauf, dass sie der Neubeginn ist. (Hier ein Foto vom vorherigen Standort, hier eines nach Umtopfen/Umsiedeln vor sechs Wochen.)
Muttertelefonat (nur mittel beruhigend, aber Gelegenheit Berlin-Details zu erzählen, die im Blog nichts zu suchen haben), eine Runde Yoga, Brotzeitvorbereitung, zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell selbstgemachte Gnocchi aus der Gefriere mit Ernteanteil-Salbei in Butter, ganz wunderbar.
Fürs Dessert spazierten wir (mit vorgekühlten Schüsselchen und eigenen Löffeln) zum Nachbarschafts-Eisdieler. Für die Chronik: Preis der Kugel dort 2 Euro.
Zu meiner Erleichterung hatte die Luft bereits gegen acht deutlich abgekühlt und war nicht mehr heiß. Also daheim bald Fenster und Türen auf Durchzug. Früh ins Bett zum Lesen, Hoffnung auf Nachtruhe von außen (vielleicht mussten alle anderen am nächsten Tag auch arbeiten) und innen (eigentlich sollte in dieser Arbeitswoche nichts Unangenehmes anstehen – außer es hatten sich in meinem Urlaub große Veränderungen ergeben).
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Theresa Bäuerlein war lange meist die einzige, die auf Geselligkeiten beim Mineralwasser blieb, jetzt gehört sie oft zur Mehrheit. Ausgerechnet das bringt sie zum Nachdenken (mein Geschenk an Sie):
“Vielleicht macht weniger Alkohol die Gesellschaft gar nicht besser”.
Denn die Kehrseite ist unter anderem Vereinzelung durch Selbstoptimierung.
Sicher, betrunkene Männer sind kein schöner Anblick. Aber wie gruselig sind Typen wie der Influencer MacKenzie William, der auf Social Media seine Bettlaken superakkurat auf Kante dampfbügelt und danach mit totem Blick etwa 17 Hautpflege-Seren in seinem Gesicht verteilt? Mir wäre wirklich wohler, er würde ab und zu ein Selfie mit seinen Kumpels in einem Biergarten posten.
Mehr noch, möglicherweise geht uns mit der Kultur des gemeinsamen Trinkens ein seit Jahrtausenden etabliertes soziales Schmiermittel abhanden, und zwar ersatzlos. Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland fühlt sich laut Statistischem Bundesamt zumindest teilweise einsam, knapp 20 Prozent sogar sehr. Die Entwicklung, dass Menschen in westlichen Gesellschaften mehr Zeit allein verbringen, begann schon vor der Pandemie. Die Forscherin und Autorin Sarah Stein Lubrano unterscheidet hier zwei Phänomene, die oft verwechselt werden: Einsamkeit als Gefühl, und auf der anderen Seite wie wir verlernen, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Sie nennt das Soziale Atrophie. Wer soziale Fähigkeiten nicht benutzt, verliert sie, wie Muskeln, die man nicht trainiert.








