Journal Sonntag, 17. Mai 2026 – Berlin 4: Ohne Schwimmen, aber mit Volkspark Friedrichshain, Anita-Berber-Park, Einchecken auf der re:publica
Montag, 18. Mai 2026 um 7:45Wieder schön früh nach guten Schlaf aufgewacht, wieder verhieß das Gelassenheit für meine Pläne vor Verabredung am Nachmittag.
Draußen kalt und sonnig, ich machte mich über Milchkaffee ans Verbloggen des Vortages. Und bemerkte immer stärker, dass mich TOP 1, Schwimmen im SSE, unter Druck setzte. Nach einigem Hadern mit unvermeidlichem Konditionseinbruch durch Schwimmpause, mit auf die Schwimmrunde ausgerichtete Körperpflege, eigens mitgebrachter Schwimmausstattung kam ich zu dem Schluss, dass mir freie Stunden mit Zeitung- und sonstigem Lesen (all die Bookmarks mit Artikeln, all die Newsletter!) besser tun würden als eine Schwimmrunde.
Also las ich, turnte Pilates, reinigte mich gründlich und ging auf einen Spaziergang Richtung Schwimmbad statt hinein. Bei dieser Gelegenheit erkundete ich den Volkspark Friedrichshain, erklomm unter anderem beide verfügbare Hügel – dieses in herrlicher Sonne samt nahezu milden Temperaturen, zwischen vielem Spaziervolk und energisch grillenden Gruppen (offizielle Wiese, an einer Hütte musste man sich aber fürs Grillen anmelden).
Der Strausberger Platz wurde für Foto-/Filmaufnahmen genutzt.
Namensgeber
Der Volkspark Friedrichshain wurde genutzt für Sport verschiedener Art. Die Sonne wärmte, mittlerweile hielt ich meine Jacke in der Hand.
Soundtrack dominiert von metallischem Starenzwitschern, für eine Münchnerin sehr exotisch.
Den Spaziergang durch den schönen, sonnigen Park genoss ich sehr (mehrere Eichhörnchen!), in die Unterkunft kehrte ich mit ordentlich Frühstückshunger zurück. Gegen den gab’s um halb zwei Äpfel sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.
TOP 2 zog ich aber durch, schließlich hatte ich mich auf dieses Treffen mit Berliner Blog-Urgestein sehr gefreut: Eine U-Bahn brachte mich zum Anita-Berber-Park in Neukölln (ehemaliger St.-Thomas-Friedhof). Durch den spazierte ich mit der Verabredung auch und betrat zum ersten Mal wenigstens ein wenig das Tempeldorfer Feld. (Kurzer Stopp an der NS-Zwangsarbeit-Gedenkstätte der Evangelischen Kirche.) Diese Gegend kenne ich noch gar nicht, kommt auf die Liste.
Zu KaffeeundKuchen setzten wir uns ins Friedhofs-Café 21 Gramm, wo wir mehrere Anläufe brauchten, den diversen interferierenden Laien-Bedienungen in verschiedenen Sprachen unsere (wirklich einfachen) Wünsche klar zu machen (zweimal Tee, zwei Stück Caramel Tahini Shortbread – einer von drei angebotenen Kuchen) – die Verabredung zuckte Schultern: Berlin halt.
Austausch von Aktuellem, ich freue mich bereits auf neuen, frischen Lesestoff.
Zu TOP 3 brachten mich wieder U-Bahnen: Ich checkte an der Station für die re:publica ein.
Ging schnell und flüssig. Ich fühlte mich fit, die Luft war trotz sich dunkel türmender Wolken angenehm, also ging ich eine Stunde zu Fuß zurück in meine Unterkunft.
Dieses Jahr war die re:publica im Berliner Straßenbild reichlich plakatiert.
Zum Abendessen wärmte ich die restlichen gekochten Nudeln vom Donnerstagabend mit einer kleinen Dose Linsen auf (zum Glück hatte ich rechtzeitig begriffen, dass der Backofen statt Mikrowelle ein Backofen UND Mikrowelle war), mischte eine kleine Dose Sardinen unter – kann man sehr gut machen. Nachtisch Schokolade.
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An der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete im Münchner Westend gehe ich an jedem Arbeitstag mindestens einmal vorbei, genauer: Ich gehe durch, weil das eine praktische Abkürzung von meinem Arbeitsplatz zum Heimeranplatz ist. Dadurch wusste ich bereits, wie ruhig es hier zugeht (ich bedauere immer wieder, dass ich nie ein Gesicht zweimal sehe: Ist halt eine Durchgangsstation), und aus Berichten, dass die Anwohnenden sehr wohlwollend eingestellt sind. Umso mehr freute ich mich über diese SZ-Reportage (mal sehen, ob der Geschenklink funktioniert):
“Das Viertel, in dem die AfD keine Chance hat”.
Im Westend steht die größte Geflüchtetenunterkunft Münchens. Und die Rechten? Nichts von ihnen zu hören.
Warum in dem Viertel niemanden stört, was anderorts für Riesenaufruhr sorgt.
Spoiler: Genossenschaftsbauten tun einer Stadtkultur gut.
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Über die Rolle von Mooren in der CO2-Bilanz und über Programme zur Wiederbewässerung trockengelegter Moore hatte ich schon gelesen – aber nirgends so schön und schmissig zusammengefasst wie bei Frau Büüsker:
“Die Moorrevolution”.
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Wie der Münchner Hula-Hoop-Gott Daniel Middel, der mit seinen Filmchen die Welt definitiv zu einem besseren Ort macht, vom australischen Fernsehen interviewt wurde.

















