Journal Mittwoch, 8. Juli 2026 – Lerchenlauf und Listenabhaken
Donnerstag, 9. Juli 2026 um 6:21Ich wachte wenige Minuten vor extrafrühem Weckerklingeln auf, das passte wunderbar.
Draußen war es nicht nur wie angekündigt bedeckt, beim Zähneputzen hörte ich im Innenhof auch Regentropfen – und der Regenradar kündigte genau für die Zeit meiner Laufrunde Niederschläge an. Letztendlich entschied ich mich dennoch gegen die Regenjacke: In der schwülen Luft fürchtete ich Schweißflüsse und Stickigkeit mehr als Durchnässung. Und gegen Verblindung meiner Brille setzte ich eine Schirmmütze auf.
Erwies sich als die richtige Entscheidung: Es tröpfelte lediglich hin und wieder, während der etwas ernsthafteren Regenphase lief ich unter Thalkirchner Blätterdach.
Wieder achtete ich fast durchgehend auf den Weg und aufs Füßeheben, ich will wirklich nicht nochmal stürzen (unterm strammen Brustgurt des Jogging-BHs erinnerten mich die linken Rippen auch zwei Wochen danach noch an den jüngsten Sturz). Die Luft war bei aller Düsternis herrlich, ich lief leicht auf nahezu menschenleeren Isarwegen.
München ist so reich, dass abgelegte Jackson Pollocks in Zu-verschenken-Kisten landen.
Daheim zackige Säuberung, vor Verlassen der Wohnung entschied ich mich bei dem angekündigt fortdauernden düsteren Wetter für hochgezogene Rollläden und Fenstern auf Kipp.
Beschleunigter Arbeitsweg durch zwei Stationen U-Bahn-Fahrt.
Schnellstart in einen emsigem Vormittag. Auf dem Weg zum nahegelegenen Mittagscappuccino fand ich es dann doch ganz schön kühl, zumindest bekam ich keine Regentropfen ab.
Zu Mittag gab es Aprikose, Bananen Quark/Joghurt/Leinsamenschrot.
Auch den Nachmittag rumgebracht. Nach Hause auf direktem Weg, ich war mit Herrn Kaltmamsell verabredet: Wir wollten einen Punkt auf unserer Auswärtsessensliste abhaken. Vor vielen Monaten war ich auf die Idee gekommen: Die nächste Pizza essen wir bei Dr Drooly – der kleine Laden, der nur vegane Pizza verkauft, hat einen sehr guten Ruf und sah beim Vorbeispazieren urig aus mit immer viel jungem Volk drumrum. Allerdings hatten wir seither nie Lust auf Pizza. Aber nun stand dieser Posten halt auf der (von Herrn Kaltmamsell sorgsam geführten) Liste und würde nicht eher von dort gestrichen, bis wir dort gegessen hatten, das System ist nicht perfekt.
Gestern stellte ich nur mein Zeug in der Wohnung ab und spazierte dann gleich mit Herrn Kaltmamsell nach hinter dem völlig verbaustellten Goetheplatz zu Dr Drooly und bestellte Pizza.
Pizza Marinara gegenüber, eine Pizza Cheezy für mich – sehr gute Tomatensauce, der vegane Käse-Ersatz schmeckte halt salzig. Aber! Der Teig war für meinen Geschmack perfekt, genau so brotig und großporig mag ich ihn.
Auf dem Heimweg holten wir uns als Nachtisch beim McDonald’s je einen McFlurry mit ordentlich pappsüßen Saucen.
Nach der 20-Uhr-Tagesschau (viel über den NATO-Gipfel samt irrlichterndem US-Präsidenten Trump; ich möchte hier festhalten, dass auch hier alle seine Aussagen und Zusagen immer Momentaufnahmen sind und keine davon verlässlich – in einem Militärbündnis besonders unbehaglich) bald den Fernseher ausgeschaltet. Früh ins Bett zum Lesen.
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Nochmal zu sexualisierter Gewalt, weil sich hier endlich etwas tun muss. Die Zeit interviewt die Anwältin Christina Clemm, die unter anderem die Moderatorin Collien Fernandes und die Autorin Claudia Wuttke vertritt, die kürzlich öffentlich Vorwürfe gegen ihre Ex-Partner erhoben haben:
“‘Nicht nur die Scham, sondern die Angst muss die Seite wechseln'”.
ZEIT: Die meisten Frauen, auch viele, die zu Ihnen kommen, erstatten keine Anzeige. Was hält sie ab?
Clemm: Viele tun es nicht, weil sie sich nichts davon erwarten. Sie haben Angst, dass man ihnen nicht glaubt. Dass sie jahrelang in einem Gerichtsverfahren hängen, an dessen Ende eh keine Verurteilung steht. Andere befürchten, dass es durch eine Anzeige noch mal zu Gewalt durch den Täter kommt. Und manche haben Angst vor Gegenanzeigen, vor Verleumdungen, auch in der Öffentlichkeit. Das Problem beginnt aber schon früher. Die allermeisten Gewaltbetroffenen sprechen gar nicht darüber, was sie erlebt haben, oder nur bruchstückhaft. Ihre Sorge ist zu groß, dafür verurteilt zu werden.
ZEIT: Ist es nicht verwunderlich, dass sich viele auch dem engsten Umfeld nicht anvertrauen, nicht mal der besten Freundin?
Clemm: Ich finde das gar nicht so erstaunlich. Wir tun oft so, als seien wir eine aufgeklärte Gesellschaft, aber wir haben nicht gelernt, offen über Sex und Partnerschaft zu sprechen. Männer tun es noch seltener als Frauen. Davon zu erzählen, wie es wirklich in einer Beziehung läuft, ist ein großes Tabu. Vor allem wenn es Gewalt und Grenzüberschreitungen gegeben hat. Viele der Betroffenen geben sich dafür selbst die Schuld. Nach dem ersten Vorfall ist es noch leichter möglich, sich zu öffnen. Aber wenn die Frau danach bei ihrem Partner bleibt, ist sie schnell isoliert. Dann heißt es: Wie blöd bist du denn, nicht zu gehen.
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Lisa Rank schreibt über ihren Körper:
“Mein Bauch ist ein Kopfkissen
Ich war der festen Überzeugung, ich hätte in meiner Jugend keine Essstörung gehabt. Bis ich meine Tagebücher von damals gelesen habe.”
Ach, wenn wir nur alle dorthin kommen könnten:
Es ist mittlerweile auch ein Leichtes was Schönes zu finden in jedem Foto. Keine Filter mehr zu benutzen. Immer wieder zu lachen bei dem Satz, den meine beste Freundin und ich uns schon seit Jahren sagen: „So sieht man halt aus“. Alle sehen irgendwie aus. Und das Leben ist zu kurz, um bei Hitze die weichen Beine in lange Hosen zu stecken. Lasst mich in Ruhe. Wenn jemand ein Problem mit meinen Beinen hat, dann ist es seins.
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Kino-Vorfreude:
https://youtu.be/zrcg8YHSys8?si=KANS2nXzl636ednb
1. Kate McKinnon
2. Geena Davis
3. Kristen Stewart IN EINER KOMISCHEN ROLLE
4. SO VIELE FRAUEN!!!










