Journal Mittwoch, 19. August 2026 – Ungeschminkte Zehennägel
Donnerstag, 20. August 2026 um 6:33Wieder eine erlebnisreiche Nacht, dennoch hatte ich beim Weckerklingeln das Gefühl, dass dazwischen Schlaf gewesen war.
Dass ich nicht zum frühem Schwimmen kam, schmerzte dann nicht einmal: Ich fühlte mich energielos, und von draußen kam es sehr kühl herein. Aber ich freute mich über den Anblick der nassen Straßen und Wege. Über die ging ich mit sogar einem leichten Jäckchen in die Arbeit.
Zu meiner Überraschung gefallen mir diesmal meine ungeschminkten Zehennägel (sie profitieren noch von der professionellen Pediküre vor wenigen Wochen inklusive Nägel-Polieren).
An meinem Arbeitsplatz tobte der Einrichtungsirrsinn des neuen Laptops weiter, zwischen all den freiwilligen (weil: vielleicht geht das irrlichternde Verhalten davon weg?) und erzwungenen Neustarts versuchte ich, die dringendsten Angelegenheiten im E-Mail-Postfach zu erhaschen. Auch sonst war ich erleichtert, jetzt schon zur Verfügung zu stehen und nicht erst um halb zehn nach einer Schwimmrunde.
Entsprechend emsiger Vormittag, doch einer der Termine war auch Mittagscappuccino mit einer Kollegin. Dennoch trieb es mich am späteren Mittag nach draußen auf eine jetzt sonnig-windige Runde um die Blöcke.
Zu Mittag gab es Aprikosen und Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.
Es blieb sonnig und wurde wieder sommerlich warm, aber nicht unangenehm heiß – wie ich feststellte, als ich nach Feierabend mit der U-Bahn an den Odeonsplatz gefahren war und von dort zum Hofbräuhausmühlenladen spazierte: Ich kaufte Roggenmehl Type 1370, das bekomme ich in den immer besser mit Mehlen bestückten Biosupermärkten nicht. Nächstes Brotbacken plane ich allerdings erst am übernächsten Wochenende.
Zu Hause Beine epiliert (liebe Evolution: behaarte Knie – warum?), Wäsche aufgehängt, eine Folge 6 Yoga (= core work) geturnt, bei der allerdings eher meine Hüftbeuger als die Bauchmuskeln jammerten.
Aus weiteren kastilischen Familien-Kichererbsen hatte Herr Kaltmamsell zwei Sorten Hummus bereitet (marokkanisch und mit Haselnussmus statt Tahini), die gab es mit Gurke und roter Paprika, außerdem weitere Reste aus dem Kühlschrank von den vergangenen Tagen. Nachtisch Mochi (Herr Kaltmamsell war auf meine Gelüste hin suchen gegangen) und Fruchtgummi.
Früh ins Bett zum Lesen, meine nächste Lektüre ist von Amal El-Mohtar und Max Gladstone This Is How You Lose the Time War, eines der Bücher, die ich im Science-Fiction-Bereich des Watersone in Brighton entdeckt hatte. Ich ließ mich nicht davon abschrecken, dass es mit “Twitter sensation” vermarktet wird: Der Roman erschien 2019 und wird immer noch empfohlen, das flößte mir Vertrauen ein.
Neues Buch, neues Glück – das funktioniert bei mir auch noch fast 53 Jahre nach Lesenlernen.
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Ben, also Stadtneurotiker, lernte ich vor vielen, vielen Jahren (“mer zälle ja net” sagt die Hessin) u.a. als Rock-tragenden Blogger kennen. Damals hätte ich nicht erwartet, dass er diese vielen, vielen Jahre später immer noch der einzige ist, den ich namentlich kenne. Eben bloggte er mal wieder etwas über Röcke an Männern (nicht sein Hauptthema, zu anderen hat er viel öfter Interessantes zu sagen).
“Sich anti-kapitalistisch anziehen”.






