Journal Samstag, 7. November 2026 – Wir starten die Ganserl-Saison

Sonntag, 8. November 2026 um 8:36

Wieder gut und lang geschlafen, im Traum der letzten Phase tauchte ein junger Stephen Fry auf, das war nett.

Gemütlicher Morgen. Draußen war das Novembergrau geblieben, ergänzt von Regentropfen. Plan war eine Laufrunde an der Isar, ich schlüpfte zum ersten Mal in der Saison in die Winter-Laufjacke.

Die brauchte ich auch: Es dauerte eine Weile, bis ich mich bis in die behandschuhten Finger warmgelaufen hatte.

Die Phase, in der der Herbst am unaufgeräumtesten aussieht.

Diesmal kam ich auf dem Alten Südfriedhof an der Kunstinstallation für die vier fehlenden Gräber von Miranha und Juri, für Akafede Dalle und Cula vorbei – alle vier als Schau- und Forschungsobjekte ausgebeutet. In der gestrigen Süddeutschen ein ausführliches Feature über das Projekt (€):
“Kolonialgeschichte München: Auf dem Alten Südfriedhof fehlen vier Gräber”.

Der Lauf wurde so gut, wie er bei Novemberkälte und Regentröpfeln werden konnte. Der Körper spielte mit (Ibu half), und ich hielt die Runde mit anderthalb Stunden eher kurz, um am Sonntag fit genug für einen weiteren Lauf zu sein.

Flaucher

Marienklause

Wenige Leute, angenehmer Gedankenfluss, Urlaubsentspannung – aber immer wieder musste ich mich aktiv daran erinnern, dass kein Wochentag war, sondern bereits Samstag, also Wochenende. Abschließende Frühstückbesorgung im Glockenbachviertel.

Daheim holte ich noch in schwitziger Laufkleidung mit Herrn Kaltmamsell den Balkonteppich herein, verwinterte den Balkon endgültig.

Die beiden Bayern-Feigen kamen mit dem Prädikat “frosthart” – ich hoffe, das wissen sie auch.

Frühstück um halb zwei: Trauben, außerdem zwei Vollkornsemmeln mit dick Butter und dick Kochschinken.

Nachmittagsidee war ein Besuch der Pinakothek der Moderne, aber dann hatte ich mehr Lust, das spärliche Tageslicht für Zeitungslektüre zu nutzen – ich habe Urlaub, da sollte ich meinen Gelüsten folgen. Ich hatte dann auch die Muße und und Ruhe, besonders viele Artikel der Zeitung zu lesen. Jahreszeitliche Beeinträchtigung: Mir war kalt, auch mit dickem Pulli und zwei Paar Wollsocken sowie aktiver Heizung griff ich zur Decke und wickelte mich ein, bis mir nach etwa einer Stunde endlich warm genug war.

Aus der Küche roch es bereits köstlich: Ich hatte um den Start der Gänse-Saison gebeten und schon am Mittwoch ein polnisches Gefriertier gekauft. Die Zubereitung übernahm Herr Kaltmamsell, der bereits einige Übung hat. Und wie’s mit echten Tieren so ist: Es lässt sich nicht alles kontrollieren, die Gans wurde früher gar als geplant – ich legte meine Yoga-Einheit spontan vor.

Von den Innereien briet Herr Kaltmamsell Herz, Magen, Leber als Vorspeise, dazu öffnete ich den Wein des Abends: Aus dem Burgenland, Gols der spontanvergorene rote Rennersistas Waiting for Tom 2019 (Blaufränkisch, Spätburgunder, Zweigelt), eher hell, würzig und spritzig, passte gut.

Sehr gute Gans, ich holte nach der Keule noch eine Brust nach. Nachtisch Schokolade.

Abendunterhaltung: Der Bayerische Rundefunk brachte mal wieder einen Don-Camillo-Film, Monsignore Don Camillo – den ließ ich sehr gern laufen.

§

KLIMAWANDEL!
Eigentlich ein garantierter Laune-Killer, weswegen die Berichterstattung darüber messbar sinkt (Horror-Szenarien sind wohl nur dann mediales Klick-Gold, wenn sich daraus nicht ständig unbequeme Handlungsaufforderungen ergeben?). Wenn man nicht hinguckt, ist er nicht da, ganz einfach. Bemerkenswerterweise sind es aber genau die Leute, die sich beruflich damit beschäftigten und darüber berichten, die keineswegs Trübsal blasen. Deshalb empfehle ich auch zur diesjährigen Weltklimakonferenz den Hintergrund- und Statustext von Expertin Frau Büüsker, die für den Deutschlandfunk aus Antalya berichten wird:
“COP31 – Elektroboom oder fossiler Overkill?”

Zu den ganz konreten Auswirkungen der Klimakatastrophe aber auch aktuell ein gutes “Buch zwei” der Süddeutschen (allerdings €):
“‘Wir sind wie ein Frosch im Kochtopf.
Wir bleiben einfach sitzen und hoffen, dass es wieder kühler wird.'”

§

Lesenswerte Gedanken von Southpark weiter unten zum Film Rocky (der auch mich seinerzeit – also auf Video und als er bereits lang ikonisch war – überraschte, und das durchwegs positiv) (von mir seither am häufigsten zitiert: “ADRIAAAAAAN!”):
“26-11-06 Yo, Elinor”.

§

Begegnung mit der Behörden-Digitalisierung in Italien geschildert im Techniktagebuch, auch nicht weniger komplex als bei uns:
“2026-09-01: Autenticazione italiana”.

§

Eine weitere Herzerfrischung von Steptanz-Göttin Ariel Hyatt:
Sie betanzt die Star-Trek-Hymne.

die Kaltmamsell

Comments are closed.