Journal Freitag, 6. Februar 2026 – Abenteuer Körper

Samstag, 7. Februar 2026 um 9:22

Unruhiger Schlaf (wirbelnde Party-Eindrücke), eine Stunde vor Wecker aufgewacht.

Körper sind seltsam, neue Runde: Donnerstagabend hatte mein rechter Vorderfuß auf dem Heimweg von der Party beim Gehen stark geschmerzt, ich hinkte. (Dabei ist schmerzender Vorderfuß eigentlich linke Sache, der rechte ist für Fersen-/Plantarfaszien-Gezicke zuständig.) Morgens hinkte ich immer noch und sah diesen blauen Fleck prangen.

Zwar bekomme ich viele Rempler und Dotzer nicht mit, bin aber sicher, dass mir nichts auf den Fuß gefallen war. Auch gestern auf dem Fußmarsch in die Arbeit hinkte ich zunächst, zwang mich aber zu symetrischem Gang, um meine LWS-Probleme nicht zu verstärken. Das in Kombination mit der Kälte beseitigte den Fußschmerz erstmal. Über den Tag Schmerzen nur beim Gehen, die aber deutlich und unangenehm. Wenn die Anwort eines der vielen Orthopäden in meiner Vergangenheit, woran ich bei Körperschmerzen denn erkenne, ob etwas kaputt ist, nämlich “Ruheschmerz”, korrekt war, war nichts kaputt, denn in Ruhe schmerzte da gar nichts.

Der Winter besann sich auf sein Hauptthema in dieser Münchner Runde: eisiger Nebel. Beim Einstempeln im Bürohaus Fehlermeldung: Angeblich fehlende Zeitmeldung (ich bin sehr sicher, dass ich am Vorabend korrekt ausgestempelt hatte, inklusive Ziffern der Uhrzeit 17:23 vor meinem inneren Auge – weil mir noch zum wiederholten Mal aufgefallen war, wie viel Zeit zwischen “heute gehe ich Viertel nach” und tatsächlichem Verlassen des Hauses lag).

Diese Woche hatte ich gelernt, dass Menschen, die wegen Jugend mit der Vorläufertechnik “Stempeln” keine Berührung hatten, das Wort “einlesen” für den Vorgang verwenden. Na ja: Zumindest ein Mensch. Selbst kenne ich echtes Zeitstempeln auf Papierkarten ja auch nur aus Filmaufnahmen, dokumentarisch oder fiktiv: Nach Angestelltenverhältnissen ohne Arbeitszeiterfassung bei Zeitung, Radio, in der Uni funktionierte meine erste solche 2003 bereits mit elektronischem Einlesen.
Moment: 1986 bei Audi, als ich nach dem Abi einige Wochen lang einen Brotzeitkiosk in der Produktion führte, müsste ich eigentlich auch gestempelt haben. Daran erinnere ich mich aber nicht mehr – ich freue mich schon aufs hohe Alter, wenn mir solche Details hoffentlich wieder einfallen.

Ich freute mich sehr auf das Ende der Arbeitswoche, spürte bereits vormittags Anspannung abfallen, konnte nur hoffen, dass Querschüsse sie nicht wieder anziehen würden. Nächste Folge der abfallenden Anspannung: aufsteigende Müdigkeit, na super.

Mittagscappuccino im Westend, Mittagessen später am Schreibtisch Apfel sowie eingeweichtes Muesli mit Joghurt.

Auch der Nachmittag verschonte mich mit Querschüssen, ich konnte ruhig abarbeiten. Zudem legten sich die Fußschmerzen beim Gehen auf ein Maß, bei dem ich nicht mehr zum Hinken neigte, es blieb seltsam.

Heimweg über Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner. Zu Hause eine Runde Yoga. Beim Umziehenn zeigte sich, dass der blaue Fleck auf dem rechte Fuß deutlich größer geworden war.

Körper! Doch der Schmerz behinderte mich beim Yoga nicht, auch nicht bei Balance- oder Zehenspitzen-Übungen.

Zum Anstoßen auf das Wochenende schenkte ich Herrn Kaltmamsell und mir Calvados-Tonic ein, apfliger kenne ich Calvados in keinem Drink. Dazu arabische Nüsschen, die auf dem Heimweg in der Landwehrstraße gekauft hatte.

Knollen aus Ernteanteil (rote Bete, Karotte, Pastinake) verwendete Herr Kaltmamsell für ein Rezept, das ich ihm zugeworfen hatte: Eine Art Toad in the Hole. Als Vorspeise gab es aber erst mal nachgereifte Crowdfarming-Avocados.

Das Rüben-Gericht war ok, der Teig deutlich herzhafter als im klassischen Toad in the Hole, der ja eigentlich leichter Yorkshire Pudding ist. Wissen wir das also. In der Weinbegleitung hatte ich mich geirrt: Zu den durchwegs süßlichen Lager-Rüben hatte ich als Gegensatz einen mineralischen Gallo aus Sizilien gewählt – doch der schmeckte in dieser Kombination vor allem bitter.

Abschluss des Freitagabend-Festmenüs war Grießflammerie mit Armagnac-Zwetschgen aus eigener Produktion, sehr gut.

Früh ins Bett, wir waren beide von der Woche erledigt. Zumindest ich war noch wach genug für eine Runde Lesen.

§

Die US-Amerikanerin Lorraine ist 92 und gibt in diesen 20 Minuten sehr persönlich und sehr nachvollziehbar weiter, was sie sich wünscht, schon in ihren 50ern und 60ern gewusst zu haben.

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https://youtu.be/vVk2rfkaD5w?si=o0TfvL0lgBf74TRT

via HotelMama

Nicht alles davon wird für jede passen, doch vor allem den Nutzen, gerade jetzt aktiv neue Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen, sehe ich und möchte ich beherzigen. (Andere Erkenntnisse wie die Kürze des restlichen Lebens kommen allerdings bei mir völlig anders an als beabsichtigt, Zwinkersmiley.)

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Apropos:

Weil ich grundsätzlich keine Kontakte aus meinem Adressbuch lösche, tauchen in Signal und WhatsApp viele Leute auf, an die ich mich nur noch vage erinnern kann. Das lasse ich wegen der Apokalypse so. Sollte ich mal alleine auf diesem Planeten sein, wird dieser Tag kommen, an dem ich mein komplettes Adressbuch durchpingen werde. Hallo, bist du noch da? Wenn dann niemand antwortet, sieht es wirklich düster aus.

Schreibt Mek, und ich verstehe ihn völlig.

Aus Anlass mal wieder darüber nachgedacht, dass es immer noch für Überraschung sorgt, wenn die Antwort auf die Frage, woher man Freundin X oder Freund Y kennt, “aus dem Internet” lautet.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Freitag, 6. Februar 2026 – Abenteuer Körper“

  1. Neli meint:

    Mein Mann hatte vor ein paar Jahren einen Ermüdungsbruch im rechten Fuß. Am Ende seiner Schicht auf dem Weg zum Umziehen ein kurzer stechender Schmerz und dann dumpfe Schmerzen bei der Autofahrt. Er war dann 6 Wochen krankgeschrieben.
    Ein und Ausstempeln kenne ich noch, vor 18 Jahren in meinem jetzigen Betrieb, 6 Jahre später wurde auf elektronische Zeiterfassung umgestellt.

  2. Nina meint:

    Meine Freundinnen und ich mussten 1996 als Jugendliche beim Jobben beim Hirmer in der Münchner Fußgängerzone noch auf Papierkarten ein-und ausstempeln, inkl. Überwachung und Taschenkontrolle durch den grantigen Pförtner. Aus diesem Job ist uns auch auf ewige Zeiten das geflügelte Wort „Ich bin mal kurz auf 17“ geblieben, das genutzt wurde um den Kolleg*innen einen Klogang mitzuteilen.
    Gute Besserung für den Fuß!

  3. southpark meint:

    Die meisten Organisationen in denen ich gearbeitet habe, hatten mehr oder weniger überwachte Selbsteintragung in Excel/SAP/Online-Tools mit den Arbeitszeiten.

    Jetzt sind wir beim “Ein- und Auspiepsen”, weil das Lesegerät genau jenes macht. (Pieps 1: Karte registriert. Pieps 2: Daten an den zentralen Server übermittelt.)

  4. Claudia meint:

    Der Disclaimer des Videos sagt, dass Lorraine eine AI generierte Figur ist und alle Inhalte fiktiv. Ich finde spannend bei mir zu beobachten, wie ich mit dieser Information, die ich erst nach dem Video gesehen habe, das Video anders bewerte. So ist es für mich keine Inspiration mehr, meine Grundhaltung wird ablehnender, obwohl der Inhalt sich ja nicht ändert. Vielen Dank für den Link und den Denkanstoß!

  5. Lempel meint:

    Der blaue Fleck könnte auf ein Achenbach-Syndrom zurückzuführen sein. Ich kenne das von mir vom Mittelfinger, tritt aber auch an Füßen auf.

  6. Ilka meint:

    Bei uns wird Ein- und Ausgepiepst. Wenn man nicht wg. Homeoffice direkt ins System einträgt.
    Gute Besserung für den Fuß, das sieht schmerzhaft aus.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Danke für den Hinweis, Claudia, das ändert natürlich alles, werde ich ergänzen.

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