Journal Montag, 20. Juli 2026 – Lerchenschwumm genossen
Dienstag, 21. Juli 2026 um 6:25Arbeitswoche 2 vor Urlaub, darin als Ablenkungen geplant: Lerchenschwumm, Lerchenlauf (plus am selben Tag Arzttermin am Rand der Galaxie), Fahrt zu einem Geburtstagsfeier-Wochenende in Düsseldorf.
Unruhige Nacht, unter anderem wachte ich trotz Ohrstöpseln von Torjubel draußen auf: Selbst ich wusste, dass Sonntagnacht das Endspiel der Männerfußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, selbst bis in meine Wahrnehmung hatte sich gedrängt, dass es zwischen den Nationalmannschaften von Argentinien und Spanien stattfand. Ich wurde wach genug für den Scharfsinn: In München leben deutlich mehr Spanien- als Argentinien-Stämmige, Spanien wird wohl gewonnen haben. Doofer fand ich dann schon, dass mich nach halb fünf bis zum etwas früheren Wecker abwechselnd die schmerzende rechte Hüfte (WAS ERLAUBE? DIE IST NEU!) und mein eigenes Schnarchen weckte.
Etwas früherer Wecker, denn ich wollte vor der Arbeit ins Dantebad zum Schwimmen. An den nächsten beiden Wochenenden werden nämlich weder Laufen noch Schwimmen drin sein, mein Körper bittet dringend um Ersatz. Mo/Mi/Fr öffnet das Dantebad schon um sieben, aber Mittwochmorgen ist aus Gründen ideal für einen Isarlauf, Freitag ist bereits ab Mittag Reisetag, also Lerchenschwumm Montag, also gestern. Angekündigt waren 13 Grad Morgentemperatur, aber so schlimm würde das schon nicht werden, ich verließ das Haus in kurzärmligem Kleid.
Eine U-Bahn furh mich zum Westfriedhof, um 06:52 Uhr warteten bereits Frühschwimmer*innen vor der Tür. Zum meiner Überraschung handelte es sich durchwegs um Menschen im Alter weit nach Erwerbsleben, also mit recht freier Zeiteinteilung. Das war also eine Genuss-Entscheidung. Man kannte sich, ich hörte interessante Austausche über Enkelkontakte.
Die Tür gleich links führt zu den Damen-Toiletten und -Duschen. Das Sportbecken liegt ganz rechts von der Wiese, die man geradeaus sieht.
Die Schwimmbahn war dann erfreulich licht, vielleicht ist Montag DER Tipp für Morgensport, weil an diesem Tag nicht viele Vor-Arbeit-Schwimmer*innen unterwegs sind.
Oft schien sogar die Sonne, sie kam so früh ganz von Osten, also die Schwimmbahn entlang, statt wie sonst um die frühe Mittagszeit gewohnt seitlich von Süden. Doch sie schien nicht oft genug und nicht stark genug: Nach den ersten tausend Metern begann ich nach langem mal wieder zu frösteln. War aber auszuhalten, ich zog meine 3.000 Meter durch (as if).
Zackiges Fertigmachen (nur wenige Zusatz-Sekündchen unter der heißen Dusche zum Aufwärmen) inklusive Schminken, per U-Bahn in die Arbeit (in der U-Bahn Anlegen Ohrschmuck), Einstempeln im Bürohaus um 9:26 Uhr knapp vor Kernzeit. Blick ins E-Mail-Postfach ergab, dass ich trotz Wochenendtagen davor nichts verpasst hatte.
Es kursierte auf mittlerweile dem vierten Medienweg die Ankündigung eines “Stockwerks-Sommerfestes” (1. Plakat in der Teeküche, 2. Nachricht im Abteilungs-MS Teams-Chat, 3. E-Mail mit Erklärung, 4. Outlook-Termineinladung). Anmeldung nötig für Catering-Bestellung, die Teilnehmende selbst bezahlen. Ich fing meinen “Ablehnen”-Klickreflex diesmal ein, weil ich ja vielleicht doch den einen oder anderen Punkt auf meinem Socialising-Tracker mit Job-Kontakten einholen könnte, it’s good for you! Zumindest lasse ich mir die Sache diesmal 24 Stunden durch den Kopf gehen und wäge Nutzen (positive Stoffwechsel-Produkte durch gegenseitige Fellpflege) gegen Aufwand (Lächeln und Klappe-halten mit aller Kraft, danach mehrere Tage rückblicken, welchen Scheiß ich trotzdem wieder gesagt und wen ich vor den Kopf gestoßen habe) ab.
Mittagscappuccino aus der Cafeteria, Mittagsrunde um die Blöcke unter wenigen Wolken und in frischen Temperaturen, ich suchte den Sonnenschein. Noch hörte und sah ich Mauersegler überm Westend. Zu Mittag gab es ein paar Nüsse, etwas selbstgebackenes Brot, Nektarine, Kirschen.
Ermüdender Arbeitsnachmittag, aber ich konnte das Fenster durchgehend gekippt lassen, weil wunderbar temperierte frische Luft hereinkam.
Auf dem Heimweg durch die Sonne ein paar Einkäufe.
Direkt vor dem Wohnhaus wurde ich abrupt gestoppt: Absperrung zum Tor aufs Grundstück, die gepflasterte Einfahrt bis zum Hinterhof mit wenigen Garagen war komplett entpflastert, im Sand darunter Reifenspuren von Baugerät. Der Zugang für mich Fußgängerin war zum Glück passierbar. Ich erklärte Herrn Kaltmamsell meine Verwunderung über die Kommunikationspolitik der Hausverwaltung, die zwar über Neu-Einzüge und vorübergehende Warmwasserabschaltung per Aushang informiert, aber über massive Bauarbeiten nicht – als sich herausstellte: Er hatte vor einigen Tagen eine E-Mail mit Ankündigung dieser Bauarbeiten bekommen, die Information lediglich nicht weitergegeben. (Lässlich, passiert mir umgekehrt genauso.)
Ich hatte weder Lust auf Yoga noch auf Pilates, räumte lediglich ein wenig herum und wartete aufs Abendessen. Das servierte Herr Kaltmamsell in Form eines Currys aus den Ernteanteil-Bundmöhren mit Kokos-Erdnusssauce, dazu Reis.
Weil müde sehr früh ins Bett zum Lesen, vor Schlafenlegen Fensterschließen, weil schon jetzt auf der Straße herumgebrüllt wurde.
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Jede Krankheit braucht eine Geschichte – die britische Schriftstellerin Susanna Clark schreibt über sprachliche Grenzen, wenn es um schwere Krankheit geht, und weitere überraschende Aspekte:
“‘I had been ill for 11 years. I felt like I was about to fall off the world’”.
via Bingereader






