Journal Donnerstag, 6. August 2026 – Brighton 6 mit Wanderung nach Worthing und Food for friends
Freitag, 7. August 2026 um 10:09Lang geschlafen, das war schön.
Das Programm für gestern: Brightons Nachbarstadt Worthing kennenlernen, und da ich gesehen hatte, dass es dorthin nur 16 Kilometer sind, es sogar einen ausgeschilderten Wanderweg “England Coast Path” gibt, gingen wir zu Fuß.
Der Tag begann ausgesprochen frisch, ich bloggte mit Jacke. Doch die angekündigten Sonne und Wolken bei 21 Grad Höchsttemperatur versprachen ideales Wanderwetter, wir starteten fröhlich um zehn mit der ersten Teilstrecke hinunter ans Meer, ich trug auch hier gegen die Frische unter 20 Grad Jeansjacke. Unsere Recherchen hatten bereits ergeben, dass wir ein gutes Stück stark befahrene Straßen entlang gehen würden – egal, Abenteuer.
Und so wurden das auch vier anregende Stunden Wanderung – ja, darunter eine Stunde durch das Hafenindustrieviertel von Shoreham und seine Hauptstraße entlang, aber hey, alles anders als bei uns in Bayern. Danach gingen wir noch anderser, nämlich einen Uferweg vorbei an wunderbar vielfältigen Ferienhäusern und Strandhütten. Wir blickten immer wieder hinter uns, und schnell war klar, warum diese Wanderung im Web fast ausschließlich in die Gegenrichtung Worthing-Brighton auftaucht: Dabei hat man die ganze Zeit das malerische Brighton und die markanten Kreidefelsen der Küste östlich davon im Blick, inklusive Seven Sisters.
Startfoto muss immer der West Pier sein.
Hove.
Auch Industrieviertel bieten Fotomotive.
Am Ende der Hafenanlage von Shoreham-by-Sea führte der Fußweg über zahlreiche Schleusen.
An einem Trockendock vorbei.
Das lange Stück die Straße entlang endete an einer viel genutzten Fußgängerbrücke zum Kiesstrand:
Selfie Time! (Ich vermisse meine Sonnenbrille sehr, und weil fehlsichtig, kann ich mir nicht einfach eine kaufen.)
Nach gut zwei Stunden machten wir Pause auf einem Bankerl, ich aß ein paar Aprikosen.
An einem Eiswagen holte sich Herr Kaltmamsell ein 99 Flake – seit Jahren Gegenstand von Diskussionen über steigende Preis, in der Juli-Hitzewelle berichtete die Daily Mail von 6 Pfund für ein Softeis mit kleinem Schokoriegel. Herr Kaltmamsell kam mit 3,50 Pfund noch gut weg.
Ankunft in Worthing nach vier Stunden, andere Städte haben auch Amusement Piers! Dieser hier sogar besonders gut gepflegt.
Blick zurück nach Brighton.
Jetzt brauchte ich aber doch etwas zu essen. In den hübschen Sträßchen von Worthing setzten wir uns kurz vor drei in ein Café.
Vor mir ein ausgezeichneter Mushroom Melt, in der weichen Käseschicht aromatische Senfkörner.
Zurück nach Brighton nahmen wir einen Bummelzug, der uns mit einer Vielzahl von Zwischenhalten überraschte – die Strecke kam uns viel länger vor als zu Fuß.
Ausruhen und lesen in der Ferienwohnung, bis wir uns fürs Abendessen fertig machten: Ich hatte in unserem Lieblingsrestaurant Food for friends reserviert.
Wir aßen wieder sehr gut, gestern gab es nur ein Durcheinander im Service – wir vermuteten Personalknappheit (Vorspeisen serviert vor dem Aperitif, lange Wartezeiten, Dessert-Karte angeboten vor dem Hauptgang, andere Gäste mussten Besteck von Nebentischen mopsen, weil sie zum nächsten Gang keines bekamen). Da wir sonst alles unverändert vorfanden, inklusive der Freundlichkeit, war das sicher eine Ausnahme.
Vorspeisen: Herr Kaltmamsell hatte Preserved Lemon Butterbeans (mit einer Salzzitronen-Pinien-Sauce), ich gegrillte Feigen auf Ziegenfrischkäse und Sauerteigtoast, zwischen uns der Favorit knuspirger Tofu mit einem sensationellen Dip. Dazu trank Herr Kaltmamsell einen Cocktail mit Rum, Campari, Ananassaft, ich hatte einen Sussex Spritz, der sich nur durch Ingwer von unserem Hugo unterschied.
Hauptspeisen zu einem Glas leichten italienischen Chardonnay: Bei Herrn Kaltmamsell gefüllt Champignons mit Kartoffelgratin und Brokkoli, ich hatte einen Auberginen-Parmigiana.
Als Nachtisch Ananas-Tarte-tatin gegenüber, für mich baskischer Käsekuchen mit Pistaziensauce.
Und trotz der Wartezeiten wurde uns nicht langweilig: Von unserem Fensterplatz aus sahen wir reichlich Menschen in immer abendlicherem Outfit.
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In Brighton spazierte ich dieser Tage an einer Frau vorbei, die einen Kinderwagen schob, darin ein Kind von ungefähr einem Jahr. Das Besondere: Diese Frau interagierte intensiv mit dem Kind, das zu ihr gerichtet in dem Wagen saß. Sie sang ihm ein Lied vor, animierte es zum Mitsingen, stellte ihm Fragen (in normalem, interessierten Tonfall, nicht in singender Mit-kleinen-Kindern-sprech-Stimme), erklärte ihm Dinge. Das war für mich so ungewohnt, dass mir nur einfiel: Muss eine Kinderbetreuerin sein, die sowas von Berufs wegen macht, eine Nanny. Denn ich kenne Kinderschiebfrauen, die ich für Mütter des geschobenen Kindes halte, nur entweder schweigend in Gedanken versunken, oder meistens telefonierend respektive bei anderer Beschäftigung mit ihrem Handy.
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Es weist alles darauf hin, dass es nach 20 Jahren nochmal eine Bloglesung in München geben wird:
“It Ain’t Over Till it’s Over”.
Also dann: 24. Oktober im Münchner Boxwerk.
(Gerüchte besagen, dass Frau Klugscheißer diese Cyd-Charisse-Nummer nachtanzen wird – WENN sie genug sangesfreudige Boxer zusammenkriegt.)
























