Journal Samstag, 8. August 2026 – Brighton 8 mit Southdowns-Wanderung und Ginger Pig

Sonntag, 9. August 2026 um 13:12

Ein weiteres Mal gut und lang geschlafen (nur einmal Klogang), davon verspreche ich mir am meisten Erholung in diesem Urlaub. Wieder zu ausgesprochen frischer Luft aufgestanden.

Tagesplan war eine Wanderung in den Southdowns, davor Wäschewaschen, abends feines Essen im örtlichen Restaurant Ginger Pig – für das wir bei den vorherigen Versuchen nie einen Tisch bekommen hatten.

Herr Kaltmamsell hatte aus dem von vieler Nutzung bereits zerfledderten Wanderbüchl, das unsere Southdowns-Wanderungen inspiriert hatte, die Strecke vorgeschlagen, die meiner (höchst unzuverlässigen) Erinnerung nach vor gut 20 Jahren unsere allererste gewesen ist: Von Falmer über Stanmer, ein Stück Southdowns Way bis Ditchling Beacon und die Runde zurück. Das machten wir.

Das kurze Stück rauf nach Falmer ließen wir uns vom Zug bringen, Bus hätte es auch gegeben. Dort wollte sich Herr Kaltmamsell erstmal umsehen: In Falmer liegt die University of Sussex – nicht zu verwechseln mit der University of Brighton -, in der er 1990/91 sein Auslandsstudienjahr verbracht hatte. Natürlich hatte sich viel verändert, unter anderem hat jetzt auch die University of Brighton in Falmer Gebäude, allerdings auf der anderen Seite der Bahnlinie. Aber Herr Kaltmamsell erkannte Vieles wieder.

Alumnus mit Alma Mater.
“Red Brick” University ernst genommen.

Jetzt wanderten wir rüber nach Stanmer durch Stanmer Park – wie auch den Rest des Tages in perfektem Wanderwetter mit Sonne, frischem Wind, keinerlei Hitze. Und ich merkte schnell, wie gut mir Wandern tut, auf einer richtigen Wanderstrecke mit Auf und Ab, Aussichten und Abwechslung.

In Stanmer, einem hübschen und touristisch gut erschlossenen Örtchen, nutzten wir die Gelegenheit für Mittagscappuccino.

Das mittlere Drittel der Strecke führte den Southdowns Way entlang – und erinnerte mich an meine Wanderung vergangenen September, als das die (geistig) eher ermüdenden Abschnitte waren.

Ab Ditchling Beacon wurden die Ansichten und Aussichten wieder reizvoller.

Die Brombeerbüsche hingen voller reifer Früchte, nach zwei Stunden hatte ich auch Appetit darauf.

Auf einem kruden Bankerl (lehnenlose Holzplatte) mit dieser Aussicht machten wir nach zweieinhalb Stunden Brotzeitpause, ich aß gemischte Röstnüsse und eine Nektarine.

Nach gut dreieinhalb Stunden Wanderung erreichten wir den Bahnhof von Falmer, wo wenige Minuten später ein Zug nach Brighton eintraf.

Bei Rückkehr in die Ferienwohnung trank ich erstmal ein großes Glas Wasser – und sah beim Schuhe-Ausziehen, wie dreckig ich auf der Wanderung geworden war. Also zog ich das Frischmachen fürs abendliche Ausgehen vor, duschte und zog mich um – seltener Fall von Ganzkörper-Einseifen.

Gemütlicher Lesenachmittag, bis wir uns auf den längeren Fußweg raus nach Hove und zum Abendessen machten.

Im Ginger Pig verbrachten wir einen schönen Abend mit angenehmen Speisen und Getränken.

Aperitif ein Kirsch-Manhattan und ein Yuzu-Wodka-Drink, beide sehr gut.

Vorspeisen: Für mich eine Schnitte Panisse mit Babaghanoush, Tahini, Chillis (schon gut, nur schmeckte ich leider nichts vom Panisse), Herr Kaltmamsell hatte eine ausgezeichnet abgeschmeckte Makrelen-Paté.

Als Wein wählte ich aus der interessanten Karte mit vielen glasweisen Angeboten einen ungarischen Furmint (die Rebsorte habe ich mehrfach im Münchner Broeding getrunken):

Voll und kräftig, leicht animalisch und mineralisch, ein guter Begleiter.

Hauptspeisen: Für mich Meerbrasse (wunderbar) mit gebratenen Trauben und Gnocchi (letztere hätten für meinen Geschmack lieber frisch gekochte Frühkartoffeln sein dürfen), für Herrn Kaltmamsell ein Pie mit Füllung aus Pökelschwein und Räucherkäse, er schmeckte ihm sehr gut.

Als Dessert teilten wir uns eine frisch gemachte Tarte tatin.

Satt und angetrunken schlenderten wir durch die warme Samstagnacht und viel Ausgeh-Volk auf den Straßen, in der Außengastronomie und in den Lokalen die Dreiviertelstunde zurück in die Ferienwohnung.

die Kaltmamsell

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