Journal Sonntag, 9. August 2026 – Brighton 9 mit Lauf-Schatten und nochmal Sunday Roast
Montag, 10. August 2026 um 9:59Für gestern waren rapide steigende Temperaturen angekündigt, also ging ich vernünftig (nach Morgenkaffee) erst Laufen, bevor ich den Vortag verbloggte. Der Lohn für Start um 8:20 Uhr: Grad noch so okaye Temperatur, vor allem aber ein paar Mal mehrere Meter echter Schatten.
Die Karussels schliefen noch.
Schatten unterm riesigen Feigenbaum am Anfang des Undercliff Walks.
Klippenschatten
Steinschlagzaunschatten
Badehüttenschatten
Umkehren hinter Rottingdean.
Es waren bereits zahlreiche Jogger*innen unterwegs (Radler*innen kamen erst am Ende, meist in Ausflugsgruppen); wie schon in den Jahren zuvor fielen mir ihre Plastikwasserflaschen in Ringform auf, in die man so praktisch reingreifen kann, hier ein Beispiel. Nachdem ich viele Jahre lang mit einem Fotoapparat in der Hand gelaufen bin, stelle ich mir so eine Flasche auch nicht hinderlicher vor. (Im Sommer tränke ich gerne unterwegs Wasser, doch Trinkflaschengürtel wackelten mir zu sehr, und extra einen Rucksack mit Wasserbeuteln will ich mir nicht umschnallen.)
Den Rückweg nach Laufende legte ich so, dass ich für Herrn Kaltmamsell Sonntagszeitungen besorgen konnte (neben der bestellten Sunday Times nahm ich noch den Sunday Telegraph mit). Plan war eigentlich anschließendes Bad im Meer gewesen. Doch auf dem Weg vom Supermarkt zur Ferienwohnung, langsam und in rapide zunehmender Hitze immer Schatten suchend, musste ich mir gestehen: Ich mochte nicht. Sehr nicht. Erstmal wollte ich nicht mehr raus.
Also ausführliches Duschen und Pflegen, die Wohnung kühlend abgedunkelt.
Herr Kaltmamsell wünschte sich nochmal Sunday Roast, hatte im angepeilten Pub Lion & Lobster aber nur noch für 15 Uhr eine Reservierung bekommen. Dann wurde halt so lange gehungert, Appetit hatte ich eh keinen.
Beim Verlassen der Wohnung die Überraschung: Es hatte abgekühlt, statt wie erwartet immer wärmer zu werden. (Sage ich doch: völlig neue Wettererfahrungen hier.)
Im Pub wurden wir aber nach oben ins Restaurant geschickt, also kein richtiger Pub Sunday Roast.
Ich war neugierig auf das vegetarische Angebot: Veggie wellington (scheint derzeit der vegetarische Standard zu sein).
Schmeckte herrlich gemüsig-linsig. Dazu ein Pint Lager Shandy (Radler). Herr Kaltmamsell hatte Porcetta und Cider. Ich überredete ihn noch zu einem Sticky Toffee Pudding als Nachtisch – als Vergleich zu seinem.
Anschließendes Bummeln, unter anderem im Einkaufszentrum am Churchill Square (viel Leerstand). In einem Sportbekleidungsladen fragte ich nach der Wasserflasche oben: Sie führten gar keine, auf Nachfrage schickte man mich zum örtlichen Decathlon. Da der gerade am Schließen war, komme ich wieder.
Diese Netz-Ballerinas aus allen möglichen Materialien sehe ich hier auffallend häufig an den Füßen eher junger Frauen (kannte sie bereits aus instagram-Werbung und in München sehr vereinzelt auch getragen). Ebenfalls auffallend häufig: Permanent clothing, im Sommer naturgemäß sichtbarer als in angezogeneren Jahreszeiten, bis hin zu schlicht komplett schwarz tätowierten Armen und Beinen, Männer auch mal inklusive Kopf tintenbekleidet.
Gechillter Restsonntag mit Lesen, mühevolles Buchen der nächsten Bahnreise im August zu Freunden in der “(Sieg)”-Gegend.
Abends hatte ich nochmal richtig Hunger, aß Skyr und Joghurt mit Nektarinen, ein Stück Käse, Süßigkeiten.
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Nils Minkmar fällt in seinem aktuellen Newsletter ein schöner Vergleich ein für die politische Tatenlosigkeit angesichts der derzeit nicht zu übersehenden Auswirkungen der Klimakatastrophe:
“Nichts in Ordnung”.














