Journal Montag, 17. August 2026 – Spaghetti Carborizo
Dienstag, 18. August 2026 um 6:36Wieder nicht genug Schlaf: Nach sehr frühem Schlaf wie Stein – ich war vor lauter Müdigkeit ins Bett nur noch getorkelt – gab es ein langes, langes Loch nach Mitternacht, ausgelöst von Gebrüll im Nußbaumpark (Ohrstöpsel schon seit Monaten wieder Standardausrüstung).
Der angekündigte Temperatursturz mit Gewittern war ausgeblieben, ich setzte mich in schwüle Luft auf meinen Balkonkaffee.
Oktoberfestaufbau aktuell.
Schwül auch der Arbeitsweg, mit dem vollen Rucksack (Arbeitslaptop, sonstiges Material) traf ich gut feucht geschwitzt an meinem Arbeitsplatz ein.
Superemsiges, aber geordnetes Abarbeiten, erleichtert durch viele leere Büros. Mittagscappuccino zweischen zwei Terminen aus der Cafeteria, diesmal sogar besonders gut.
Mittags hurtig per U-Bahn in die Innenstadt, um mir in einer Arztpraxis ein Rezept ausstellen zu lassen. JETZT gab es endlich Regen und Gewitter – aber ich Füchsin hatte einen Schirm eingesteckt. Das Beste: Der Regen hielt sogar eine Weile an, mehrere Stunden!
Zu Mittag gab es selbstgebackenes Brot sowie Nektarinen.
Nachmittags suchte ich zweimal die Gelegenheit rauszukommen: Tiefe Atemzüge in der herrlichen Regenluft.
Meine Treppenfitness hatte nicht unter der zweiwöchigen Pause gelitten.
Zu Feierabend hatte der Regen aufgehört, die Sonne kam heraus. Ich ging über Einkäufe beim Drogeriemarkt und bei Lidl nach Hause. Dort eine halbe Stunde Yoga, anstrengend und wohltuend.
Highlight des Tages Abendessen.
Wir wissen ja: Sprache schafft Wirklichkeit. Im Englandurlaub war mir das Gericht namens Spaghetti Carborizo eingefallen, also Spaghetti Carbonara, aber mit Chorizo statt Guanciale. Da wollte ich es aber auch mal essen, und Herr Kaltmamsell bekam den Auftrag zur Umsetzung. Den erfüllte er gestern.
Ja, kann man sehr gut machen. Zur Verstärkung des Geschmacks (und für ein bisschen mehr Schärfe) holten wir uns nach dem Foto noch Chorizo-Öl, das beim Braten ausgetreten war – besser!
Als Dessert hatte Herr Kaltmamsell Eton Mess nach Anregung des Restaurants St. John in London gemacht: in die Sahne Frischkäse gemischt (was, wie er bei der Recherche nach dem Mischungsverhältnis herausgefunden hatte, in UK eh gerade ein Trend ist). Guter Nachtisch, aber Herr Kaltmamsell steht möglicherweise vor einer längeren Testreihe Sahne-Frischkäse.
Dann noch Fruchtgummi und Schokolade.
Im Fernseher ließen wir den vielgerühmten deutschen Spielfilm Der Buchspazierer laufen, und ich stolperte bei aller Amelie-Märchenhaftig- und -niedlichkeit über die Realitätsferne des Buchladens (eigentlich ein Antiquariat, das kollidiert aber mit der Handlung) und des Buchverkaufens – was meine Rezeption völlig dominierte. Wie so oft wunderte ich mich über diese künstlerische Entscheidung, weil die Wirklichkeit doch viel interessantere Noten geliefert hätte als diese Verzerrung.
Früh ins Bett zum Lesen.
§
Mir scheint es praxis- und lösungsorientiert, alle politischen Maßnahmen auf Klimaschutz abzuklopfen und auf Linderung von Folgen der Klimakatastrophe, aber mir fallen sofort ganz konkrete Menschen ein, die diese meine Haltung “ideologisch” nennen würden. Obwohl Leute, die solche Einschätzungen beruflich machen, mir beipflichten. Frau Büüsker fasst in ihrem aktuellen Newsletter zusammen:
“Klimasommer 2026 – Und jetzt?”
Obwohl der Nutzen von naturbasierten Lösungen aber vielfach wissenschaftlich klar belegt ist: Sie in ein auf Gewinnmaximierung orientiertes System zu intergieren ist schwierig, weil sich diesen Lösungen kein konkreter Geldwert zuschreiben lässt.






