Journal Freitag, 4. September 2026 – Griechischer Abend daheim
Samstag, 5. September 2026 um 8:07Die Nacht war ok, dennoch drückte mich am Morgen und Vormittag Müdigkeit gen Boden.
Die Luft draußen unter Wolken mild, wie schon am Abend zuvor roch sie herrlich nach Sommerabschied, aber noch fast ohne Herbst.
Nach der Zeitung sah ich erst gar nicht: Am Donnerstag hatte mich der Abo-Service der Süddeutschen mit der Information kontaktiert, dass ihr für die Zustellung ins Haus “kein Haustürschlüssel mehr zur Verfügung” stehe. Da sich am Schloss nichts geändert hat, wurde der Schlüssel wohl einfach verschmissen. Man bat mich für einen neuen Schlüssel um Kontakt zur Hausverwaltung. Mal wieder stehe ich vor der Entscheidung, ganz auf das (deutlich günstigere) Digital-Abo zu wechseln. Die Papier-Ausgabe leistete ich mir ja vor allem, um in der Mittagspause im Büro ein deutlich sichtbares Signal für *Bitte nicht stören, ich habe Pause* auf dem Schreibtisch zu haben, beim Online-Lesen im Urlaub vermisste ich eigentlich nichts. Ich verschob die Entscheidung und gab erstmal den Kontakt zur Hausverwaltung weiter (die seit ein paar Monaten eine in Stuttgart ist).
Im Büro einige Stunden hochkonzentrierte Termin- und Reiseplanung. Im Verlauf zeichnete sich bereits ab, dass ein dringender Spezialwunsch auf einem Irrtum basierte, aber dann plane ich halt nochmal neu, kriege ich ja alles bezahlt.
Mittagscappuccino aus der in-house Cafeteria, weil ich die eigentliche Mittagszeit für Einkäufe nutzte: Ich hatte mir fürs Abendessen von Herrn Kaltmamsell Lamm mit Kritaraki gewünscht, im unweit gelegenen großen Griechenladen Omilos besorgte ich dafür Käse Kefalotiri und dazu griechischen Weißwein.
Wie angekündigt war es unter jetzt wolkenlosem Himmel heiß geworden; auf dem Hinweg wärmte ich mich noch gerne in der Sonne von der Kühlschrankkälte des Büros, zurück war ich bereits um den kräftigen Wind froh.
Zu Mittag gabe es vom vorabendlichen Bulgursalat sowie zwei mehlige Plattpfirsiche.
Halbwegs geordneter Arbeitsnachmittag, freitäglich pünktlicher Feierabend. Meinen Heimweg legte ich nochmal über den Stachus: Die Fotoautomatenfirma hatte mich freundlicherweise informiert, dass zumindest einer der beiden Geräte wieder benutzbar war.
Auf dem Weg nutzte ich Schatten, es war zwar nicht extrem, aber doch unangenehm heiß – ich genoss vor allem das Sommerlicht.
Fotoautomatenerfolg!
Im Bodyshop fragte ich nach Resten des diesjährigen Sommer-Specials “White Tea and Elderflower”, deren Duft mir besonders gut gefallen hatte: Vom Duschgel hatte ich noch reichlich, doch die Körpercreme dazu würde nicht bis Ende Duschgel reichen, und ich mische ungern Düfte. Leider gab es keine Creme mehr, ich werde halt die fast neutral riechende Oliven-Creme kombinieren.
Zu Hause duftete es bereits wundervoll nach Abendessen, ich stellte den Wein kalt. Eine längere Runde Yoga geturnt, meine aktuell verschäften Kreuzschmerzen rechts überging ich einfach.
Jetzt aber Wochenend-Alkohol!
Herr Kaltmamsell hatte unter Verwendung eine neu eingetroffenen Birnenschnapps einen Daiquiry geschüttelt – gut!
Zum Essen öffnete ich einen kretischen Vidiano Zacharioudakis 2022 (ausgesucht, weil autochthone kretische Rebsorte), der uns gleich mit ganz eigenen Noten begeisterte: Kräuter und Mineralisches in der Nase, Röstaromen im Mund. Ich will herausfinden, in welchem griechischen Lokal in München man Weine ernst nimmt und ich mehr probieren kann (sollten Sie eines wissen, freue ich mich über Tipps an die Kontaktadresse links).
Zum Festhalten: So weit südlich geht derzeit schon wieder die Sonne unter – im Höchstsommer verschwindet sie erst nach Wanderung über das Gebäude rechts.
Herr Kaltmamsell hatte das Giouvetsi im Schnellkochttopf gemacht, es wurde mit würziger Sauce und zartem Lamm hervorragend.
Nachtisch zu viel Schokolade.
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Erst hielt ich überhaupt für einen Scherz, dass Wolfgang Herrndorfs Blog Arbeit und Struktur verfilmt werden soll. Als dann noch jemand erwähnte, Herrndorf werde von Sandra Hüller gespielt, schmiss ich mich weg vor Lachen – das konnte nur Satire Marke Postillon sein.
Seit gestern lache ich nicht mehr.
“Biopic ‘Arbeit und Struktur’
Sandra Hüller spielt Wolfgang Herrndorf”
(Dabei hätte ich Hüller ja eher als Kathrin Passig gesehen EMOJI MIT SCHRÄG RAUSGESTRECKTER ZUNGE UND VERDREHTEN AUGEN)
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Solche Überriech-Wesen wie ich wussten es schon immer, mussten aber durch Rüffel lernen, dass “alt” immer als Herabsetzung ankommt, und behielten fortan ihre Wahrnehmung bei sich.
“Do people really smell different as they get older? The truth behind ‘old person smell’”.
Baby-Fans schwärmen doch auch vom Baby-Geruch: Wenn Menschen am Lebensanfang erkennbar so riechen, dazwischen vom Raubtierkäfig-Odeur einiger Teeanger die Rede ist – liegt doch nur nahe, dass man auch alten Menschen die Lebensphase anriecht.
Experts say that we do smell different as we age. “It’s one of the most universal, least talked-about parts of being human,” says Dr Roya Javid, a dermatologist in Monterey, California. “It’s just biology, unfolding on schedule, the same way we grow taller, then our hair goes gray. Every single person on the planet goes through these same transitions.”
(…)
“Our skin is coated in a thin layer of natural oils called skin lipids. They keep skin soft, waterproof and protected,” she says. Those lipids are made up of fatty acids, and as we age, the fatty acids change in composition. At the same time, the skin’s ability to fight off every day wear-and-tear slows down. The oils are more exposed, and when they break down through oxidation, they release 2-nonenal.
Deshalb irritierte mich während des Studiums sehr, dass ich an einer jungen Kommilitonin Altmenschengeruch wahrnahm. Später erfuhr ich, dass sie wegen eines Herzleidens Medikamente nahm, die man üblicherweise erst im hohen Alter benötigt; leider erreichte sie dieses erst gar nicht, sondern starb früh.










