Journal Donnerstag, 22. Oktober 2026 – Ein paar Tupfer Oktobergold

Freitag, 23. Oktober 2026 um 6:23

Recht guter Schlaf bis auf die sehr unruhige letzte Stunde. Dass das ein körperlich interessanter Tag werden könnte, merkte ich beim Aufstehen: Kreuzschmerzen ließen mich schier nicht in die Senkrechte. Massieren der LWS-Muskulatur schaffte zumindest dies.

Morgenblaue Stunde am Bavariaring, scharfer kalter Wind.

Schon auf dem Weg in die Arbeit fielen mir eine Reihe loser Enden ein, auf deren Knüpfen durch Zuarbeit ich mich verlassen hatte – was wohl nicht passiert war. Also am Schreibtisch erstmal ein paar freundliche (wirklich) Mails losgeschickt. Im Lauf des Vormittags zeigte sich: Das war notwendig, ich werde auf bestimmte Finger noch genauer schauen müssen.

Um das benachbarten Bürohochhaus sah ich vor wolkenlos blauem Himmel zwei Falken elegant im Wind, drumrum drei deutlich weniger elegante Krähen, die sicher dennoch nervten.

Grad um die Mittagszeit wurde es hektisch mit Dringlichkeiten, dennoch schaffte ich es raus auf Mittagscappuccino und Markteinkäufe – der Bodensee-Obststand war zurück.

Zu Mittag gab es eine Crowdfarming-Avocado – die sich als partiell gereift erwies, hatte ich auch noch nicht: Nur ein Drittel ließ sich cremig aus der Schale löffeln, der Rest war hart und bitter. Außerdem Crowdfarming-Mango (sehr gut) mit Sojajoghurt.

Mittel-anstrengender Nachmittag. Heimweg direkt, dann zu Hause warteten Körperpflege und Häuslichkeiten, ich freute mich auf einen Übernachtungsgast, für den ich Dinge vorbereitete. Außerdem Kostümprobe für die Bloglesung.

Zum Nachtmahl machte ich den Ernteanteil-Endiviensalat mit Orangensaft-Tahini-Dressing an, Herr Kaltmamsell garte den Ernteanteil-Spinat mit roter Paprika, Pinienkernen, Erdnussmus. Sehr gutes Abendessen. Nachtisch Schokolade.

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Auf einer Bürgerversammlung meines Stadtbezirks 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wurde vor Jahren ein Antrag angenommen, der beiden auf dem Alten Südfriedhof beerdigten Juri und Miranha mit einem Denkmal zu – nun – gedenken. Von diesen beiden hatte ich bei einer Friedhofsführung erfahren, hier die Wikipedia-Zusammenfassung:

Juri und Miranha sind zwei indigene Kinder aus Brasilien, die 1820 von den beiden Naturwissenschaftlern Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius nach München gebracht wurden. Die Namen der beiden Kinder sind nicht überliefert, Juri (= Yuri) und Miranha sind die Namen der indigenen Völker, aus denen sie stammten. Sie wurden auf die Namen Johannes (Juri) und Isabella (Miranha) getauft. Die beiden wurden öffentlich zur Schau gestellt und sind schon bald verstorben, Juri am 11. Juni 1821, Miranha am 20. Mai 1822 (beide in München).

Sie galten seinerzeit als “naturkundliche Objekte” und sind nur ein Aspekt der vielen kolonialen Verbrechen. Der Newsletter von “Public History München” (gehört zum Kulturreferat der Stadt) informierte mich, dass es dieses Denkmal nun geben soll, allerdings als Teil des übergreifenden Kunstprojekts “Sensing Sites – Dekoloniale Gedächtnissuche”. Ab heute und übers Wochenende gibt es zur Errichtung Veranstaltungen.

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“Frankreich Proteste weiten sich nach Wien aus” laut Stefanie Sargnagel.

die Kaltmamsell

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