Journal Samstag, 24. Oktober 2026 – Schlaglichter auf die Bloglesung
Sonntag, 25. Oktober 2026 um 12:39Das war gestern ein überwältigender Tag und Abend – es wird eine Weile dauern, bis ich den Sturm an Eindrücken und Gefühlen sortiert kriege und verarbeite. Die Berichterstattung über die Bloglesung im (sensationellen) Münchner Boxwerk werden Sie sich eher woanders holen müssen, ich bin noch nicht so weit (und saß für Berichterstattung ja auch auf der falschen Seite).
Unruhige Nacht, aufgewacht mit Kopfweh, gegen das auch Ibu nicht half (über den Vormittag fast schon migränoide Symptome). Erstmal duschte ich, um Frühstücksemmeln zu holen – auch ohne solche Mahlzeit morgens weiß ich ja bei Besuch noch, wie Frühstück geht.
Der Übernachtungsbesuch schlief aus, ich bloggte und kruschte. Dann frühstückten wir ausgiebig zu dritt, Herr Kaltmamsell kann ja zumindest morgens essen.
Vanessa schwimmt gern und im sommerlichen Freibad auch regelmäßig lange Strecken. Als sie vor Wochen ihr Bedauern über das Schließen der Freibäder geäußert hatte und auch diesmal feststellte, dass Schwimmen im Hallenbad sie langweilte (wie ich mittlerweile weiß, mag das auch mit dem erzwungenen Wechsel von einem 50- in ein 25-Meter-Becken zu tun haben), hatte ich angeboten, dass wir am Lesungstag ja ins Dantenbad für einen außer-sommerlichen Freibad-Schwumm gehen könnten. Und das machten wir dann gestern.
Erst nach zwölf ließen wir uns ins Wasser gleiten. Zunächst war eher viel los auf den Schwimmbahnen, aber dann beruhigte sich der Verkehr bis zur Übersichtlichkeit. Vanessa überholte mich ein paar Mal, wir trafen uns nach absolvierter Strecke (ich fühlte mich fit, und jetzt beruhigten sich auch meine Kopfschmerzen).
Zurück bei mir daheim hatte ich zwar immer noch keinen Appetit, doch um drei musste auch ich mal was essen: Äpfel, Skyr. Vor allem aber freute ich mich an weiteren Gesprächen.
Um halb fünf machten wir uns fertig für den Anlass der ganzen Unternehmung und nahmen eine U-Bahn in die Maxvorstand. Herr Kaltmamsell begleitete uns: Er war für die Spendenkasse des Abends zuständig gemacht worden.
Sofort verzaubert von dieser Film-reifen Boxhalle mitten in der Stadt. Inhaber Nick Trachte nahm uns herzlich in Empfang und erzählte uns stolz einige Geschichten zur Ausstattung – unter anderem dass der Boxring (in anderer Funktion) bereits bei den Olympischen Spielen von 1972 im Einsatz war. Im hinteren Bereich wurde auch noch trainiert, magische Atmosphäre. Dort hinten gab es auch ein Kammerl für uns Aktive des Abends, Initiatorin und Veranstalterin Frau Klugscheisser hatte sogar für Catering gesorgt.
Spannend bis zuletzt war ja, ob überhaupt welche und wie viele kommen würden. Es erwies sich: sehr viele. Alle Plätze waren besetzt, Publikum war aus allen Ecken der Republik angereist, einer sogar bis aus Schwabing.
Frau Klugscheisser in Ringrichter-Garderobe sagte uns an, Markus Pfeifer, Novemberregen, meinereine, Vaness Giese lasen in dieser Reihenfolge etwas vor, dazwischen gab es Klaviermusik, nach der Hälfte eine Pause – in der ich endlich Lust auf die Luxus-Butterbrezen aus dem Catering hatte. Während die anderen lasen, saß der Rest im Hintergrund des Boxrings. Ich hatte mich für dieses Outfit entschieden:
Sportarten-Wolpertinger (von unten: Joggen, Yoga, Joggen, Schwimmen).
Hier bei der Kostümprobe am Donnerstag, gestern ließ ich die Schwimmbrille dann doch hochgeschoben.
Danach warf ich mir Wärmendes über, traf dann Leute: Seit Jahrzehnten aus dem Internet vertraute Menschen, viele Leserinnen dieses Blogs, einige mit herzwärmenden Geschenken – ich hoffe, ich wurde Ihnen allen ein wenig gerecht und dass meine Überforderung nicht als Missachtung ankam.
Dazwischen die Bloggerin, die bereits Jahrzehnte vor einem triumphierenden “bin ja schon Dreiundneunzig!” mit ihrer schieren Existenz prahlen kann und dafür gefeiert wird. Und die als Premium-Vorklatscherin in der ersten Reihe aktiv war.
Im Gespräch auch so manche Ex-Bloggende, die sich bewogen zeigten, ihre Blogs zu reaktivieren – ach, das wäre schön. Frau Klugscheisser hatte eine Magnum-Flasche (meines) Lieblings-Cremants Bouvet dabei, mit dem Inhalt stießen wir auf den gelungenen Abend an.
Danach ein Blick zurück ins Boxwerk von @croco, bevor wir ums Eck in die Wirtschaft vom Freitagabend einkehrten – die dieser Teil des Publikums praktisch komplett füllte. Allerdings wurde sie schon um Mitternacht geschlossen; Teile der Gruppe zogen weiter zum Karaoke-Singen, mich zog es massiv ins Bett, und ich nahm mit Herrn Kaltmamsell eine U-Bahn nach Hause. (Wo ich natürlich vor lauter Überdrehtheit nicht einschlafen konnte.)






