Journal Donnerstag, 5. November 2026 – #Uralub Tag 5 und #WMDEDGT mit Kunst in Stuttgart
Freitag, 6. November 2026 um 8:12An jedem 5. im Monat regt Frau Brüllen mit der Frage “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” zum Tagebuchbloggen an und sammelt die Antworten unter dem Hashtag #WMDEDGT, diesmal hier.
Reichlich geschlafen, erholt (und immer noch sehr satt) aufgewacht.
Ich bloggte erstmal in Ruhe, bevor wir packten und uns aus dem Hotel verabschiedeten. Vager Plan war gewesen, den Stuttgart-Aufenthalt für einen Besuch der Staatsgalerie zu nutzen: Dort war ich vor fast 40 Jahren mal gewesen. Und tatsächlich: Darauf hatten wir Lust.
Erstmal gab es Morgenkaffee in einer kleinen Bäckerei am Olgaeck (sehr schöner Ortsname), Herr Kaltmamsell frühstückte auch. Die Staatsgalerie war nicht weit, Stuttgart schenkte uns Sonnenschein.
Einige Bereiche des Museums wurden gerade umgebaut, ich war aber sogar dankbar, dass das die Auswahl einschränkte. Am gründlichsten sahen wir uns in der Abteilung zeitgenössische Kunst um.
Ausschnitt des Raums “Stuttgart Notebooks 2017” von Dan Perjovschi: Er hatte auf die Wände Notizen übertragen, die er sich während einer Konferenz in ein Heft gemacht hatte.
Auch die Räume mit italienischer Malerei sahen wir an.
Ich stolperte über einen Bild-Titel, der sich wie der Prompt für einen Bildgenerator las.
Ergebnis
Pietro Bellotti: “Parca Lachesis” von 1654 – ein schöner Beleg, dass die damals nahezu Foto-Realismus durchaus konnten, aber das war halt zu der Zeit überhaupt nicht das Ziel von Kunst.
Dann hatten wir gerade noch genug Aufnahmefähigkeit für die Ausstellung “Bäng! – Radikale Künstlerinnen aus dem Archiv Sohm”.
Herr Kaltmamsell spielte Tischtennis mit VALIE EXPORT.
Jetzt suchten wir uns einen passenden Zug für die Heimfahrt aus, bis dahin war noch Zeit. Ich setzte mich um halb zwei mit Herrn Kaltmamsell zum Frühstücken in den Café-Bereich einer Bäckerei in der Fußgängerzone: Körnersemmel mit Frischkäse, ein Stück Apfelkuchen.
Der arme ehemalige Bahnhof Stuttgart. In dem langen Durchgang zu den Gleisen viele interessasnte Fotos des Baufortschritts, allerdings erheiterte mich der Titel “ERLEBBARE BAUSTELLE”: Ja, äh, so kann man auf absehbare Zeit auch das Münchner Bahnhofsviertel nennen – aber das ist nicht schön.
Heimfahrt per Regionalbahnen (Deutschlandticket ist super!) mit Umsteigen in Aalen. Wir fuhren durch golden besonnte Landschaft, sahen nach und nach Weinberge verschwinden, Reiher, Störche, Falken, die Ebene des Nördlinger Rieses, am Bahnhof Nördlingen alte Bahnwaggons und Lokomotiven des Bayerischen Eisenbahnmuseums in verschiedenen Phasen des Verfalls und der Renovierung. (Gleich mal gecheckt: Es wird dieses Jahr im Advent wieder Dampflok-Fahrten in München geben!)
Ich las Internet und in der mühsamen letzten Stunde Fahrt (die Verspätung fühlte sich in Kreuz und Po deutlich länger als 15 Minuten an) auch Roman. Unterwegs hatte ich mit Herrn Kaltmamsell Abendessenspläne abgestimmt, wir waren bei Shakshuka gelandet (große Lust auf Gemüse); dafür kauften wir auf dem Heimweg vom Bahnhof beim Lidl ein – UND nutzten endlich mal die Gelegenheit, in einer der immer mehr arabischen Kleinbäckereien im südlichen Bahnhofsviertel Fladenbrot zu besorgen.
Zu Hause auspacken und Heizung aufdrehen, Herr Kaltmamsell stellte sich in die Küche.
Gutes Abendessen. Nachtisch Schokolade.
Früh ins Bett zum Lesen.














