20 Sachen über mich

Sonntag, 13. Oktober 2013 um 8:55

Wer seit zehn Jahren nabelschaubloggt, bietet ihren Leserinnen und Lesern wohl kaum Überraschungen.

1. Ich bin etwa die Hälfte der Zeit mehr oder weniger wütend, deutlich über den Münchner Grant hinaus. Das ist ganz schön anstrengend.

2. Da diese Wut zu 99% sachlich gesehen unbegründet ist, ist sie mir peinlich, und ich möchte zumindest niemanden damit belästigen. Unter anderem deshalb bin ich so gerne allein.

3. Praktisch jeder und jede in meinem Gesichtskreis entwickelt sich weiter, packt neue Lebensabschnitte an, fängt Feuer für neue Projekte und Tätigkeiten, streift Häute ab. Nur ich entwickle mich zurück, verliere Antrieb, Ideen, Zuversicht. Derzeit bin ich etwa wieder so weit wie mit 16 – mit dem Unterschied, dass ich viel mehr weiß und mir zu allem viel mehr faktische Hindernisse und schlechte Erfahrungen einfallen.

4. Ich habe keinen Einrichtungsgeschmack. Mir gefällt auf Nachfrage sehr viel (von selbst mache ich mir praktisch nie Gedanken darüber), wenig überhaupt nicht. Dennoch fühle ich mich in manchen Wohnumgebungen deutlich wohler als in anderen. Vielleicht bekomme ich bis zum Ende meines Lebens zumindest heraus, welcher Einrichtungsstil dieses Wohlgefühl verursacht.

5. Ich wäre gerne abenteuer- und reiselustig.

6. Ich halte mich für überdurchschnittlich intelligent (im Sinne von Geschwindigkeit der Informationsaufnahme und -verarbeitung). Und halte das wiederum für einen Beleg, dass ich in erster Linie überdurchschnittlich eingebildet bin.

7. Ich bin eine miese Freundin, unzuverlässig, schwer zu greifen und bei kleinsten Hindernissen (äußerlich oder innerlich) bereit mich zurückzuziehen.

8. Ich halte mich wirklich für durchschnittlich und normal bis spießig. Deshalb stolpere ich immer wieder darüber, dass so viele Menschen Dinge völlig anders sehen und angehen – wo es doch für meine ganz normale Sicht so viele gute und vernünftige Gründe gibt.

9. Wenn ich einen Kuchen backen möchte, fällt mir immer als Erstes Käsekuchen ein. Dann Marmorkuchen, als Drittes Apfelkuchen. Tatsächlich backe ich dann aber irgendwas Neues, Spannendes, was ich gerade in einem Foodblog gefunden habe.

10. Es macht mich nicht froh, richtig viel Geld zu verdienen.

11. Wenn es mir schlecht geht, bekommt das meist nur der Mitbewohner mit. Am liebsten bin ich dann eh allein, und unter Menschen will ich ja bitte, dass die anderen mir angenehm entgegentreten – das täten sie nicht, wenn ich ihnen meinen Grant anhängte.

12. Ich tanze sehr gerne, habe mich aber damit abgefunden, dass ich fast nie Gelegenheit dazu habe. Unter anderem weil mir offensichtlich anderes wichtiger ist.

13. Privater Umgang mit Menschen fällt mir schwer, es gibt nur ganz wenige Menschen, in deren Gegenwart ich mich entspanne.

14. Seit fast zwei Jahren bin ich in psychoanalytischer Therapie. Zum zweiten Mal nach 2003-2006. Besser geht’s mir diesmal trotzdem nicht, deshalb werde ich das sehr wahrscheinlich demnächst bleiben lassen.

15. Lakritze mag ich eigentlich nicht. Und esse sie trotzdem im Haribo-Konfekt, weil sie dort dazugehört. Oder als Lakritzschnecken, weil die sich so lustig abrollend essen und es kein vergleichbares Kaugefühl gibt.

16. Ich trage nie Armbanduhr und fast nie Fingerringe.

17. Es macht mich froh, immer weniger zu besitzen. Das war eine schleichende Entwicklung; noch bis in die 30er freute ich mich am Anwachsen meiner Dinge. Ein epiphanischer Moment war die Wohnungseinweihung einer Kollegin, die sich kurz zuvor von ihrem Partner getrennt hatte und nur wenig besaß: Das löste nicht nur wegen der Ästhetik eine Art Neid bei mir aus. Damals beschloss ich, dass mein Besitz auf keinen Fall mehr werden sollte; für jedes neue Ding würde ein vorhandenes rausfliegen müssen (im Prinzip; tatsächlich bin ich natürlich inkonsequent). Irgendwann wurde das Wegwerfen immer schöner.
Noch ist die größte Ausnahme Kleidung (nicht Schuhe): Hier habe ich noch sehr stark den „Haben!“-Impuls, wenn mir etwas sehr gut gefällt. Doch ich besitze bereits so viel schöne und hochwertige Kleidung, an der ich mich kein bisschen abgesehen habe, dass mich der vernünftige innere Hinweis auf all die Kleidungsstücke mit ähnlicher gestalterischer oder funktionaler Funktion mittlerweile recht zuverlässig von Neukäufen abhält.

18. Ich fiesle Nagelhäute. Meine Hände sind eine kuriose Mischung aus ältlich, verbraucht und zwölfjährigem Schulmädel.

19. Ich kann Frischhaltefolie unfallfrei abreißen und verwenden.

20. Da draußen verhalte ich mich meisten genau wie die von Sibylle Berg beschriebenen Selbstgerechten (ein Grund für die in 1. beschriebene Wut) . Die Welt profitiert sehr davon, dass ich am liebsten für mich bin.

Stöckchen hier aufgehoben.

Weitere 20 Sachen gibt es unter anderem über dasnuf, Anne Schüssler, 1ppm.

die Kaltmamsell

53 mal Beifall zu “20 Sachen über mich”

  1. Viktor meint:

    Wer 1., 2., 3., 6., 8., 13. liest, mag sich nicht über 14. wundern.

    Offensichtlich nicht unbedingt die richtige Richtung, schon mal über Alternativen auf dem Therapiemarkt nachgedacht?

    (Und natürlich mein obligates SORRY, wenn das jetzt zu grenzüberschreitend war und mächtige Wut auslösen sollte…)

  2. Micha meint:

    5 Gedanken zu Ihren 20:

    Sie können nahezu schreiben, was Sie wollen – meine Sympathie hüpft Ihnen nur so entgegen.

    Entgegen der landläufigen Meinung halte ich nicht viel von Psychotherapie. Meistens werden Patienten eher als Kunden behandelt – fiel mir mal wieder störend auf bei *Mängelexemplar* von Sarah Kuttner. Ich glaube fest an Ihren gesunden Menschenverstand – und der wird schon regulierend eingreifen, wenn Sie gar zu sehr über die Strenge schlagen.

    Und Tanzen, ja das tue ich erschreckend viel zu selten, in Anbetracht wie sehr ich es liebe.

    *Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind* (J. Anouilh)

    Frischhaltefolie fizzelt IMMER bei mir.

  3. waltraut meint:

    Mein Verständnis ist gross, denn in vielen dieser 20 Dinge sehe ich mich wieder, ausser der Therapie, der Folie, den Fingerringen und den Nagelhäutchen. Aber meistens komme ich aus diesem (Herbst)Loch wieder heraus und dann finde ich das Leben schön, die Anderen nett und die Klimaerwärmung und die Fleischesser auch nicht so schlimm.
    Ich finde es sehr mutig, sein Inneres so offenzulegen. Gute Wünsche

  4. Regina meint:

    Heute möchte ich auch mal kommentieren, sonst nur stille, treue und sehr gerne Mitleserin :
    – Auch ich finde es sehr mutig, das Innere so öffentlich zu machen
    – Auch von mir finden 99.9% Ihrer Beiträge meine volle Sympathie
    – Auch ich bin über Psychoanalyse gespalten. Mir hilft anderes besser, aus Erfahrung. Da muss jede/r den eigenen Weg finden. Nicht einfach. Wem sage ich das …
    – Auch ich bin so oft wütend, das fängt sich bei manchen Dingen an zu bessern – bei anderen gar nicht bis im Gegenteil
    – Auch ich bin am liebsten allein, gebe aber zu, dass soziale Kontakte (in kontrollierbaren Mengen) durchaus gut tun können
    – Was ist Nagelhäutchen fieseln ?
    – Frischhaltefolie geht GAR NICHT, kann ich nicht, will ich auch nicht mehr
    – Ihre Kleidung und ihre Figur in dieser Kleidung bewundere und beneide ich täglich ! Sie sind mir ein grosses Vorbild und ich spiele – auch dank Ihnen – mit dem Gedanken, meine Bewegungsaufwand deutlich zu vergrössern
    – Überhaupt bewundere ich Sie sehr oft, Ihre breit gefächerten, fundierten Interessen, Wissen, Sprachbeherrschung, Ihren blog.
    Ich habe den Eindruck, Sie sind ein sehr toller Mensch, eine tolle Frau, und wünsche Ihnen alles Gute.

  5. Isabella Donnerhall meint:

    Ach, ach. Bis auf die Sache mit der Folie (meine Bewunderung!), habe ich beim Lesen immer zu genickt. Ähnliche Dinge finden sich ja auch bei ganz vielen Bloggern.

    Und vielleicht schreiben wir grantligen, introvertierten Hascherl darum so gern ins Internet. Unsere Sonderbarkeit trägt hier wenigstens Früchte.

    Mir hat eine wohlmeinende Lehrerin mal gesagt, dass es so Menschen wie mich unbedingt geben muss, weil wir eine andere Perspektive haben. Also bleiben Sie ruhig grantlig und alles. Der Glauben daran, dass man gerade wegen seiner Fehler einen Platz in der Welt hat, hilft manchmal. Mir hat er geholfen. (Und diverse Jahre Therapie. Was soll man auch machen, man bleibt ein Alien.)

    Was ich eigentlich sagen wollte: Danke. Für diese 20 und all die anderen kleinen Dinge, die wir Leser erfahren dürfen.

  6. Thea meint:

    Danke für Ihre große Offenheit. Zustimmung allenthalben. Nach dreieinhalb Jahren Couch – ist schon länger her – kann ich sagen: Es muss nicht sein, aber es war das erste Projekt meines Lebens, das ich von Anfang bis Ende durchgezogen habe. Lassen Sie sich nicht einreden, innerer Widerstand müsse sein, sondern beenden Sie, von dem Sie meinen, es bringt Ihnen nichts. Herzliche Einsiedlergrüße aus der Hauptstadt!

  7. kecks meint:

    ich lese sie seit 2008 rum. punkt psychoanalyse überrascht mich insofern sehr, sehr und nochmal sehr, da die akademische psychologie die psychoanalyse ja dann doch eher als sehr, sehr und nochmal sehr unwissenschaftlich betrachtet (außer vielleicht in frankreich) und sie ja dann doch zu homöpathie und so recht deutlich stellung beziehen. hokuspokus, placebo, im gegensatz zu medikamention und gesprächstherape, verhaltenstherapie und dergleichen. („sie möchten mit ihrer mutter schlafen, deshalb haben sie diesen unterdrückten ärger…“ – „nein, möchte ich nicht!“ – „sehen sie, sie verdrängen das immer noch sehr effektiv…“/ „sie möchten mit ihrer mutter schlafen“ – „ja, stimmt, wenn ich es mir so überlege, ich fühle mich von frauen des typs meiner mutter durchaus sehr angezogen…“ – „na sehen sie, sag ich doch“).

  8. wortschnittchen meint:

    Liebe Kaltmamsell, das mit dem Tanzen sollten wir bei Ihrem nächsten Berlinbesuch mit einigen anderen soziophoben Digital Natives unbedingt ändern.

  9. Liisa meint:

    Liebe Kaltmamsell, so lange lese ich hier schon mit und doch hat mich manches in der Aufzählung noch überraschen können. Aber das ist ja gerade das spannende im Leben und in der Begegnung (in welcher Form auch immer) mit Menschen, es wird nicht langweilig sondern es gibt immer noch neue Facetten zu entdecken. Wäre ja auch langweilig, wenn es anders wäre.

    Bei vielen Punkten saß ich nickend da und dachte bei mir „check, check, check“.

    Gerade dieser Tage frage ich mich mal wieder, was es bedeutet, wenn man nicht mal im Internet – wo doch angeblich für jeden Platz ist und es eine Nische gibt – das Gefühl hat, irgendwie hineinzupassen. Wenn man ein Außenseiter bleibt, so sehr man sich auch darum bemüht Teil des Ganzen zu sein, so sehr man sich wünschte, das es anders wäre. Dann lese ich Ihre ehrlichen „20 Sachen über mich“ und auf einmal bin ich getröstet. Getröstet, weil ich sehe, es geht auch anderen so. Nicht nur ich bin von Selbstzweifeln und viel zu hohen Ansprüchen an mich selbst (und manchmal vielleicht auch an andere) geplagt. Also gehöre ich doch irgendwie „dazu“. Und Sie, sie gehören für mich sowieso „dazu“, ohne Zweifel. Ich würde Sie, Ihre Gedanken, Themen, etc. wirklich und wahrhaftig vermissen und ich bin sicher, viele andere auch. Und vielleicht ist es ja so, dass ich für andere auch „dazu“ gehöre auch wenn ich mir das nicht wirklich vorstellen kann und mir mein Gefühl etwas ganz anderes erzählt.

    Abgesehen davon wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie mit sich selbst ein bisschen gnädiger sein könnten. Ich weiß, wie schwer das fallen kann, sich selbst etwas gnädiger zu sein, aber es ist auch ungeheuer befreiend, wenn man es wenigstens punktuell mal hinbekommt.

    In der Hoffnung, jetzt nicht zu Wut und Rantigkeit beigetragen zu haben, ein herzenswarmer Gruß hinüber zu Ihnen!

  10. stedtenhopp meint:

    Was alle anderen sagen, liebe Kaltmamsell.

    Und: dem Appell von wortschnittchen möchte ich mich unbedingt anschließen!

  11. philine meint:

    Liebe Kaltmamsell, Hut ab für Ihre Offenheit. Seien Sie mir bitte nicht Gram, aber statt einer Psychotherapie rate ich Ihnen aufgrund Ihres Alters den Besuch eines erfahrenen Frauenarztes an. Das Klimakterium ist ja bekanntlich keine Krankheit, sondern etwas was eben einfach so kommt. Die eine treibt es um, die Andere lässt es kühler.
    Auch hier sind Gründe für Wut, Unausgeglichenheit, Bettflucht und Selbstzweifel und Aktionismus zu finden. Will hier auf die Symptome nicht näher eingehen, die muss jeder selbst einschätzen. Eine Freundin war dankbar für die Mittel des Frauenarztes und hat ihre Mitte wieder gefunden.
    Seien Sie gelassen und stressen Sie sich nicht: ein Herunterfahren der Aktivitäten, selbst auferlegt und/oder von anderen erwartet bringt mehr, als allem entsprechen zu müssen. Setzen Sie sich doch einfach mal in die Sonne und glotzen auf die Isar und hören Sie das Wasser, ohne Rennen, ohne alles: einfach nur geniessen und schauen. Yoga ist sicherlich ein sehr guter Ausgangspunkt: Mitte finden und sich im positiven Sinne gehen lassen. Alles nur erdenklich Gute Ihnen. Es gibt keinen Perfektionismus, man muss den Moden nicht nachgehen, man kann auch kulinarisch langweilig sein und vor allem muss kein Mensch ständig Up-to-Date sein um angeblich Mitreden zu können. Jeder darf auch mal mangelhaft sein, was vergessen und jeder darf auch nicht wollen, nicht mögen und bis mittags im Bett liegen bleiben. Weniger ist mehr. Ich musste es lernen und geniesse es, in meiner Freizeit nichts machen zu müssen, sondern nur zu wollen und wenn ich nicht will, dann will ich nicht. Und jeder ist seines eigenen Glückes Schmied – blöder Satz, wenns nicht funktioniert, aber trotzdem hat der Satz Sinn. Es muss halt für sich selbst geschmiedet werden, aber für sich ganz alleine und niemals für die anderen. Die Kompromisse die man eingehen muss, sind gross genug.

  12. Sigourney meint:

    Kann mich Liisa nur anschliessen, bin überrascht und getröstet, Danke für die Offenheit.

  13. Sebastian meint:

    Ja Herrschaft noch mal, das ist ja alles schön und richtig hier, aber warum sagt denn keiner mal, was nach 1 & 2 einem doch mit dem Arsch ins Gischt hupft und vielleicht mal 3 bis 20 ganz einfach ausdünnen könnte:

    RAUS MIT DER WUT, HER DAMIT, BITTE!

    Weil wenn die (1!) die Hälfte der Zeit ausmacht und trotzdem drin bleiben muss oder beim Pingpongspielen allein gegen die Wand abgebaut werden soll – DAS ist anstrengend! Das halbe Leben wegdrücken, hey?

    Und dass eine so gscheite und reflektierende Frau sich 99% ihrer Wut nur einbildet (2!), geh bitte, Anstand ist ja ganz nett, aber dann bitte doch auch dazu stehen, dass Du Dich einfach nicht traust. Aber viel lieber: trauen! Fuck the Intro just once! Mensch, wer rumschreit hat doch eh nie Recht, also was soll’s? Und wer weiß, vielleicht ist ja mehr Brauchbares dabei als gedacht. Selbst ich glaub nicht, dass die Welt SO in Ordnung sein kann, und ich glaub ne Menge.

    Weil was nützt einem denn das ganze Schönsein, das ganze Schönbloggen, das ganze Wundenlecken und das ganze Gelecktwerden, wenn man da noch mehr dran erstickt an seiner Wut?

    RAUS DAMIT, hier, beim Psychopathen auf der Couch, in einem anonymen Zweitwutblog oder gleich auf mich, weil darum troll ich hier ja so rum und auch extra so öffentlich, weil ich bin auch persönlich beleidigt, dass Du da ganze 50% von Dir drin einfach net herzeigst und für völlig wertlos hälst, weil so eine schöne Wut ist was Tolles, und ich kann mir das grad richtig gut vorstellen – mei, macht mich das WÜTEND!

    Bitte, bitte, bitte, her damit, wie auch immer.

  14. Kitty Koma meint:

    Ich glaube, Sie peilen die Karriere einer großartigen, leicht eigenen, aber sehr bemerkenswerte alten Dame an. Nett, etwas verhuscht und verständnisvoll sind doch schon die anderen.
    Das ist doch alles im grünen Bereich. Was wäre unsere Welt, wenn sie nur stromlinienförmige Charaktere enthielte?

    (Ich fühle mich außerdem an eine (mittlerweile) ältere Dame erinnert, mit der ich 15 Jahre lang gearbeitet habe. Ihren Zynismus und ihre harten, messerscharfen und glänzenden Sentenzen habe ich immer sehr geschätzt.)

    Ich teile viele Dinge zwar nicht mit Ihnen (außer das Nagelhäutchenfieseln), dafür habe ich aber jede Menge anderer Macken und die sind mir sehr lieb.

    Wir müssen nicht nett sein.

  15. Anita meint:

    Ich glaube wir sind verwandt, sogar das mit der Nagelhaut…….

  16. Gaga Nielsen meint:

    Der Kommentar von Sebastian gefällt mir am besten.

  17. Preißndirndl meint:

    Genau, Sebastians Kommentar bringt’s auf den Punkt! Und: Wut ist eine große kreative Kraft, die einen unausgedrückt versauern lässt. Ausgedrückt verwandelt sie sich. Klar, sie könnte zerstörerisch wirken, aber zum Beispiel ins Tanzen (!) geleitet, würde Sie Ihnen auf andere Weise zur Verfügung stehen.

  18. lihabiboun meint:

    Auch ich finde viel Wahres an Sebastians Kommentar. Der Dampflochtopf tät explodieren, wenn er nicht entlüftet würde …… Sehr lieben Gruß.

  19. robson meint:

    Ach grübeln Sie mal nicht so viel. Und versuchen, Sie, so gut es
    geht, locker zu sein. Letztendlich macht jeder (für Sie auch jede) wie er meint, daß er(sie) muß.
    Was Sie machen und wie sie’s machen ist ist völlig in Ordnung. Sie machen anderen mit Ihrer Bloggerei zweifelos viel Freude.

    Meine Frau mehr noch als ich, der ich auf Ihren Blog schon vor längerem mal aufmerksam geworden bin, genießt mittlerweile Ihre Einträge über das Leben in München und all die schönen Bilder von Alltag und Jahreszeiten an der Isar.

    Und ohne Frage freuen sich andere über ihre Buchbesprechungen und wieder andere über Ihre galligen feministischen Ergüsse. Ich könnte auf letztere durchaus verzichten aber ich brauche sie ja auch nicht zu lesen ;-).

    Sie leben da, wo andere auf Urlaub hinfahren – sagen wir uns auf uns selbst gemünzt auch gelegentlich!

    Bleiben Sie im Zweifelsfall wie sie sind.

    Viele Grüße aus DD

  20. Cohen66 meint:

    och, mit den meisten Punkten stehen Sie nicht allein, das Leben ist trotzdem schön:)

  21. Lila meint:

    Frischhaltefolie – chapeau. Nagelhäutchen – nein. Ansonsten sehr viel, das wie in einen tiefen Brunnen bei mir fällt und unten leise, aber deutlich mit JA aufschlägt.

    Ich warte auf das Buch, das den Kaltmamsellschen erbarmungslos ehrlichen Blick auf die Welt richtet.

  22. Trulla meint:

    Selbstversuch: 20 Sachen über mich: Punkt 6,8,10,12,16,17 und 18 hat mich ganz gut beschrieben. Schmerzhafte Wut habe ich nicht, Weltschmerz habe ich immer wieder. Mit anderen Dingen, die über mich zu sagen wären, will ich niemanden langweilen.
    Und das genau ist es, was Sie niemals tun, verehrte Kaltmamsell. Sie langweilen uns Beifallspender nicht. Au contraire!

    Sie sind, an anderer Stelle hielt ich das schon einmal fuer erwaehnenswert, eben eine komplexe Persönlichkeit.Und das ist auch gut so!

  23. Croco meint:

    Die Wut kenne ich. Und, wie Sebastian sagt, die muss raus.
    Und zwar sollte sie dort abgeladen werde, wo sie herkommt.
    Die Leute anpflaumen, die die Wut auslösen, die sie verursachen.
    Ruhig mal gepflegt brüllen!
    Die ist ja zurecht da, die kommt nicht aus dem Nichts.
    In der Therapie könnte man durchaus die Schuldigen bennenen, aber anscheien muss man sie selbst.

  24. ilse meint:

    Langsam ist es nicht mehr schön, wie du dich selber zerfleischst. Geht’s nicht auch vegan? Zumindest im Blog sieht dein Leben doch gut aus! Und du auch, in Fotos, die in der Blogwelt rumgehen. Falls es die Menopause ist – die geht bald vorbei und alles wird gut.

  25. Hat auch tote Fische meint:

    Man verzeihe mir hoffentlich mein Augenrollen angesichts mancher Kommentare à la „Menopause, Selbstzerfleischung, Yoga, innere Mitte, Unstromlinienförmigkeit, etc. „, das ist in meinen Augen etwa so sinnvoll wie einer Anorektikerin zu sagen, sie möge doch einfach wieder essen. Oder so.

    Zwar kann ich noch nicht ganz mitreden, da ich selber erst mit einer Therapie anfange, aber zumindest für mich geht es darum, eine lebenseinschränkende Symptomatik (im Sinne von Angstzuständen und depressiven Erscheinungen) hoffentlich lösen zu können – bei mir gibt es zumindest klar benennbare Gründe/Lebensereignisse. Nicht darum, angepasst oder „normal“ zu werden.

    Das ist auch der Grund, warum ich so gut wie niemandem von meiner Depression und beginnender Therapie erzähle, bisher kam außer von meinem Partner immer nur Unverständnis nach dem Motto „was, Du? Du hast doch Dein Leben voll gut im Griff und bist erfolgreich, Du brauchst sowas doch bestimmt nicht. Geh einfach ein bisschen mehr in die Sonne/nimm Vitamin D/Glaubuli/reiß Dich mal zusammen/mach mal Urlaub/nimm Dir das alles nicht so zu Herzen/etc, dann wird das schon wieder, das ist doch nur so ne Modeerscheinung dass jeder, der mal keinen Bock hat meint eine Therapie zu brauchen.“ *argh*

    Ich meine ich verstehe ja, dass Leute, die einen nur gesammelt und erfolgreich wahrnehmen überrascht sein könnten, aber die wissen auch nicht wie oft man nachts panisch zitternd und schweißüberströmt aufwacht oder wie verdammt schwer es vielleicht morgens war, überhaupt aufzustehen, in die Welt rauszugehen und das Alltagsleben durchzuziehen. Sowas ist oberflächlich natürlich nicht sichtbar (ich spreche grade nur für mich, ich maße mir nicht an zu wissen, wie es bei der Kaltmamsell hinter den Kulissen zugeht). Also worauf ich hinauswill: Auch wer hier schon seit Jahren mitliest kann sich wirklich nicht anmaßen, genau Bescheid zu wissen. Und da finde ich persönlich dann so Reaktionen wie „ach, das ist doch bestimmt die Menopause“ einfach nicht hilfreich, sorry.

    In dem Sinne:
    Liebe Kaltmamsell, ich schreib einfach mal, den Comic von hyperbole and a half im Hinterkopf: I’m really sorry about your dead fish. They do look super dead. Und mag und lese Sie trotzdem/grade deswegen sehr gerne. Und es tut mir leid, dass Ihnen die Therapie nicht viel hilft, ich würde mich sehr für Sie freuen falls Sie auf eine andere Weise Besserung erfahren würden. Alles Liebe.

  26. Chris Kurbjuhn meint:

    Sebastian hat recht. Haben Sie schon mal daran gedacht, Kabarett-Texte zu schreiben? Ausgezeichnete Ventilfunktion, die zu einem netten Nebenverdienst werden kann.

  27. ilse meint:

    an …tote Fische: wer ist nicht schon nachts panisch im Bett gelegen? Wer kennt keine Angstzustände? Therapie hilft durchaus, ich hab’s auch schon hinter mir, und vielleicht auch noch vor mir. Aber man kann sich auch selber helfen (lassen).

  28. Sebastian meint:

    Danke, Tote Fische (hätte mir bei meiner Geburt jemand gesagt, dass ich das mal schreiben werde).

  29. Hat auch tote Fische meint:

    @Ilse: Ich weiß nicht, wer alles so tote Fische hat. Man kann in die Leute so schlecht hineinschauen. Aber wenn jemand doch seine schon herzeigt und traurig sagt „Meine Fische sind tot“ – finde ich persönlich es nicht so toll zu antworten: „Ach, wer hat denn schon nicht ab und zu mal tote Fische? Guck mal, die Fische von dem und dem sind noch viel toter! Und der meckert und beschwert sich auch nicht! Jetzt pack mal Deinen Fischfriedhof wieder weg, das will doch keiner sehen“.

    Man muss doch nicht anfangen „Depressionsolympiade“ zu spielen. Zumal diese Erfahrung und auch potentielle Lösungswege/Hilfe/Selbsthilfe wahrscheinlich auch für jeden irgendwie anders sind? Ein Freund von mir hat mir mal erzählt, dass bei ihm der Wendepunkt in der Therapie erreicht wurde, als seine Therapeutin ihm wohl knallhart gesagt hätte, er solle bitte mit diesem Divengehabe aufhören und sich endlich wie ein erwachsener Mensch benehmen. Dieser Arschtritt hätte ihn erst total erstarren lassen und vor den Kopf gestoßen, dann aber wohl so wütend über sich selbst gemacht dass er dadurch aus seinem Sumpf des Selbstmitleids herauskrabbeln konnte.

    Hat für ihn also super funktioniert, wenn mir hingegen jemand sowas jetzt sagen würde gäbs eher Tote (liegt vielleicht daran, dass ich an Wut wirklich mehr als genug in mir habe). Mir persönlich hilft grad eher zuhören, mitfühlen, ernstnehmen und beruhigen.
    Vielleicht bin ich auch deswegen so schnell irritiert, wenn ich woanders eher den „Arschtrittansatz“ lese ;-)

    Es freut mich jedenfalls für Sie, dass Ihnen die Therapie geholfen hat.

    @Sebastian: Gerne :-).

  30. trippmadam meint:

    Zu 1 und 2: und ich habe Sie (im Gegensatz zu mir selbst) immer für eine vollendete Dame gehalten!

    Zu der Wechseljahretheorie: Muss man immer alles auf hormonelle Schwankungen schieben? Kann es nicht auch sein, dass frau so mit Mitte/Ende Vierzig gute Gründe hat, stinkig zu sein? Zorn ist mitunter auch gerechter und berechtigter Zorn.

  31. Stephan meint:

    Mein Herz haben Sie mit dieser Liste für immer erobert.

  32. Baerbeline meint:

    Möglicherweise als übergriffen empfunden, dann bitte einfach lesen und gleich vergessen, liebe Kaltmamsell. Es ist schon viel gesagt, unter anderem von Viktor die Möglichkeit eines Verfahrenswechsels genannt. Wenn die Wut problematisch, sprich belastend und wenig hilfreich, ist, würde ich einen Wechsel zu einem Kollegen empfehlen, der emotionsfokussiert arbeitet (keine eigene Therapierichtung, sondern eine bestimmte Art des Vorgehens. Werden Psychoanalytiker eher nicht machen, wohl eher Tiefenpsychologen und viele VT’ler).

    Seien Sie behütet.

  33. Sigourney meint:

    Was sollen denn schon alle sagen? All diese Ratschläge und Erfahrungsberichte sind natürlich irrelevant, ev. übergriffig, banal, whatever.
    Und ich gehe davon aus, dass auch alle wissen, dass die das sind bzw. so bewertet werden.
    Dass sie aber trotzdem versuchen, irgendwie zu helfen, und nicht schweigen, drückt doch einfach nur aus, dass es sehr viele Menschen gibt, die die Kaltmamsell sehr schätzen und sich sorgen.
    Ich mich auch.

  34. die Kaltmamsell meint:

    Ich soll meine Wut rauslassen? Bitteschön.

    Der Therapiemarkt kann mich jetzt mal. Ich habe keine Lust, schon wieder von vorne zu erzählen, wie meine Mutter mir als Kind mit drei kein Nutellabrot gegeben hat, mimimi. Und zu erklären, was ein Blog ist.

    In einem Roman behandeln Therapeutinnen also Patienten wie Kunden. Na los, das reicht natürlich, einen ganzen Berufsstand zu diffamieren!

    Ich bereichere mit meinem Unglück die Welt? Großartig, ich habe es mir nicht mal ausgesucht, überhaupt auf der Welt zu sein!

    Was ein echter Experte ist, dem fällt zu psychoanalytischer Therapie natürlich nur Freud ein und davon ausschließlich die Teile, die sich seit hundert Jahren für Cartoons eignen.

    Eine viele Jahre dauernde Depression, die sich zum ersten Mal bei einer Anfangdreißigerin manifestierte, weist auf Menopause hin? Spinnen Sie? Passt ja auch bestens ins Bild des unberechenbaren, weil durchgehend hormongeschüttelten Weibs.

    Mensch, wie dankbar ich für die Vorschläge sein sollte, es könnten organische Ursachen hinter meiner sachlich tatsächlich unbegründete Miesepetrigkeit stecken. Da wäre ich doch in all den Jahren nie draufgekommen! Oder halt: Warum nochmal habe ich Blut und sonstige Säfte samt Organismus immer wieder auf Hormone über Vitamine bis Gehirntumor checken lassen? Aber das konnte ja niemand bei einer halbwegs denkenden Person vermuten.

    Genau: Raus mit der Wut, das wussten ja schon die Urschreitherapeuten. Wenn ich also das nächste Mal über den nun wirklich unmöglich toupierten Pony einer Passantin wütend werde (oh ja, das werde ich), plärre ich sie einfach an, sie möge sich ENDLICH EINEN GESCHEITEN FRISEUR SUCHEN, ZEFIX!

    Locker bleiben, Mensch, dass ich da nicht von selbst draufgekommen bin! Die Empfehlung „Entspann dich“ ist ja verbrieftermaßen das perfekte Gegenmittel bei Verspannungen. Wenn das nicht hilft, sticke ich mir „Das Leben ist schön“ auf alle Sofakissen – da ich nicht mehr Selbstgedrehte rauche, bringe ich mich ja seit Jahren um all die hilfreichen Lebensweisheiten in den Muskote-Papierchen.

    Pah, Sie tun sich wirklich leicht, die Schreiberin dieses Blogs sympathisch zu finden, wenn sie ihr nur ein paar Mal die Woche begegnen. Ich hingegen habe die 24 Stunden am Tag am Hacken, sieben Tage die Woche, und das noch für die nächsten 40 Jahre. Da sieht die Sache schon ganz anders aus.

    Das finden Sie aber nun doch übertrieben, war doch nur gut gemeint, ein bisschen zusammennehmen könnte sie sich ja dann doch? Eben, tu ich.

  35. Sebastian meint:

    Das konnte keiner hier besser sagen als die Kaltmamsell, finde ich sehr gut und habs gern gelesen! Also schon mal ein Kreuz hinter 1 & 2 (kein Haken). Und weil es in 3 ja um uns geht als „Praktisch jeder und jede“ – streich mich bitte, falls auf dieser Liste. Und täusch Dich nicht in uns. Feuer beim Häuten ist sehr, sehr schwer auszuhalten.

  36. Kitty Koma meint:

    Ich bin immer wieder frappiert, wie die Diskussion zu Ihren, ich würde fast sagen – Geständnissen, denn so richtig bekomme ich das immer noch nicht mit der Person, die ich erlebt habe, überein – abläuft. Ja, wirklich, tut mir leid. Ich habe Sie als aus der Distanz sehr streng erscheinende Frau erlebt, die in der Nähe weich und mädchenhaft wird und einen Humor hat, der mich fast überfällt, weil ich nicht damit rechne. Da sind viele Brüche, ja und ich ahne die Konstruktion dahinter.

    In der Diskussion sind viele tief berührt. Das äußert sich auch in mitunter dramatisch klingenden Ratschlägen oder Empathieversuchen, die auf „geht mir auch so“ oder „ist doch auch ok.“ und eben Drastischeres hinauslaufen. Diese werden wiederum von den Metas (gern auch anonym) belehrt, weil sie der Meinung sind, die Berührten dürften so etwas nicht sagen oder es so nicht sagen, wasauchimmer.

    Eine Frau im mittleren Alter, die sagt, sie hätte es sich nicht ausgesucht, auf der Welt zu sein, berührt mich in der tiefsten Tiefe und weckt natürlich meinen Widerspruch. 1. Dafür hat sie es aber schon ziemlich weit geschafft. 2. Wir haben es uns alle nicht ausgesucht. That’s life, indeed.

    Das sind unauflösliche Dinge. Ich werde auch wütend, wenn mir jemand auf „Ich habe einen Burnout hinter mir, da ist viel kaputt gegangen.“ „Oh ja, ich bin auch wahnsinnig erschöpft vom Arbeiten und brauche mal eine Auszeit!“, antwortet. Da könnte ich prügeln. Denn keiner weiß, wie es in mir aussieht und was ich erlebt habe. Bis ich kapiere, dass mein Ego zwar versteht, dass jemand beladener sein will als ich, es aber eine Botschaft des Mitgefühls sein sollte. Im Grunde unserer Existenz sind wir Monaden.

    Zumindest ich wehre mich mittlerweile dagegen, Depression als Diagnose und damit als zu beseitigende Krankheit hinzunehmen. Melancholie ist Bestandteil meines Wesens (und vieler Charaktere). Ich habe sie mittlerweile in meinem Leben willkommen geheißen, denn sie ermöglicht mir vieles, das ich sonst nicht könnte. Auch wenn es eine Lebensbegleiterin ist, die manchmal ziemlich stinkt.

    Und bevor das hier den Rahmen eines schicklichen Kommentars sprengt: Ich habe immer geglaubt, es hieße: „Love it or leave it.“ Optional ergänzt mit „Change it.“ Fügen wir doch einfach hinzu „…or hate it.“

  37. creezy meint:

    @kaltmamsell . (Oh! Ohhh!!!) Gelegentlich habe ich auf Deine sportlichen Aktivitäten geguckt und gedacht, so ganz normal bzw. im Rahmen ist auch nicht mehr. Aber nun verstehe ich es auch als Ventil in der Sache.

    @Sebastian . (Lass Dich drücken!)

  38. adelhaid meint:

    alta, diese toupierten ponys machen mich auch völlig kirre!
    (.)

  39. creezy meint:

    @kaltmamsell … auf die Wut, meine ich.

  40. Sebastian meint:

    And now something totally different. Not. Mit wachsender Faszination beobachte ich im Moment das Kopf-an-Kopf-Kommentarrennen zwischen diesem Post und dem über Einmachgläser, seit heute morgen liegt 20 Sachen wieder vorne. Ganz großes kleines Tennis, finde ich!

  41. Pandora meint:

    Oh, im echten Leben habe ich seit Jahren aufgehört, anderen Menschen etwas von meiner Dauerdepression, Essstörung und allgemeinem Lebensfrust zu erzählen. Entweder es werden dann ein oder zwei Sätze als Aufhänger für einen Monolog über die eigene Lebens-/Leidensgeschichte genomme (im Idealfall mit einem glücklichen Ende, so dass man mich auch über „Lösungen“ belehren kann) oder ich kann mich darauf gefasst machen, dass die Person nun bei jedem Treffen die Erwartung äußert, dass es mir besser gehen muss und ich doch bitte Fortschritte gemacht haben soll. Ansonsten ist man nur jammerig und sowieso selbst schuld (schließlich hat man schon sooooo viele tolle Ratschläge bekommen). Mit (Verhaltens-)Therapie habe ich auch größtenteils ganz miserable Erfahrungen gemacht- aber glücklicherweise gibt es dafür mittlerweile den Stempfel der Persönlichkeitsstörung, das ist quasi die wissenschaftliche Version von „selbst schuld“ ;) (natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint).

  42. adelhaid meint:

    ja, aber, lieber sebastian, die wirklich brennenden fragen bei den marmeladengläsern kommen auch nicht mehr weiter.

    interessant ist ebenfalls, dass frau kaltmamsell die königin der frischhaltefolie ist und sie die leserschaft geschlossen* in ehrfurcht verneigt.

    *ganz geschlossen? nein, nicht ganz geschlossen. eine norddeutsche frau hält den titel im eigenen königreich (selbst mit defekten abreißstreifen. da reiß ich dann halt von unten nach oben)

  43. midori meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  44. creezy meint:

    @adelheid
    Als ich den Punkt mit der Klarsichtfolie gelesen hatte, habe ich gedacht „Ich hass diese Frau! Ganz bestimmt!” ;-)

  45. Uschi meint:

    Meine unverhohlene Bewunderung für Nummer 19!

  46. smilla meint:

    Ich möchte auch gern mitmachen, bitte :-)
    Ich komm gerade um vor Arbeit, da wäre das ne schöne Maßnahme den Rückweg zum blog zu finden. Ich mach es dann (ungefragt) auf meine Weise…
    Und dein Satz über den privaten Umgang, wie erleichternd, ich denk immer, nur ich bin so
    Ahoi

  47. Sigourney meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Made my day

    *******************************************************

  48. katia meint:

    <3

  49. Trulla meint:

    Schon ganz gut, das mit dem Zusammennehmen, ich bin nicht so sehr für das Rauslassen der eigenen, noch dazu unbestimmten Wut, es sei denn in einer direkten Konfrontation. Da kann es Dinge klären und das Gegenüber sich wehren.
    Schwer zu fassen aber, dass ein harmlos falsch gestriegelter Pony schon Aufregung verursacht. Da waere Punkt 8 auf die Spitze getrieben. Kann ich mir tatsaechlich kaum vorstellen nach allem, was ich bisher von Ihnen mitbekommen habe. Uebertreibung? Provokation? Ich halte mehr vom „laissez faire“, Toleranz unbedingt, Akzeptanz nur bedingt.
    Und kann man veruebeln, dass hilfreich gemeinte Spekulationen über die Ursache Ihrer Probleme geaeussert werden? Wir tappen doch alle im Dunkeln.
    @Kitty Koma Sie haben mir aus der Seele gesprochen

  50. engl meint:

    (immer wieder diese klammheimliche genugtuung darüber, selbst den therapiemarkt nie wirklich betreten zu haben. scheint keine schlechte entscheidung gewesen zu sein. ; ) aber was ich eigentlich sagen will: tanzen, ja, tanzen in berlin. ich bin dabei, muß auch kein tango.

  51. Croco meint:

    Ich mag das, wenn Sie wütend werden.
    Ihr Kommentar gefällt mir, Frau Kaltmamsell.
    Es ist immer so eine Sache mit den Ratschlägen.
    Man weiß nie so genau, wie es in anderen Menschen aussieht.
    Und was sie befreien könnte. Manchmal sagt man das Richtige zur richtigen Zeit, manchmal nicht.
    Anteilnahme hat viele Gesichter, ja, Frau Kitty.

  52. karin1210 meint:

    Danke für deinen Beitrag

  53. annke meint:

    Ich lache eigentlich immer hier. ;)
    Aber Nr. 10 würde mich richtig froh machen und finde ich sehr arrogant und es macht mich sogar traurig. Bedauern kann ich das nicht. Aber ich habe ja selbst Schuld, hätte ja was Besseres lernen können ;)

    So ein elitäres Gelabere schreckt mich, aber es gibt leider viele, die so denken. Die anderen leben von H4. Dazwischen gibt es nicht so viele.

    Ansonsten lache ich gerne hier

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