Archiv für Februar 2004

Jens Five

Sonntag, 29. Februar 2004

1. Welche typische Eigenschaft deines Sternzeichens trifft auf dich absolut nicht zu?
Ich wurde auf die Erde geschickt, um Astrologiegläubige glücklich zu machen. „Das merkt man ja SoFort!“, rufen Sie, wenn ich mich als Löwe entpuppe. Diese „allgemeinen Eigenschaften“ sind ziemlich genau der Eindruck, den ich vermittle. „Würden für die auserwählte Person ihr letztes Hemd hingeben“ trifft allerdings insofern nicht zu, als das mit meinem Streben nach Unabhängigkeit und mit meiner Freiheitsliebe kollidiert.
Richtig begeistert war ich, als eine Zeitungskollegin mir mal einen „Savannen-Blick“ unterstellte.

2. Welche (deiner Meinung nach) typische Eigenschaft deiner Generation trifft auf dich absolut nicht zu?
Ich halte mich für den durch und durch repräsentativen Durchschnitt meiner Generation. Na gut, mir fehlt der Wunsch nach Eigenheim und Aufs-Land-ziehen.

3. Welche Eigenschaft, von denen andere sagen, das sei „typisch du“ findest du völlig unzutreffend?
Meine berufliche Umgebung hält mich für stets gut gelaunt und fröhlich. Das ist völlig unzutreffend. Doch warum sollte ich diesen Eindruck zerstören: Eine Umgebung, die sich von dieser vermeintlichen guten Laune und Fröhlichkeit anstecken lässt, ist mir sehr angenehm.

4. Welche Eigenschaft hättest du gerne?
Heitere Gelassenheit

5. Auf welche deiner typischen Eigenschaften würdest du gerne sofort verzichten?
Selbsthass

von und für Jens Scholz

Schokoliert

Samstag, 28. Februar 2004

“Sozialierte Kinder.”
Waffeleierpackungssemiotik bei Dogfood

Antike Perry-Mason-Cover (6)

Samstag, 28. Februar 2004

HAUNTEDHUSBAND (31k image)

Und jetzt stelle man sich die abgebildete Dame mit einer Sektflöte statt mit ihrer Cocktailschale vor. Geht einfach nicht.

Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun…

Freitag, 27. Februar 2004

“Sie sind immer so hilfreich: Darf ich bei Ihnen einen kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher vermuten?”
Den Kollegen, der eben mit diesem Anliegen in meiner Bürotür stand, hätte ich beinahe umgehend niedergeknutscht. Nur dass ich ihm nicht helfen konnte.

Ab Montag lagere ich mein exquisites und starkstromtaugliches Schraubenzieher-Set in der Echtleder-Rollmappe von Hoffmann in meinem Büro ein.

Für zu Hause habe ich ja dann immer noch den großen Werkzeugkasten, den mein Elektriker-Papa mir zum Auszug aus dem Elternhaus gefüllt und geschenkt hat.

Mode marginal (3)

Freitag, 27. Februar 2004

Das SZ-Magazin kam heute in einer Männer-Sonderausgabe und setzte endlich den Diskussionen um die Kernfragen männlichen Kleidungsstils ein Ende.
In Reimform:

DRÜCKT DAS HANDY IN DER RÖHRE
STÖREND AUF DIE NACKTE MÖHRE,
SEI EIN MANN; SEI KEINE FLASCHE,
HOL DIR EINE HERRENTASCHE.

SEI EIN HIPSTER IN DER MASSE
BEI DER LANDESBAUSPARKASSE:
DER BEWEIS FÜR DEINE KLASSE –
ZUR KRAWATTE PASST DIE TASSE.

EIN BLEICHES DÜNNES SKATER-BEIN
HAUT BEI FRAUN NICHT RICHTIG REIN:
DRUM LÖSEN WIR DIES HAUPTPROBLEM
MIT EINER TUBE TÖNUNGSCREME.

DAS DANDYTUM ZERSTÖRT IST GLEICH
MIT EINEM FLECK IM POBEREICH.
DRUM SEI EIN MANN MIT HIRN UND WITZ,
KAUF DIR ‘NEN TEUREN SCHIRM MIT SITZ.

ES IST JA SO, DASS BEIM JURIST
MAN ÖFTER LÄSSIGKEIT VERMISST;
DAMIT DAS NUN EIN ENDE HAT:
EIN GÜRTEL UMS GESETZESBLATT.

DU BIST NICHT MEHR DER JÜNGSTE STENZ,
DOCH TRÄGST DU GERNE CARGO-PANTS.
WÄHL DAZU SCHUHE KRÄFTIG BUNT,
SONST SCHLURFT DIE HOSE ÜBERN GRUND.

EIN SPIEGEL IST DEM MANN VON STIL
EIN UNERLÄSSLICH UTENSIL,
ER ZIEHT DEN SCHEITEL AKKURAT
UND SCHABT AM DRECK, IN DEN MAN TRAT.

(Jedesmal wenn ich kurz davor bin, die Genialität des SZ-Magazins in den beiden ersten Jahren als verloren aufzugeben, kommt irgendwo ein Lichtlein her.)

August

Donnerstag, 26. Februar 2004

Nachtrag vom 11. Juni 2011: Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel vom Februar 2004 stammt. Das Restaurant hat sich seither stark verändert, es wurde unter anderem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Weder Speisen noch Ambiente sind heute mit meinem damaligen Erlebnis zu vergleichen.

Das größte Rätsel an diesem Restaurant ist, dass es überlebt. Das hochklassige August in Augsburg existiert bereits mehr als elf Jahre. Doch als Geheimtipp ist es weiterhin so geheim, dass ich die etwa zwölf Tische noch nie ausgebucht gesehen habe. Zudem bin ich hier nie Geschäftsessern begegnet. Dazu kommen eine ausgefeilte Küche, Zutaten alle aus einheimischem ökologischen Anbau und lediglich angemessene Preise – der Laden müsste schon längst pleite sein. Einziges Promotion-Material sind die Visitenkarten (nein, keine Website). Irgendwann habe ich beschlossen, dass die Besitzer (anscheinend der Koch und die Oberkellnerin) vermögend sind und das Restaurant zum Spaß betreiben.

Hingabe und Freude an der Sache stecken in jedem Detail. Das Lokal liegt im Augsburger Domviertel an der schmalen aber viel befahrenen Frauentorstraße. Die gläserne Front, das eingeschossige Gebäude und die Schlichtheit des Raumes schauen ganz danach aus, als sei das mal ein kleiner Supermarkt gewesen. An den hohen Wänden hängt Großformatiges in Öl, immer mal wieder etwas Anderes. In der Mitte des Raumes steht ein riesiger Holztisch, auf dem die Bedienungen das selbst gebackene Brot schneiden und am späteren Abend den Käse auslegen. Letztes Jahr war das Restaurant einige Wochen geschlossen, ein Schild kündigte an „Der August steigt aufs Dach!“. So wird seit vergangenem Juli bei schönem Wetter auf der neuen Dachterrasse serviert.

In zwei vergangenen Jahren gab es sommers die Aktion „Essen im Gewächshaus“: Für ein paar Wochen zog das August in ein Gewächshaus des befreundeten Biogärtners um, gelegen in einem Augsburger Vorort. Der Gärtner empfing die Gäste des Abends (mit Anmeldung und verhältnismäßig festem Beginn) und führte sie erst mal ein bisschen durchs Gelände: durch uralte Gewächshäuser, in denen wir Kürbisblüten und Babygurken naschen durften, Bächlein entlang zu den Versuchsfeldern, auf denen alte Gemüsesorten nachgezüchtet werden.
Gedeckt war damals – wie der Titel der Veranstaltung ja angekündigt hatte – in einem der Gewächshäuser: Zwischen rankenden Gurken- und Tomatenpflanzen waren Holzbretter gelegt, darauf standen die etwa zehn Tische mit Stühlen. Das feste Menü bestand hauptsächlich aus vielen Gemüsegängen, dazu wurden immer wieder Rosmarin- und Basilikumkrapfen serviert. Sehr lebhaft im Gedächtnis sind mir zwei Gerichte geblieben: Ein gegrillter Gemüsespieß auf einem Rosmarin-Zweig und ein Kuchen mit zwanzig Kräutern, die wir tatsächlich fast alle identifizieren konnten.
So ein Gewächshaus hat keine künstliche Beleuchtung, also zündeten die Kellnerinnen bei Einbruch der Dunkelheit zahllose Teelichter an, die von der Decke hingen und auf den Tischen standen. Gleichzeitig bot das Glasdach einen umwerfenden Blick auf den Himmel.

Gestern hatte die Karte zum Aschermittwoch das Motto „Erde und Himmel“. Meist gibt es im August ohnehin nur feste Menüs, zwei zur Auswahl und mit vier bis sechs Gängen, deren Preis zwischen 45 und 70 Euro liegt.

Gestern sah das so aus:

Als „Gruß aus der Küche“ gab es erst mal:
1. ein Stapelchen: Keks, Kürbisscheibe, Kressecreme, Algengelee mit Zitronengras aromatisiert (lustig zu kauen, wenig Geschmack)
2. ein Kartoffelwürfel mit Kuhle, darin Stockfischsuppe, mit Parmesankeks (lecker).

Dann ging das eigentliche Menü los:
1. Zart geräucherte Taubenbrust mit Petersilienwurzelpüree und Bordeaux-Soße (superklasse)
2. Topinambour-Tarte mit jungem Spinat und Pastinaken (darauf hatte ich mich besonders gefreut – ich habe gerade eine Topinambour-Phase: sehr lecker)
3. Jakobsmuscheln mit Öl von schwarzen Oliven und Schwarzwurzel (gut!)
4. Lotte mit Pudding vom Senfkohl und Himbeerjus (schöne Kombination)
5. Geschmortes Ochsenbackerl und gebratener Lendenwürfel (dunkles Fleisch und dann auch noch geschmort – sehr gut!)
5.a) Als Zwischenzwischengang eine Runde lustigen Käse
6. Olivenölbiskuit mit Schokoladen-Schwarze-Olivenpüree, Mangoscheiben und Mandarinen-Sellerie-Likör (kam mit der Anweisung des Kochs, die Mango mit dem schwarzen Püree zu kombinieren, den Biskuit mit dem im Gläschen servierten Likör – die Kombination schwarze Oliven und Schokolade war genial!)

Dazu erst mal als Aperitif ein Glas Cremant, der eine schöne Sherry-Note hatte, dann eine Flasche weißen Bordeaux. Beim Wein verlasse ich mich am liebsten auf die Empfehlung der Oberkellnerin: Die zierliche und eher schüchterne Frau sorgt zusammen mit einer wechselnden weiteren Kellnerin an ihrer Seite für Service, wie ich ihn am liebsten habe: sehr aufmerksam und kompetent, aber fast unsichtbar.

Die Risiken von Textbausteinen

Mittwoch, 25. Februar 2004

Guten Tag!
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Fehlt bloß noch das Ausrufezeichen nach den “Neuigkeiten”.