Feiner Tatort

Montag, 18. Oktober 2004 um 10:18

Ein feiner Tatort („Herzversagen“) war das gestern. Ich genoss es, dass es nach langem mal wieder um banale Morde an alten Frauen ging, und mir gefielen die Alltagsdetails der Polizeiarbeit. Die Routinefrage „wo waren Sie zur Tatzeit?“ zum Beispiel wurde tatsächlich routiniert gestellt und aufgefasst. Und als sie den Täter hatten, genügte ein Stichwort und er gestand in aller Gemütsruhe. Weil es doch eh bloß alte Menschen waren – ohnehin ein gutes Thema. Die Kamera hätte ein bisschen stiller halten können; ich mag das gar nicht, wenn ohne Not um einen Schaupieler im Kreis gefahren wird.

Vielleicht schaue ich ja einfach zu vielen amerikanischen Serien-Mist wie CSI und Criminal Intent an, dass mir angegammelte Büros und nüchternes Recherchieren in kleinen Schritten ohne Gefühlsausbrüche schon unkonventionell erscheinen.

Zudem mag ich diesen großen knochigen Frauentypus mit schmalen Lippen um den großen Mund. Auch wenn mir als Beispiele nur Maria Furtwängler und eben die zudem hinreißend sperrige Andrea Sawatzki von gestern einfallen.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Feiner Tatort“

  1. Lisa Neun meint:

    Hmm, da haben wir ja zur gleichen Zeit das gleiche gemacht – Tatort geschaut. Allerdings weiss ich nicht, mir war der irgendwie zu dick aufgetragen manchmal. Zum Beispiel die Szene im Supermarkt: “Wir sind die Unsichtbaren. Alte, alleinstehende Frauen.” Und als am Schluss der Dellwo noch geplärrt (geheult, geweint) hat, da hab ich echt gedacht, Nee. Allerdings die Alltagsdetails (“Reduktionsprinzip” – “Minirasterfahndung”) – ja das war nett.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Stimmt, die Supermarkt-Szene fiel ein wenig raus. Vielleicht konnte ich so leicht darüber hinweg sehen, weil ich mich sofort mit der Alten identifiziert habe, die das mit dem Geheimbund der Unsichtbaren sagte.

  3. Lisa Neun meint:

    Ja, inhaltlich war die Aussage mit dem “Geheimbund” gut. Aber halt so blöd umgesetzt. Und jetzt fällt er mir auch wieder ein der Ausdruck, nach dem ich erst gesucht habe – dachte noch an “Die geheime Macht der Unsichtbaren”.

  4. ix meint:

    immerhin war das die mutter aller schnäppchen im supermarkt.

  5. Lisa Neun meint:

    @ix – jajaja, jetzt weiss ich warum mir die so bekannt vorkam!!!

  6. die Kaltmamsell meint:

    Bah, wat habt Ihr fiese Assoziationen!
    Ich hatte Probleme mit der Konzentration, immer wenn Friedrich Schönfelder als der alte Alexander Nilgens zu hören war: Der sprach wohl auf zwei Dritteln meiner Märchen-Hörspiele mit.

  7. Lisa Neun meint:

    Oh, dass muss ich gleich dem mit dem gezeichneten Gesicht erzählen!! Wir haben die ganze Zeit nachgedacht, welche Stimme das ist.

  8. Sven K. meint:

    Hach, ja. Dem Herrn Schönfelder hätte ich sogar einen Nerz abgekauft.

  9. Stefan meint:

    CSI (Miami), Criminal Intent, Cold Case und Without A Trace sind zwar bei allgemeiner Tatortaffinität schwer verdaulich, aber als amerikanischer Serienmist doch auch ein Serienmust!

  10. darilena meint:

    Was mich interessieren würde: wo finden die diese Lokalitäten mit solch grausligen Tapeten?

  11. Sven K. meint:

    Die Lokalitäten mit den grausligen Tapeten tun die hippen Requisiteure auf, und wenn sie keine finden, tapezieren sie selbst die Blümchenvarianten in Pastell. Die Interieurs dieses TATORT (minus mumifizierte Leiche) sind ja heute wieder schwer angesagt.

  12. die Kaltmamsell meint:

    Ich fand sehr schön, wie Kommissarin Charlotte mit ihrer Kleidung in diesem Hintergrund verschwand. Auch der Heilsarmee-Look ist ja seit Jahren auf den Laufstegen ganz stark.

  13. albertsen meint:

    Ist mir auch positiv aufgefallen, dass vieles behördenecht wirkte, insbesondere die Büros (auch wenn sie dann doch Flatscreen-Bildschirme hatten).

  14. Sven K. meint:

    Die Flatscreens bekommen sie gesponsort. Aus demselben Grunde prangen im TATORT länderübergreifend auch dramaturgisch schwer erklärungsbedürftige ARTEMIDE-Leuchten am Schreibtisch.

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