Grumpy old women

Dienstag, 11. September 2007 um 14:28

In England auf BBC eine Sendung „Grumpy old Women“ gesehen. Eine halbe Stunde lang erzählten bekannte Britinnen (Journalistinnen, Fernsehfrauen, Autorinnen, Schauspielerinnen) jenseits der 50, woran sie merken, dass sie sich zu „old Women“ entwickeln. Sie bekannten vor laufender Kamera, Plastiktüten zusammenzufalten und in Schubladen aufzubewahren, sich für Flora und Fauna zu interessieren, wirklich gern Spazieren zu gehen, sich bei Belehrungen ihrer Kinder mit Sprüchen zu ertappen, die sie an ihren eigenen Müttern gehasst hatten. Abschließend wurden sie um einen Rat an junge Frauen gebeten. Besonders gefallen hat mir die alternde Schottin, die eben nicht wie die anderen Damen zu Selbst-Sein oder Gelassenheit riet, sondern: Vor Konzerten nie die Jacke an der Garderobe abgeben, sonst verpasst man nach dem Konzert den Bus nach Hause.

Das fiel mir ein, als mir eben und schlagartig bewusst wurde, dass es in meiner Wohnung schon lange nicht mehr wie Sau ausgesehen hat. Möglicherweise sogar seit Jahren. Zum einen räume ich einmal die Woche auf, weil die Putzmänner kommen und eine Chance haben sollen, ihre Arbeit zu tun. Dadurch habe ich zum anderen gemerkt, wie gerne ich abends in eine aufgeräumte Wohnung heimkomme, und wie viel lieber mir der Anblick meines Schlafzimmers mit gemachtem Bett ist. Also tue ich mir selbst den Gefallen, die Wohnung halbwegs aufgeräumt zu halten und morgens nach dem Lüften mein Bett zu machen. Katalogreif ordentlich ist es bei mir zwar trotzdem nie (Papiernester: Rechts neben der Eingangstür, auf dem Küchenschrank, auf dem Wohnzimmertisch), dafür aber auch nie mehr so versaustallt, dass ich nicht jederzeit Besuch bekommen könnte.

Ich bin ultimativ im besten Mrs.-Robinson-Alter.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Grumpy old women“

  1. Sebastian meint:

    Den Vogel Katalogreif kannte ich noch nicht. Macht der die Papiernester?

  2. Sanníe meint:

    Oh je.

    Hat er vielleicht recht, mein Freund, wenn er mich “böses altes Weib” nennt?
    Als sich meinen ersten Job hatte, habe ich schon dafür gesorgt, daß mich abends kein Chaos erwartet, weil mich der Gedanke ans Aufräumen tagsüber einfach nervt.

  3. croco meint:

    Jetzt, wo Sie es sagen…..ich bin schon ne ganze Weile diejenige, die die Jacke unter den Sitzt stopft, nur damit ich später nicht anstehen muss.
    Viele sagen ja, ältere Frauen werden unsichtbar, ich stell mir das schön vor. Ich könnte endlich tun und lassen, was ich will, und keinen würde es kümmern. Naja, das mach ich eigentlich immer schon, nur sind die Kommentare der anderen lästig.

  4. pepa meint:

    Ouh!
    Wenn nachlassende heimische Chaosliebe ein Indiz für fortschreitendes weibliches Alter ist, dann bin ich…

    …ähm, dann bin ich noch unheimlich jung!
    Yeah!

  5. MollyB meint:

    Dieser Maßstab funktioniert allerdings nur, wenn Sie keine Schwäbin sind …

  6. mo meint:

    filmhistorisch waren Sie doch schon immer so im mrs-robinson-alter, da “the graduate” 1967 gedreht wurde…

    … oder sind Sie jetzt bereit für ihren ganz eigenen benjamin braddock? der bringt bestimmt auch ein wenig unordnung ins leben… (aber nicht dem mitbewohner verraten)

  7. capillarubra meint:

    Ach. Ich bin kürzlich dreiundzwanzig geworden und habe irgendwann im Laufe des letzten Jahres festgestellt, dass Aufräumen, Sachen-gleich-abwaschen und durchdachte Ordnung mein Leben deutlich verschönern.
    Aber ich dachte eigentlich, dass man das “erwachsen” nennt.

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