Steuern

Sonntag, 17. Februar 2008 um 22:05

Die meisten finden, dass sie zu viel Steuer zahlen müssen. Sie haben das Gefühl, man nehme ihnen Geld weg. „Der Staat“, der dieses Geld bekommt, ist ein Gegner, eine Autorität, die einem Steuerforderungen aufbürdet. Es gilt als schlau und findig, möglichst wenig Steuer zu zahlen. Wenn man dazu lügen muss, ist das so lange in Ordnung, wie Entdeckung unwahrscheinlich ist. Üblich ist zum Beispiel das Weiterreichen von Kaufbelegen: Ich habe mir einen Computer gekauft, mein Bruder kann die Ausgaben für Computer als Arbeitsmittel von der Steuer absetzen, also gebe ich ihm meinen Kassenzettel, mein Bruder lügt, er habe diesen Computer gekauft und reicht dazu meinen Kassenzettel ein. Dieses Verhalten ist gesellschaftlich akzeptiert. Ist aber Steuerhinterziehung.

Wenn jemand immer mehr verdient, irgendwann so richtig viel verdient – an welchem Punkt wird er diese Art von Verhalten ändern? An welchem Punkt wird er nicht mehr das Gefühl haben, Steuern seien Geld, das ihm weggenommen wird? Wann wird er nicht mehr möglichst wenig Steuern zahlen wollen, zu diesem Zweck gerne auch ein bisschen lügen?

Aber ich wiederhole mich.

die Kaltmamsell

18 Kommentare zu „Steuern“

  1. cdv! meint:

    Ob es dieses Verhalten ändern würde, wenn der Staat transparenter wäre? Wohl kaum. Oft sind es diejenigen gut verdienenden Mittelschichten, die entweder selbst oder per Steuerberater jedwede Tricks kennen, da und dort noch ein wenig mehr Steuern zu sparen. Aber sie sind auch die ersten, die die Kommune laut und nachdrücklich auffordern (Wir gründen eine Bürger-Initiative), doch endlich mehr für Kinder zu tun. Dies bitte mit Steuergeldern, die diese Bürger wiederum kaum zahlen. Weitere Themen wären: Schulen, Bibliotheken, Theater, Museen, Schwimmbäder, … Dass dies alles von Steuerngeldern bezahlt wird ist bei vielen Steuerzahlern noch immer nicht angekommen. Wird es vielleicht auch nie.

  2. Tanja meint:

    Wieder einmal mit einer rhetorischen Frage sehr schön auf den Punkt gebracht.

  3. stefanolix meint:

    Die ganz Reichen stehen zwar jetzt im Mittelpunkt der Diskussion, aber es geht doch im Kern um die arbeitende und tragende Mittelschicht der Gesellschaft. An welchem Punkt würden die Menschen aus dieser Schicht ihr Verhalten ändern? — Wenn sie nach einem Steuersystem zu Kasse gebeten würden, das transparent, verständlich und verlässlich ist. Wenn sich eine möglichst breite Koalition auf einen Stufentarif mit den Stufen 0%, 15%, 30% und 35% einigen könnte und im Gegenzug alle sogenannten Vergünstigungen wegfielen. Über den Grundfreibetrag, eine negative Einkommenssteuer für Menschen mit geringem Einkommen und eine Obergrenze könnte man sich einigen. Damit hätte der Staat mehr als genug Geld für seine Kernaufgaben und den Bürger bliebe genug Geld, um es egoistisch und altruistisch auszugeben.

  4. robson meint:

    Ja, ja. So ist das, wie Sie es beschreiben. Es ist ja auch richtig, dass Steuern den Bürgern auferlegt werden, weil es jede Menge Gemeinschaftsaufgaben zu erledigen und vor allem zu finanzieren gilt. Aber es ist auch unstrittig, dass alle weniger Steuern bezahlen müßten, wenn tatsächlich jeder die seinen entrichtet und mit dem Geld wirklich verantwortungsbewußt auf allen Ebenen der Verwendung umgegangen würde. Gesteinigt gehören also nicht nur all die asozialen Schweine, die Steuern hinterziehen, sondern auch diejenigen, die in einer Weise damit herumwerfen, als ginge es darum, Lotteriegewinne zu verjubeln. Das mag hart, fundamentalistisch und reichlich moralinsauer klingen, aber so ist das nun mal. Nicht alle anderen sind Schweine, aber es gibt reichlich davon… Deshalb kann einem schon der Gedanke kommen, ob ein gut organisiertes Schutzgelderpressungssystem nicht auch ganz gut, in jedem Fall aber der Mentalität der Mehrheit angemessener wäre. Auf jeden Fall ist in diesem Staat, dieser Gesellschaft sehr vieles falsch organisiert, zu Lasten der Mehrheit und zum Wohle einer Minderheit. Dass jeder aus der Mehrheit, wenn er kann, ebenfalls versucht sich Vorteile zu Lasten der anderen zu verschaffen, ist Ausdruck des perfiden Systems bzw. scheint es für viele irgendwie zu rechtfertigen. Aber da ist nichts zu rechtfertigen.

    Soweit der zynische Wutausbruch eines schlichten Familienvaters, der täglich auf Arbeit dackelt, um die Kohle für die Familie ranzuschaffen und seine Steuern gar nicht in die Hand bekommt, beziehungsweise immer brav bezahlt. Beim Einkaufen, Tanken, Autofahren, Wohnen, und und und…

  5. die Kaltmamsell meint:

    Ja, am Steuersystem und an der Verwendung der Steuern lässt sich Vieles verbessern. Dennoch: In Deutschland muss ich nur aus dem Fenster schauen, um zu sehen, wofür hierzulande Steuern verwendet werden – ich sehe funktionierende Straßenbeleuchtung, Öffentliche Verkehrsmittel, saubere Straßen ohne Löcher, ein funktionierendes Abwassersystem etc. etc.

    Selbst die regelmäßigen Proteste des Bunds der Steuerzahler, die mediale Empörung über Steuerverschwendungen sehe ich als positives Zeichen: Verschwendungen öffentlicher (also unser aller) Gelder sind die empörende Ausnahme, nicht etwa die hingenommene Regel wie in den meisten anderen Ländern der Welt.

    Ich sehe es mindestens ebenso moralinsauer als unsere Pflicht, das System weiter zu verbessern anstatt es zu hintergehen.

  6. stefanolix meint:

    Die Versorgung mit Wasser und die Entsorgung des Abwassers werden normalerweise nicht aus Steuergeldern, sondern aus verbrauchsabhängigen Gebühren bezahlt. Mit Steuergeldern können den Ver- und Entsorgungsunternehmen (soweit ich weiß) nur zinsgünstige Kredite für Investitionen ermöglicht werden. In bestimmten Fällen können wohl noch EU-»Fördergelder« in Anspruch genommen werden, aber der Normalfall ist das nicht.

    PS: Das System »weiter zu verbessern« klingt in meinen Ohren etwas zu optimistisch. Mit »weiter« verbinde ich als Familienvater und Freiberufler im Steuersystem seit der Wiedervereinigung nur Verschlechterungen.

  7. walküre meint:

    Ich sehe, dass (in Österreich) die Steuern nicht sinken, während gleichzeitig manche Einrichtungen (beispielsweise Kulturnetzwerke u.ä., die zum Teil auf Förderungen nicht verzichten können) indirekt totgespart werden. Viele Schulen sind hierzulande bereits auf die Elternvereine angewiesen, welche durch diverse Aktionen Geld heranschaffen, damit – mitunter dringend notwendige – Neuanschaffungen überhaupt erst getätigt werden können. Vom Staat erhalten die Schulen genau soviel/sowenig Mittel, dass die Beschreibung “zuwenig zum Leben, zuviel zum Sterben” genau zutrifft.

    Was mich betrifft, so kenne ich genau keinen einzigen Unternehmer, der sich um seine Steuerschuld drückt. Mein diesbezüglicher Bekanntenkreis besteht allerdings auch lediglich aus Einzelunternehmern und kleinen Familienbetrieben, denen regelmäßig vor den Fälligkeitsdaten der Steuern graut. Und ein seriöser öffentlicher Steuerberater wird den Teufel tun und seinen Ruf mit zwielichtigen Aktionen aufs Spiel setzen.

  8. Sebastian meint:

    Es führt zwar etwas weg ins Populäre, aber vielleicht lässt sich da trotzdem eine Kreuzung finden. Ein Unternehmer sagte letzte Woche, dass es schade sei um den Herrn Zumwinkel (man darf hier doch auch Namen sagen?), denn der hätte die Post schon sehr nach vorne gebracht. Stimmt, sagte ich, letztens musste ich für einen Nachsendeantrag (ja, geht auch im Netz ich weiß, aber da war noch mehr) 15 Minuten anstehen, dann um die 30 Euro zahlen (war leider so ehrlich, „geschäftlich” zu sagen, privat sind es um die 15), wofür mich dann der Postler fragte, ob ich denn schon ein Konto bei der Postbank hätte. Für die Post lohnt sich das bestimmt.

    Vielleicht ist das die Kreuzung – für den Shareholder Value, gegen die Kunden, die Bürger, den Staat.

  9. robson meint:

    Beim Stichwort Wohnen war an die Grundsteuer gedacht. Eigentlich ist es nur eine Etikettenfrage, ob für Wasser und Abwasser eine verbrauchsabhängige Gebühr oder Steuer geltend gemacht wird, das sollte kein Punkt für Belehrung oder Besserwisserei sein…
    Dass für Schulen und Kindertageseinrichtungen zu wenig Geld bereitgestellt wird, während für “internationale Verpflichtungen” und sonstigen Sch… die Millionen mit leichter Hand geschöpft werden, regt sicher nicht nur mich auf. Was eben richtig stinkt, ist, dass dies gegen den Wunsch und Willen der Mehrheit der Bevölkerung geschieht. Dass diese sich im Gegenzug, soweit es ihr möglich ist, aus der Loyalität verabschiedet und viele einzelne auch machen, was sie jeweils für richtig halten, ohne sich um Belange der Allgemeinheit zu scheren, ist zwar nicht in Ordnung, aber sehr gut nachvollziehbar.
    Sicherlich gibt es auch noch genug ordentliche Steuerzahler unter Unternehmern, vorzugsweise kleineren. Aber nicht nur ich frage mich, warum Steuerdelikte, soweit sie mit wichtigen Wirtschaftsunternehmen und Personen, die als Leistungsträger verkauft werden, in Verbindung zu bringen sind, zögerlich bis gar nicht geandet werden, dieweil jeder kleine Verkehrssünder wegen seines Bußgeldes mit Erzwingungshaft bedroht wird, wenn er nicht fristgerecht bezahlt oder findet, dass es in seinem Einzelfall unfair, ungerechtfertigt oder sonstwas ist.

    Ich freue mich übrigens auch, dass bei uns die Straßen usw. recht schön in Ordnung gehalten werden. Aber ist das nur einer guten staatlichen Organisation und Steuereinziehung bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung zu verdanken oder nicht einfach auch Merkmal des Daseins in einem immer noch reichen Land?

  10. croco meint:

    Wir sind ein reiches Land, weil wir Eigensinn und Gemeinsinn haben. Es sind nicht nur die Staßen, die wir finanzieren. Wir zahlen auch die Polizisten und die Richter, die Justizvollzugsbeamten und die Sozialarbeiter.
    Und wir müssen ihnen so viel zahlen, dass sie davon leben können und keine Bestechungsgelder annehmen müssen, wie in so vielen anderen Ländern.
    Ich weiß, dass meine Ausbildung teuer war, die Schule, das Studium. Ich hätte nie das Geld gehabt es selbst zu bezahlen. Das waren die anderen, der Staat also, die diese Hoffung in mich setzten, dass ich später das zurück geben kann, was ich bekommen habe. Mit meiner Arbeit und auch mit meinem Geld.
    Wenn jeder nur so denkt, dass er “Steuern spart”, braucht er sich aber auch nicht darüber zu beschweren, dass es zu wenig Lehrer, Polizisten und Professoren gibt.
    Wir beginnen, den Gemeinsinn zu vergessen, übrig bleibt der Eigensinn.
    Wenn wir so leben wollen, wenn ich denke, dass mein Geld nur für mich da ist, brauchen wir bald unser Geld für höhere Mauern um die Häuser und einen privaten Sicherheitsdienst.

  11. mariong meint:

    Die ganze Geschichte lenkt wunderbar davon ab, wie ein Finanzminister eines Rechtsstaates mit Steuermitteln umgeht: Millionen als Bestechungsgeld für einen Datenklau.Währenddessen werden weitere Milliarden über die KfW der IWB zugeschustert. Milliarden von Steuergeldern an Banken, die eigentlich privat sein sollten, und die soviel Sch.. bauen können wie sie wollen, egal, der Staat hilft ja wenn es klemmt.
    Und übrigens: bei uns im Rhein-Main-Gebiet, in Hessen (ein Geberland übrigens) sieht es bald aus wie früher in der DDR: Schlaglochpisten. Statt reparierter Straßen werden Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgestellt, damit sich keiner beschweren kann, falls das Auto kaputt geht.

  12. Rob meint:

    Der Staat bedient sich einer Straftat, um Straftaten aufzudecken. Der Zweck heiligt die Mittel. Damit wären wir wieder ganz am Anfang…

  13. stefanolix meint:

    @Croco: Dass wir ein gutes Bildungssystem brauchen, ist unumstritten. Was der Staat außer Gesetzen, Lehrplänen, Prüfungsordnungen und Prüfungen dazu beitragen muss: darüber darf aber trefflich diskutiert werden. Er hat meiner Ansicht nach nur dafür zu sorgen, dass Schulbildung für jeden zugänglich bleibt und dass jeder Schüler am Ende fair geprüft wird. Lehrer mit Beamtenstatus sind dafür nicht notwendig.

    Ich bin davon überzeugt, dass ich dem Staat für meine Ausbildung, für die relativ hohe Sicherheit und den Rest an Rechtsstaat, den wir noch haben, etwas zurückgeben sollte. Aber ich kann diese Überzeugung anderen nicht aufzwingen.

    Die Balance zwischen Eigennutz und Gemeinnutz wurde vor allem unter Rot/Grün und unter der großen Koalition kaputtgemacht. Wenn das Finanzministerium heute von einem mutmaßlichen Erpresser für über vier Millionen Euro Daten kauft und ganz sicher für Folgekosten der Sicherheit des Denunzianten aufkommen muss, ist das der vorläufige Höhepunkt eines Feldzuges gegen die eigenen Leistungsträger. Noch nie wurde ihnen Gemeinnutz so schwer gemacht wie heute, noch nie wurden ihnen höhere direkte Steuern, indirekte Steuern und Abgaben abgepresst, noch nie wurden sie so sehr überwacht und in ihrer Freiheit eingeschränkt.

  14. die Kaltmamsell meint:

    Tut mir leid, stefanolix: Nicht einer Ihrer Kritikpunkte rechtfertigt Steuerhinterziehung. Unser Staatssystem, Demoktratie, stellt eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Veränderung und zum Protest, allerdings viele davon mühsam (daher oft das Gefühl der Hilflosigkeit). Rechtsbruch als Protest in einem Rechtssystem? Erscheint mir wie ein frühkindichles Fußaufstampfen.

  15. stefanolix meint:

    Ich habe mit keinem Wort einen Rechtsbruch gerechtfertigt. Wenn sich herausstellen sollte, dass Herr Zumwinkel Rechtsbruch begangen hat, dann soll er rechtsstaatlich abgesichert dafür verurteilt werden. Bisher kennen wir nicht ansatzweise die Vorwürfe und Summen, deshalb verbietet sich jede Vorverurteilung.

    Ich rede über die Motivation von Leistungsträgern und ich meine damit nicht diejenigen Leistungsträger, die sich eine Stiftung in Liechtenstein, einen Briefkasten in der Schweiz oder eine Wohnung in Monaco leisten können. Ich meine die arbeitende und tragende Mittelschicht der Gesellschaft. Wer arbeitet gern für einen Staat und in einem Staat, der solche Tendenzen erkennen lässt? Und gegen diese Tendenzen der Überwachung und Bespitzelung hilft in der Zeit einer großen Koalition überhaupt gar keine Art von politischem Protest. Da sind Ihre Möglichkeiten reine Theorie …

  16. stefanolix meint:

    Dieter Wedel sagt im Interview mit der »taz« genau das, was ich oben meinte:

    Ich will sie auch zahlen, weil mir ein sicheres Land am Herzen liegt, ordentliche Schulen, gute Straßen und eine funktionierende Polizei. Aber das alles nicht zu dem Preis, dass der Staat zum Polizeistaat mutiert. Er muss immer ein bisschen weniger dürfen als Kriminelle. Das ist der Preis der Freiheit. Der deutsche Staat darf nicht zum Schnüffelstaat verkommen, nur um jedem Steuersünder auf die Schliche zu kommen.

  17. Rob meint:

    Schulen, Straßen und Polizei als Beleg für die Notwendigkeit von Steuern anzuführen klingt rührend. Sind das nicht genau die Bereiche, die in den letzten Jahren am schlimmsten getreten wurden?

    Bevor das falsch verstanden wird: natürlich braucht ein Gemeinwesen Einnahmen, ausreichend Einnahmen.

    Aber jeder, der Lust hat kann nachsehen, dass die mit Abstand größten Ausgaben des Bundeshaushalts auf die Posten Soziales und Zinsen entfallen. Der Bund nimmt soviel Geld ein wie nie, gibt soviel Geld für Soziales aus wie nie, und dennoch paßt es weniger als je zuvor. Tagaus tagein kann man von früh bis abends nachlesen, dass es überall nicht reicht. Dabei sind die eigentlichen Sozialkassen dabei noch gar nicht berücksichtigt.

    Das ist immer noch kein Grund, Steuern zu hinterziehen.

    In 40 Jahren ist die Verschuldung der öffentlichen Kassen von ca. 0 auf 1,5 Billionen Euro angestiegen, das Gemeinwesen hat gewaltig über seine Verhältnisse gelebt. Wie kann das Ergebnis kaputte Straßen, schlechte Schulen, geschlossene Theater, demotivierte Polizei lauten? Wo sind diese irren Summen geblieben?

    Dazu kommt dann aktuell eine meiner Ansicht nach unheilige Allianz an der Regierung. Die einen mit dem fürsorglichen Staatsverständnis halten ihre Klientel für unmündige Kinder, denen man die Mittel am besten abnimmt, um sie ihnen wie auch immer gerecht verteilt wieder zukommen zu lassen. Die anderen mit eher autoritärer Haltung mißtrauen ohnehin jedem und nehmen die Mittel, damit die Menschen keinen Unsinn machen.

    Immer noch keine Rechtfertigung für Steuerhinterziehung, der Motivation dazu kommt man schon ein wenig näher.

    Man findet nicht viele, die mit dem Ergebnis zufrieden sind.

    Dass die Parteien sich den Staat zur Beute gemacht haben, stammt aus berufener Quelle. Das oben angesprochene Engagement läßt einem also die wenig erfreuliche Wahl, Jäger oder Opfer zu sein.

    Das Problem sind im übrigen nicht die asozialen oberen und unteren 10% der Gesellschaft. Die erreicht man wohl ohnehin nicht.

    Was bedeutet es, wenn ein Durchschnittsverdiener alles in allem fast 70% Abgaben in verschiedenste Töpfe bezahlt? Kann jeder für sich ausrechnen. Sind wir alle so unmündig, dass alles für uns über öffentliche Kassen geregelt werden muss, die dann bestimmen, was wir von dem selbst gebacken Kuchen haben dürfen?

    Mit einfachem Mitmachen unter kritischer Distanz wird das nicht zu lösen sein.

  18. Chrizzo meint:

    Hm, ich denke schon, dass Alle so unmündig sind, dass bestimmte Dinge über öffentliche Kassen geregelt werden muss.
    Steht man am Anfang des Monats vor der Möglichkeit Geld in ein nahegelegenes Altenheim für die Modernisierung zu geben – irgendwann landet man da ja evtl. auch – oder sollte man nicht doch lieber in Urlaub fahren, einen Flachbild-Fernseher kaufen, Klamotte xyz oder oder oder?
    Denke ich mittlerweile in Sao Paulo lebend. Man sollte meinen, hier wäre genug Geld vorhanden, die Mittelreichen fahren auch auf den Straßen hier, trotzdem sind sie nicht so berauschend. Wäre es nicht toll, abends auch im Dunkeln einfach noch spazieren gehen zu können, durch´s Viertel? Oder tagsüber unter freiem Himmel bummeln und shoppen gehen? Nein, man zahlt lieber für die eigene Sicherheit und schottet sich ab. Interessanter Weise zahlt man denen, die für diese Sicherheit sorgen, auch nur einen Mindestlohn, der aber natürlich besser ist als nichts und dadurch entsteht wieder eine Abhängigkeit und man kann sich seiner Sicherheit einigermaßen sicher sein…
    Also ich weiß ja nicht, aber für immer und ewig möchte ich so nicht leben.
    Allerdings auch nicht in einem Überwachungsstaat.

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