Launereparaturprogramm

Samstag, 25. Oktober 2008 um 20:08

Der gestrige Abend verärgerte mich durch unangenehmen Wein, mein Nachtschlaf wurde vom Schnappschnarchen des Bettgefährten zerhackt (ich war gleichzeitig zu träge, ihn rauszuwerfen). Ich setzte große Hoffnung auf den vormittäglichen Dauerlauf durch Herbstlaub an Sonne, war tatsächlich ein wenig aufgehellt. Alberne Fotos mit Gesichtsmaske zu machen, war ebenfalls lustig.

(Diese Mineralienmaske habe ich nur für Fotos gekauft und aufgetragen. Denn die Packungsaufschrift verspricht ein „verfeinertes Hautbild“, unter dem ich mir rein gar nichts vorstellen kann. Erinnert mich an die Kosmetikwerbung, die mit einer Creme für „mehr, kleinere Poren“ sorgen will – Zellteilung kenne ich zwar, aber wo will die Creme bitte zusätzliche Hautporen herkriegen?)

Ein ausführliches Vollbad hätte meine Stimmung vielleicht tatsächlich wieder gerade gerückt, doch es sollte nicht sein. Ich machte Bekanntschaft mit dem Gegenstück zum Paketboten, der erst gar nicht klingelt, sondern gleich das Abholkärtchen einwirft: mit dem unabwimmelbaren Paketboten. Ich hatte mich gerade in die volle Wanne gelegt und justierte die Wassertemperatur, als es an der Wohnungstüre Sturm klingelte. Zwar war der Paketbote durchaus mein Hauptverdächtiger als Verursacher, aber bevor ich ein Vollbad abbreche, hole ich mir lieber mein Paket zu einem späteren Zeitpunkt selbst ab. Keine Minute später klingelte es wieder Sturm. Ein hartnäckiger Geselle, dachte ich und angelte mir das gestrige SZ-Magazin, um es auszulesen. Als es aber fünf Minuten später ein weiteres Mal stürmisch an der Tür klingelte, wurde ich besorgt: Anscheinend war der Klingler doch nicht von der Post, es musste etwas Ernstes passiert sein (klingelputzende Kinder gibt es hier nicht). Raus aus der Wanne, Bademantel übergeworfen, unter Hinterlassung lustiger Pfützen auf dem Parkett zur Wohnungstür geschlurft – vor der niemand war. Ich rief herzhafte Hallos durchs Treppenhaus und „Was ist denn los?“, bis tatsächlich ein DHL-Herr vor mir stand: „Aber da ist doch ein Paket für Sie!“ Er hatte es noch nicht mal bei sich, sondern noch im Wagen, also ranzte ich ihn an: „Werfen‘S mir einfach die Karte ein, ich hol es mir selbst ab.“ Auf gemütliches Vollbad war mir die Lust vergangen.

Tatsächlich geholfen hat dann etwas ganz Anderes: Mittagsschlaf. Gut zwei Stunden tiefer, ungestörter Schlaf, sonniger Herbstnachmittag hin oder her – und man kann mich wieder unter Leute lassen. Ich bin sogar zu mir selbst wieder freundlich.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Launereparaturprogramm“

  1. Franz meint:

    Ich find das Foto suess, es zeigt eine verdammt attaktive Frau, die sich nicht gehen lässt, Bravo!


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