Liebe Benamser,

Freitag, 14. Mai 2010 um 19:49

eigentlich wollte ich Sie bitten, Frühstücke in Cafés nicht „Fitness“ oder „Fit for fun“ zu nennen: Selbst wenn diese genau die Nahrungsmittel und Gerichte enthalten, die mir zum aushäusigen Frühstück die liebsten sind (Obst, Gemüse, Müesli, Quark, Joghurt, Rührei, Kräuter, Vollkornbrot, frisch gepresste Säfte), werde ich sie niemals bestellen, weil mir ihr Name nicht über die Lippen kommt (ja, meine Peinlichkeitsschwelle ist außerordentlich niedrig). Ebenso wenig, wie ich eigentlich interessante Backwaren namens „Power-Laiberl“ oder „Kornikus“ trotz aller inhaltlichen Sympathie niemals über die Bäckereitheke sagen werde.

Doch vielleicht bin ich auch in dieser Hinsicht mal wieder exzentrisch: Verkaufen sich diese Angebote am Ende gerade wegen ihrer Namen besser? Haben Sie dazu vielleicht sogar Erfahrungswerte darüber?

die Kaltmamsell

18 Kommentare zu „Liebe Benamser,“

  1. Marqueee meint:

    Ich kann in diesem Bereich keine Verkaufs-Erfahrungswerte beitragen, werte Frau Kaltmamsell, aber wenigstens berichten, dass sie mir ihrer Weigerung, Lebensmittel zu erwerben, die ohne massiven Verlust an Würde nicht zu bestellen sind, nicht alleine dastehen.

  2. Marqueee meint:

    “mit”, nicht “mir”, versteht sich.

  3. croco meint:

    Für mich riecht Essen, das Fitness heißt, immer ein bißchen nach Schweiß.
    Und nach Duschmittel

  4. Buchfink meint:

    Das Wort Fitness hasse ich und es kommt mir nicht über die Lippen und schon gar nicht in einer Bäckerei bzw. im Café. Zur Not tuts dann auch der ausgestreckte Zeigefinger.

  5. kelef meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  6. Su meint:

    Wenn ich es unbedingt haben will, dann zeige ich und sage “Dieses hier, bitte”. Gerade in Bäckereien gibt es unglaublich blöde Bezeichnungen von leckeren Sachen.

  7. walküre meint:

    Danke. Eine offene und längst überfällige Stellungnahme (“Verlust der Würde” – genau das ist der Punkt) !

  8. creezy meint:

    Zu einem Frühstück gehört allenfalls eine geographische Verbindung, wenn Sie mich fragen. Mit „Toskana“ (am liebsten ohne Mortadella), „Brighton“, „Paris“ kann ich gut leben. Alles andere ist Humbug.

    Und klar, Namensvergabe ist das „A“ und „O“ im Marketing. Das wissen Sie doch ganz genau, Sie, die mit Texten die Produkte Ihres Arbeitgebers an den Mann oder die Frau bringen.

  9. Stefan meint:

    @creezy: Und weil das so wichtig ist, möchte Frau Kaltmamsell den Benamsern ja offensichtlich eine Lektion erteilen [im Wortsinn: eine Lektion zum Lernen] ;-)

  10. Musiker meint:

    Machen Sie sich doch das Leben nicht schwerer als es unbedingt sein muss.

  11. ilse meint:

    einfach gar nicht ignorieren!

  12. Stefan meint:

    Auf Platz 1 meiner Liste steht übrigens: Kaffeekultur. Über Wortzusammensetzungen aus »Fitness« und Essen kann ich nur noch müde lächeln.

  13. isabo meint:

    Pah, Ihr solltet mal meine Würde hören, wenn ich unerschrocken und erhobenen Hauptes “ich hätte gern einen Schoko-Wuppi” sage, aber hallo hat das Würde! Meine Würde ist doch von einem Schoko-Wuppi nicht antastbar, wo kämen wir denn da hin.

  14. Stephan meint:

    War Ihnen/Euch allen sofort klar, was man sich unter einem “Benamser” vorzustellen hat? Bei mir hat es schon eine gewisse Zeit gedauert, bis ich kapiert habe, daß weder depperte Vorort-Bewohner (hier in FFM gibt es die “Bonameser”) noch eine spezifisch Münchnerische Wirtskategorie (Bistro, Beisl, Benam) gemeint waren.

  15. Stephan meint:

    @Namensvetter: Und inkonsequent ist die Benamser-Bagage, statt Kaffeekulturbeuteln hat’s Nescafé Pads.

  16. Sebastian meint:

    Geht’s halt zum Discount-Bäcker, wo man sich den Bärlauch-Twister* oder Crazy Carrot Cake* selbst aus der Auslage nehme kann.

    *Namen nicht geändert

  17. (vils)rip meint:

    Ich halte es mit Su und Buchfink, nur etwas anders formuliert: “Ich hätt gern sowas da, bitte.” – Meist kommt dann die pädagogische Paraphrase der Bäckereifachverkäuferin: “Ah, einen ‘Weltmeister’?” Und wenn dann die ausgestreckte Hand des Verkaufspersonals über dem gewünschten Gebäck schwebt (in diesem Fall eine Mehrkornsemmel), nur noch nicken und “Ja!” sagen; evtl. aufmunternd “Ja, genau!”

  18. Wombat meint:

    Auch immer wieder peinlich im Café: Große Latte Macchiato als “Riesen-Latte” auf der Karte…

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