Annual Report 2012 by WordPress

Dienstag, 1. Januar 2013 um 18:51

Zum einen habe ich heuer zum ersten Mal seit 10 Jahren beruflich nichts mit Annual Reports zu tun. Zum anderen plädiert Anne Schüssler zurecht für Transparenz von Blogstatistiken (die sehr zweifelhafte Statistik meines Servers ist ohnehin öffentlich): Hier der Annual Report 2012 der Vorspeisenplatte, den WordPress mir gezimmert hat. (Was haben die Leute eigentlich immer mit Liechtenstein?)

Annual_Report_1

Annual_Report_2

Der ganze Annual Report steht hier.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Annual Report 2012 by WordPress“

  1. kid37 meint:

    Bin ich unsicher. Vor nicht allzulanger Zeit wäre das Veröffentlichen von Blogstatistiken auch als plumpe Form des Schwanzvergleichs verbucht worden. Manche Dinge zeigt man vielleicht doch besser nur privat?

  2. Gaga Nielsen meint:

    Abschließend – aus rein statistischem Interesse, der Transparenz wegen! – wäre interessant, ob das engagierte Plädoyer von Frau Schüssler in Sachen Zugriffsstatistik auch geschrieben worden wäre, wenn die Zahlen im homöopathischen Bereich dümpeln würden! Angenehm finde ich persönlich ja immer, wenn die Menschen zu ihren größeren und kleineren Eitelkeiten unverblümt stehen, ohne pseudosoziologisches Verschwurbelungstheater.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Ah verdammt, das hatte ich schon wieder vergessen, kid37. Vielleicht gehört das so in die Urzeit des Bloggens, das sich sonst auch keiner mehr erinnert.

    Gerade deshalb fand ich den Appell doch glaubwürdig, Gaga Nielsen, weil die Zahlen durchschnittlich sind – ebenso wie meine. (Die Serverstatistik ist ja deshalb zweifelhaft, weil sie viermal so viel angibt wie die anderen Zählmaschinchen.)

  4. Gaga Nielsen meint:

    Und was genau macht man jetzt mit diesem Zahlen-Herrschaftswissen? Kann man das irgendwo in Buttermarken umtauschen? Dann wäre ich natürlich unter Umständen auch dafür zu interessieren. Im heutigen Zeitalter der sterbenden und vor sich hinkümmernden Blogs halte ich die Kaltmamsellschen Zahlen übrigens keineswegs für „durchschnittlich“ sondern ziemlich stattlich. Ich glaube nicht, dass viele derjenigen, die seit zehn Jahren bloggen, solche Zugriffe halten konnten. Auch ist es sicher nicht leicht, mit einem ziemlich neuen Blog (ein Jahr ist schon sehr kurz) auf solche Durchschnittswerte zu kommen, das braucht schon einen gewissen Ehrgeiz, da muss man wirbeln! Also bitte mal nicht so tief stapeln. („Ach nein, das ist doch kein Maybach, nur ein ganz kleiner Daimler.“)

  5. stefanolix meint:

    Soweit ich das sehen kann, gibt es vor allem einen Unterschied zwischen der Statistik des eigenen Webservers und der Statistik diverser Zähldienste: Der eigene Webserver zählt jeden Abruf der Seiten. Ein Zähldienst kann nur die Besucher zählen, die den Dienst nicht blocken. Man kann ja Scripte von bestimmten Servern im Browser abblocken oder freigeben.

    Die Statistik wird also auch dadurch beeinflusst, wie hoch der Anteil der »Verweigerer« unter den Besuchern eines Blogs ist. Andererseits zählt ein Webserver auch Abrufe durch Maschinen, die das Web aus allerlei Gründen durchsuchen. Die Zahl des Webservers ist also tatsächlich zu hoch.

    Einen weiteren Einfluss auf die Statistik hat die Suche nach Bildern oder Texten: Viele Besucher kommen aufgrund von Zufallstreffern in Suchmaschinen. Eine bestimmte Art der Bildersuche kann zu relativ vielen einzelnen Abrufen führen (wenn der Betreiber Hotlinking einsetzt).

    Nicht zuletzt kommt es bei neuen Blogs auch darauf an, wie stark sich jemand »mit sich selbst« vernetzt: Wer mehrere Blogs betreibt und zusätzlich auf jeder bekannten Plattform (Google+, Facebook, Twitter, Instagram, …) aktiv ist, wird allein dadurch viel mehr Aufrufe haben, als der Betreiber eines einzelnen Blogs.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Ich rate, Gaga Nielsen, mit diesen Informationen dasselbe zu tun, was man als Blogleserin mit anderen Informationen aus Blogs tut (dass ich von Ihnen ein „Und wen interessiert das?“ über Blogs lese, überrascht mich).
    Vielleicht fange ich mir jetzt einfach das Traffic-Gelästere ein, das vor acht bis zehn Jahren an mir vorbei gegangen ist.

  7. Anne meint:

    Ich glaube, das kommt eben alles darauf an, was man selber erreichen will. Wenn mir jemand erzählt, dass ihm seine Leserzahlen egal ist, dann glaube ich ihr/ihm das erstmal. Ich würde auch weiterbloggen, wenn ich weniger Leser hätte, aber das heißt nicht, dass ich mich über mehr Leser nicht freue.

    Wie ich ja selber in meinem 2012-Rückblick schrieb, glaube ich nicht daran, dass Quantität zwangsweise auf Qualität schließen lässt. Ich lese relativ wenig der deutschen „Top-Hundert“-Blogs und vermutlich relativ viele kleine Blogs.

    Eine Transparenz von Blogstatistiken finde ich für mich deshalb sinnvoll, weil es eben das Thema Reichweite und Relevanz ein bisschen aus diesem verruchten „Da spricht man nicht drüber“ holt. Man begibt sich immer in die Gefahr, mit sowas in die „Schwanzvergleich“-Ecke geschoben zu werden, aber das ist eben das Risiko, das ich dabei eingehe, wenn ich sage, so, hier, das sind meine Zahlen.

    Was diese Zahlen im Großen bedeuten kann ich gar nicht sagen, da mir da eben auch die Vergleichswerte fehlen. Im Kleinen hilft mir das schon, auch dabei, einschätzen zu können, was für die Leser interessant ist und was nicht. Jetzt kann man auch wieder argumentieren, man sollte doch über das schreiben, was man selber möchte und sich nicht am Feedback ausrichten.

    Aber warum denn nicht? Ich schreibe ja öffentlich und ich schreibe sehr bewusst öffentlich, ich will, dass das andere Leute lesen. Und wenn ich merke, dass bestimmte Artikel oder Themen öfter verlinkt oder kommentiert werden als andere, warum sollte ich dann – vorausgesetzt, ich habe auch Spaß daran, mehr darüber zu schreiben – nicht dieses Feedback aufnehmen und mit einfließen lassen?

    Das ist nämlich auch dieses verruchte Ecke, dass man als privater Blogger irgendwie verpflichtet ist, nicht leserorientiert zu schreiben. Als ob es irgendwie verwerflich wäre, wenn man seine Blogartikel auch ein bisschen daran ausrichtet, was in der Vergangenheit gut angekommen ist. Hier wird gerne die Freiwilligkeit des Bloggens dogmatisiert und jegliche Orientierung an den Zugriffszahlen (wie auch immer man die interpretieren will) verteufelt.

  8. kid37 meint:

    „Blog like nobody’s watching.“ (Anke Gröner)

    Natürlich ist das interessant zu sehen, was man persönlich bzw. mit dem Medium „Blog“ erreichen kann, also ohne großen „Veröffentlichungsapparat“ im Rücken. So wie es spannend ist zu sehen, wie viele Leute im Stadtpark stehenbleiben, wenn ich dort auf eine Kiste steige und ein Lied singe. Manchen ist das aber auch zum Zwang geronnen, diese stete Sucht nach Reichweitenvergrößerung – mit allen unangenehmen Nebengeräuschen und Werbetamtam, welches das so mit sich bringt.

    Das hängt natürlich auch davon ab, welche Ziele man mit einem Blog verfolgt. Ein Fachblog sucht sicher größere Öffentlichkeit. Die Relevanz persönlich gehaltener Blogs läßt sich bestimmt nicht an Klickzahlen bemessen. Nach wie vor finde ich gerade diese Unabhängigkeit von Blogs – von Geld, von Quote, vom Drang, sich selber zu mainstreamen – als große Stärke, weil es die Möglichkeit eröffnet, Dinge zu entdecken, die ich eben nicht schon längst kenne. Von daher ist es mir persönlich ziemlich egal, ob ein Blog zehn, hundert oder tausend weitere Leser hat.

  9. Anne meint:

    @kid37 Ich glaube, das ist ein großes Fass. Jeder Blogger ist anders und auch die Motivation, zu schreiben ist sicherlich von Blogger zu Blogger unterschiedlich.

    Da ich mir in den letzten Tagen darüber sowieso schon Gedanken gemacht habe, schreibe ich vielleicht mal einen längeren Artikel darüber. Mal gucken, was da dann so bei raus kommt.

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