Zwetschgen 2013

Sonntag, 22. September 2013 um 13:45

Im August jagte meine Mutter mir einen Schrecken ein, der mit „gehörig“ nur unzureichend beschrieben ist: Mit den Zwetschgen sehe es dieses Jahr schlecht aus; der Baum sei irgendwie krank, ein Pilz wohl, und werfe die unreifen Zwetschgen bereits jetzt kiloweise ab. Wie? Was? Keine Ernte der köstlichsten Zwetschgensorte, die ich je gekostet habe?

Doch zum Glück hatte meine Mutter sich geirrt. Zwar hat er wirklich irgendeine Krankheit, der Zwetschgenbaum vor Elterns Geräteschuppen in Unterhaunstadt, doch er trägt reichlich Früchte. Die, wie alles heimische Obst dieses Jahr, erst Wochen nach der gewohnten Erntezeit reif wurden, aber dann doch. Und gestern holte ich mir davon: Fast zehn Kilo brockte ich für meine Eltern und mich in nicht einmal einer Stunde (mit Hilfe des Mitbewohners, der die Leiter stabilisierte und Fotos machte).

130921_Zwetschgenbaum

130921_Zwetschgenkorb

Gleich nach der Heimkehr (erstmals mit Bayernticket 1. Klasse, um den vorgeglühten Oktoberfestfahrern zu entgehen) machte ich mich an die Verarbeitung. Vier Kilo Zwetschgen entsteint (mit dem Messer geht das tatsächlich schneller als mit dem Zwetschgenentsteiner, zumal diese Früchte aus heimischem Anbau auch mal so klein sind, dass sie im Entsteiner klemmen), mit Zucker und Gewürzen vermischt, safteln lassen, über Nacht in den 120 Grad heißen Backofen.

130921_Latwerge_vorher

Zum käselastigen Abendbrot gab es die Zwetschgen frisch – und wie schon in den vergangenen Jahren war ich überwältigt vom Aromenreichtum.

Heute Morgen füllte ich das heiße Latwerge in Gläser und belegte mit weiteren zwei Kilo Zwetschgen einen Datschi (während ich gleichzeitig einen Brotteig zubereitete und Kaffee kochte – keine gute Idee, lassen Sie uns über resultierende Sauereien und Backpannen schweigen).

120922_Datschi

Mindestens zwei Kilo werden ich im Lauf des Tages noch entsteint einfrieren.

Sehr erfreulich an der diesjährigen Zwetschgenernte: Es sind erstaunlich wenige Früchte wurmig.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Zwetschgen 2013“

  1. Sebastian meint:

    Was für ein wunderschöner Datschi! Den Powidl wollen wir aber auch sehen. Und was wird aus den übrigen 4 Kilo (wenn ich richtig gerechnet habe)?

  2. die Kaltmamsell meint:

    Das fertige Zwetschgenzeugs, Sebastian, habe ich heute Morgen inmitten all der Malheure vergessen zu fotografieren. 2 Kilo sind noch da (4 fürs Latwege, 2 für den Datschi, 2 eingefroren) – wahrscheinlich futtern wir die als Obst, vielleicht gibt’s im Lauf der Woche noch Zwetschgenknödel.

  3. Sebastian meint:

    Ooooooohhh… Zwetschgenknöööödel. Tauschen echt böhmischens Lieblingsrezept gegen Naturalie.

  4. Alessa meint:

    Glückwunsch zu den wurmarmen Zwetschgen – bei den unsrigen liegt die Wurmbefallquote geschätzt über 70 %. Mir ist aufgefallen, dass sich die Würmer, wenn sie nicht bereits beim Aufschneiden zerteilt wurden, lemmingartig aus der Zwetschge fallen lassen – ist das nur Zufall ? Aber auch unsere (Zwetschgen, nicht die Würmer) schmecken heuer sehr gut, und Zwetschgen zum Käse ist eine gute Idee … da bin ich gar nicht drauf gekommen.

  5. mariong meint:

    :-)

    Hier auch. Nur mach ich das Latwerge noch im Topf: eine halbe Tasse Essig, so dass der Topfboden bedeckt ist, die (scharfes Messer!) entsteinten Früchte obendrauf, etwa die Füllung eines 10-Liter-Eimers passt in den 5-Liter-Topf, 5 Kerne für die Magie, einige Sterne Anis, und dann auf ganz kleiner Flamme köcheln lassen bis der Topf nur noch halbvoll ist. Dazu eine Packung brauner Kandiszucker und ganz wichtig: auf gar keinen Fall rühren bevor die Garzeit zu Ende ist. Wer gegen diese Regel verstößt wird mit anbrennen bestraft. Ganz zum Schluss wird kräftig durchgerührt und abgefüllt.

    Die Landfrauen hier haben das nächtliche Rühren im Kupferkessel wieder entdeckt, aber dann muss man stetig rühren.

    Latwerge muss einfach sein. Wir haben Hauszwetschgen.


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