Journal Freitag, 14. Februar 2014 –
die Macht des Outfits

Samstag, 15. Februar 2014 um 9:05

Gelassenes Strampeln auf dem Crosstrainer.

Wussten Sie, dass es nicht nur comfort food gibt, sondern auch comfort clothing? Für mich war das gestern das 25 Jahre alte Hemd, das ich als Studentin als Schlussverkaufsschnäppchen in einer avantgardistischen Boutique gefunden hatte (ich bin bei jedem Tragen überrascht, wie sehr zu groß ich damals als angemessen empfand) und das mit schwarzer Stoffhose bürotauglich ist.

140214_Kleidung

Auch eine comfort-Maßnahme: Mir die Augen schön schminken.

140214_Augen

§

Erstes großes Lächeln des Tages: Die Bäckereiverkäuferin warnt die Kundin vor mir vor dem „Tschalapenno“ im Belag der Frischkäsesemmel, der sei sehr scharf. (Nein, kein herablassendes Lächeln. Ich werde das Wort nie mehr anders aussprechen, ist viel schöner als das Original.)

Koloraturkohlmeisen auf dem Weg in die Arbeit.

§

Im Büro festgestellt, dass mein iphone etwas ausgesickerten Grapefruitsaft abbekommen hatte (in der Tasche hatte ich eine Plastikdose mit Granatapfelkernen und Grapefruitfilets transportiert, aus denen mit weiterem Obst und Hüttenkäse mein Mittagessen werden sollte). Und dass dieser klebrige Saft unters Display (Tropfen und Schlieren) sowie in den einen Knopf des Smartphones gesickert war – der sich bald nicht mehr bedienen ließ. Saublöd, denn gegen einen schlichten Wasserschaden hätte ich sogar ein evap zur Hand gehabt. Und jetzt? Zur Reparatur geben oder das antike iphone 3G 16GB selbst nach YouTube-Anleitung knacken und reinigen?

§

Viele und vielfältige Arbeit, wieder keine Mittagspause.

Auf dem Heimweg durchs Bahnhofsviertel mäandert. Ich hatte es nicht eilig: Der Mitbewohner hatte mich informiert, dass unsere Restaurantreservierung für den Abend nicht geklappt hatte.

140214_Spiegelpassage

§

Endlich meine Schuhe aus Israel bekommen, ich hatte sie erst beim Zoll auslösen müssen. Wo man offensichtlich die Dreidimensionalität von Paketen nicht kennt: Der Zoll hatte von mir Unterlagen angefordert, weil außen am Paket keine Rechnung oder Werterklärung zu finden sei. Jetzt, da ich das Paket endlich hatte, sah ich an dessen Seite groß und deutlich genau dieses prangen: die genaue Auflistung von Art und Preis des Inhalts, sogar die Frachtkosten der Ware waren ausgezeichnet. Nun, die 47,88 Euro Zoll (!) (!!) hätte ich vermutlich eh zahlen müssen. Ich war bei der Bestellung wohl arg naiv gewesen.

Aber da sind sie!

140215_Schuhe_Lucca

Nein, gar nicht was ich sonst trage. Aber sie faszinieren mich ungeheuer – möglicherweise kann man damit zaubern.

Ebenfalls eingetroffen: Meine beiden Jeans von manomama. Die ich für angemessene Passform noch zum Änderungsschneider bringen werde (wie bei vielen Frauen ist meine Taillen-Oberschenkel-Ratio nicht Jeansstandard). Was ich aber für diesen Grundpreis völlig akzeptabel finde.

die Kaltmamsell

13 Kommentare zu „Journal Freitag, 14. Februar 2014 –
die Macht des Outfits“

  1. Walküre (@maria_hofbauer) meint:

    Ich würde an Ihrer Stelle auf jeden Fall umgehend herauszufinden versuchen, was passiert, wenn man in diesen Schuhen die Hacken drei Mal zusammenschlägt und sich dabei etwas wünscht. :-)

  2. Frau Klugscheisser meint:

    unbedingt soll man damit zaubern müssen.
    Die Oberschenkeltaillenratioidealojeans beispielsweise, die hat Lev.is mit ‚audacieux’gezaubert. Ich kauf‘ die aber meistens im vereinigten Staatenland. Da gibt’s nämlich weitaus mehr Kurven (wenn auch nicht auf der Strasse).

    Da steht’s auch:
    http://thecurvyfashionista.com/2011/02/introducing-the-levi%e2%80%99s-supreme-curve/

  3. Preißndirndl meint:

    Na, da bin ich ja „beruhigt“: meine Manomama-Jeans kam heute an (es war der dritte Versuch – erst Herrenjeans, dann die Überraschung, dass ich statt meiner normalen 30er-, nicht etwa 31er- sondern plötzlich eine 32er-Größe bin!). Die aktuelle Hose passt diesmal an den Oberschenkeln, dafür meint der Rest des Teils ich müsste schmalhüfitg und bierbäuchig sein. Ich könnte locker ein 3000-seitiges Lexikon hinten in der Hose mit mir herumtragen, würde kaum auffallen. Na, ich raffe den Bund jetzt doch erst mal mit einem Gürtel zusammen. Vielleicht fehlen tatsächlich Anatomiekurse für Modemacher?

  4. die Kaltmamsell meint:

    Gerade bei Jeans ist die Bandbreite, in der sie daher kommen müssten, wohl extrem groß, Preißndirndl. Und da ich mir nunmal vorgenommen habe, möglichst keine Ausbeuterkleidung mehr zu kaufen (ich fürchte, Frau Klugscheisser, auch die in USA gekauften Levis wurden unter menschenverachtenden Bedingungen in Asien produziert), bleibt bei Jeans fast nur manomama. Mal sehen, was das Passendschneidern kostet.

  5. Indica meint:

    „Koloraturkohlmeisen“ – was für ein schönes Wort!

    Ist der Zauberstab schon im Anmarsch? (Nur ohne Zoll bestellen, wer weiß, was da aus unbekannten Ländern sonst noch auf Sie zukommt.) Na, dann mal los mit Hexhex und Zauberzauber!

  6. Mareike meint:

    „Möglicherweise kann man damit zaubern“ – made my day.

  7. esther meint:

    „Koloraturkohlmeise“ – sehr schön, das trifft den Ton (hier auch) genau. Und viel Spaß mit den Schuhen. Der kleine Muck konnte darin sogar fliegen, vielleicht überträgt sich da wenigstens ein bisschen Leichtigkeit…

  8. Croco meint:

    Zauberschuhe, das stimmt ganz bestimmt. Sind ja aus dem Orient gekommen, und Sie mussten sie auslösen. Schon geheimnisvolll.

  9. trippmadam meint:

    „Tschalapenno“ ist aber auch schön. In meiner Familie sagt man seit Jahrzehnten „Camémbert“, deutsch ausgesprochen und mit der Betonung auf der zweiten Silbe. Auch eine Kreation einer Verkäuferin, die wir übernommen haben.

  10. Rob meint:

    Die meisten amerikanischen Klamotten werden in Mexico hergestellt, das ist billiger als in Asien.

  11. Schlosswiler meint:

    Heute in der NZZ am Sonntag:
    http://www.selfnation.ch/
    Jeans nach Mass, Stoff aus Italien, genäht in Deutschland.

  12. Sebastian meint:

    Tschalapenno – ja wie denn sonst? Zumindest auf Hessisch? Tschapalenno?

    Die Schuhe! Große Freude. Hatten die Angst, dass sie das Flugzeug verführen, weil sie nicht mit rein durften?

    All in all made my day

  13. xan meint:

    Diese Schuhe :)

    Grandios meisterlich geheimnisvoll….. Sie haben mir ein langes Lächeln auf’s Gesicht gezaubert.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen