Mein Körper

Montag, 26. Mai 2014 um 12:06

Am Wochenende folgte ich erst dem Link zu einem Bericht über die Fotografin Manuela Jäger-Müller („Ja zum eigenen Körper: Fotografin im Taunus trifft mit Aktion Nerv“), dann dort dem Link zu dem Video, der die Fotografin auf ihre Idee gebracht hatte.

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Zwei Minuten später war ich in Tränen aufgelöst: In dem Filmchen sollten Frauen ihren Körper mit einem Wort beschreiben – und so viele sagten sofort und ohne Nachzudenken „disgusting“, ekelhaft. Das brach mir fast das Herz.

Als ich die Fassung halbwegs wiederhatte, stellte ich mir selbst diese Aufgabe. Und das erste Wort, das mir ganz echt ehrlich für meinen Körper einfiel, war: strong. Dann heulte ich gleich weiter, weil ich so froh war, dass ich endlich so weit bin.

die Kaltmamsell

25 Kommentare zu „Mein Körper“

  1. vilsrip meint:

    „Gerne gelesen“ wäre untertrieben – ich hab mich gefreut. Und ich finde den Video-Clip auch rührend.
    Thumbs up.

  2. Preißndirndl meint:

    Mich macht fertig, dass so viele Frauen in dem Clip ihren Körper mit einem Lächeln als „disgusting“ beschreiben. Diese Scham mit anzusehen und wie sehr der eigene Körper von außen betrachtet wird, bricht auch mir das Herz. Um nicht in Trauer zu versinken und um mich zu erinnern, dass die Kaperung des eigenen Körpergefühls/Körperinstinkts und Einengung des Leibs auf ein bestimmtes, vorgegebenes Maß nicht in Ordnung ist, lese ich gerne und immer mal wieder das Kapitel „Körperfreuden“ aus der Wolfsfrau.
    Ihr „strong“ freut mich sehr für Sie.

  3. mariong meint:

    Danke.
    Und die Grundschulmädchen, lange vor ihrer Pubertät, wissen es auch schon: ungenügend! zu dünn, zu dick, zu…
    Dabei stimmt das nicht, es sind wunderbare kleine Mädchen, aber eben jede anders.
    In einem gleich: sich schon über das Aussehen zu definieren.

  4. Mareike meint:

    .

  5. Croco meint:

    Ja.

  6. Anke meint:

    .

  7. lautleise meint:

    Ja, genau so muss das sein:
    Alle Menschen sind schön, ohne jede Ausnahme.
    Hässlich sind diejenigen, die sich erdreisten, einen anderen Menschen nach seinen Äusserlichkeiten zu beurteilen.
    Danke für diesen wunderbaren, kleinen Film.
    LG – Wolf

  8. Sigrid meint:

    Erschütternd.
    Am elendsten fühle ich mich, wenn ich die durchweg intelligenten und überaus kreativen Töchter im Alter von 19 bis 22 meiner durchweg gebildeten Freundinnen treffe, von denen jede einzelne im Grunde glaubt, ihr Körper sei falsch und deshalb seien sie nicht liebenswert.
    Und den Eltern gelingt es nicht, ihren Töchtern einen größeren Freiraum zu verschaffen, indem sie keine Barbies, keine Ü-Eier „für Mädchen“ und den ganzen anderen prägenden Schund über die Schwelle ihrer Behausungen lassen.
    Das Argument? „Dann ist sie ausgeschlossen, alle machen das so“.
    Vielleicht erinnert sich noch jemand an Frank Zappa: „What’s the ugliest part of your body? some say it’s your nose, some say it’s your toes, but I think it’s your mind“. So gesehen gibt’s schon Hässlichkeit.
    Und verglichen mit meiner Kindheit und Jugend sind die Grenzen enger geworden. Für beide Geschlechter.
    Normierter Sondermüll, der sich in den Kinderzimmern und Kinderköpfen ablagert und Eltern, die sich außerstande sehen, dem Freiheit entgegen zu setzen und Räume zu eröffnen.
    Was soll dabei anderes rauskommen?

  9. .meike meint:

    Danke! Danke für deinen Text, die Inspiration und die Links. Ich war auch den Tränen nahe und das Aktivistinnen-Gen füllte sich mit Energie. Das kann doch so nicht sein!

  10. Susann meint:

    @Sigrid
    Die Barbies und Überraschungseier scheinen mir das Geringste der Probleme zu sein. Der Druck kommt, soweit ich das in meinem Umfeld sehe, doch massiv aus Richtung der (Mittelschicht)eltern (welche Mutter schafft es, ihr dickliches Kind so richtig von Herzen okay zu finden, so wie es ist?), aus Richtung der Medien (einfach mal Fernseher einschalten, aber Spucktüte bereithalten) und der peer group (man höre einmal Teenagermadels zu, wie sie über die Gleichaltrigen herziehen, die NICHT normgemäß gestylt sind.).

    Barbies und Überraschungseier scheinen mir mehr eine Statistenrolle zu spielen.

  11. ganga meint:

    Ich bin sehr gerührt.

  12. Anja meint:

    Danke hierfür.

  13. midori meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  14. Sigrid meint:

    Liebe Susann,

    die U-Eier und Barbies sind mir spontan eingefallen und stehen stellvertretend für meinungs- und geschmacksbildende Umgebung, für Normierung von Interessen, Kreativität und Selbstwahrnehmung.
    Wie sollen sich aber Kinder gegen diesen Druck wehren können (und wollen), wenn sie ihre (scheinbar erwachsenen) Eltern als konform mit dem Rest der Welt erleben und folglich keine Unterstützung erwarten können?
    Erwachsene Frauen und Männer, die ihre Brut als Lebenprojekt verstehen, das zur Komplettierung ihres Egos halt so perfekt wie möglich zu sein hat. Das Dilemma ist vorprogrammiert.
    Und hier liegt in meinen Augen die eigentliche Hässlichkeit: Schönheit/Perfektion als Grundbedingung für Liebe und Wertschätzung.

  15. almut meint:

    TOLL! SCHRECKLICH! SCHÖN!

  16. Susann meint:

    @Sigrid

    D’accord, sehe ich genau so.
    Die Frage ist – warum? Cui bono? Wer profitiert, wenn Frauen sich häßlich fühlen, Männer Faltencreme kaufen und Kinder über Diäten nachdenken?
    Oder ist das ein Selbstläufer, der sich dadurch ergibt, dass Menschen Druck verspüren („Das Leben wird härter! Du musst schöner/dünner/fitter sein als die anderen, um nicht zum Verlierer zu werden!“) und diesen Druck an sich selbst und seine Kinder weitergeben?

  17. Neeva meint:

    @Susann
    Eine ganze Reihe Industrien lebt davon, den Leuten erst das Selbstwertgefühl zu rauben um es ihnen dann mit Profit zurückzuverkaufen. Diätbücher, -filme, -gruppen, die komplette Kosmetikindustrie, große Teile der plastischen Chirurgie, Fitnessstudios, Wellnesshotels, Frauenzeitschriften (Immer schön abwechselnd Diätpläne, Kuchenrezepte und Anti-Schlankheitswahn-Artikel), Bildbearbeitung…
    Das waren jetzt nur die ersten, die mir eingefallen sind.

  18. Susann meint:

    @Neeva
    Aber so einfach ist es nicht.
    Die würden das Zeug nicht produzieren, wenn es sich nicht verkaufen würde. Diese Firmen sind Nutznießer, aber Brigitte würde sofort die Blattlinie wechseln, wenn die klassische Abfolge Diätplan-Kuchenrezept-Wir lieben unseren Körper so, wie er ist-Gesülze wie Blei in den Regalen läge.
    Irgendwo sitzt jemand, sieht sich Marktdaten an und kommt zu dem Schluss, das Zeug wird gekauft, und zwar massenweise. Und dann rollt die nächste Diätplan/Kuchenrezept/Anticellulitis-Welle. Und das Zeug wird wieder brav gekauft.

  19. karin1210 meint:

    Danke

  20. Tim meint:

    Die Normung ist in den USA viel weiter als in Europa. Ich war gerade mal wieder in den Staaten und war erschüttert über die Uniformität, die zu sehen ist, wenn man einer Gruppe junger Frauen begegnet. Die sehen alle aus wie Darsteller in US-Serien oder News-Shows. Ich kann mir – auch als Mann – gut vorstellen, dass es im sozialen Umgang schwer und deprimierend sein kann, wenn man da nicht reinpasst.

  21. Allabouteve meint:

    Ich wünschte, eine der Frauen hätte gesagt, was Mumin sagt, als er sein Spiegelbild das erste Mal sieht: „Oh, is that me? Look at my nice ears! And I am soft and round No sharp edges anywhere! I think I look wonderful, even though my legs are little short“ Den dazu gehörenden Cartoon sollte frau und mann sich an den Spiegel kleben.

  22. Neeva meint:

    @Susann
    Natürlich gab es schon immer eine Nachfrage nach diesen Themen, aber es gibt sehr viele Beispiele, in denen die Nachfrage erst geschaffen wurde. Das neueste Beispiel sind die verschiedenen Enthaarungsmethoden, die noch vor 20 Jahren für Befremdet gesorgt hätten. Deos sind übrigens auch erst nach groß angelegten Werbekampagnen in Mode gekommen.

  23. Susann meint:

    @Neeva
    Stimmt, wenn ich darüber nachdenke, mein Sohn und dessen Freunde rasieren sich ganz selbstverständlich die Achselhöhlen und sprühen eifrig Deo um sich. Und wenn ich mit Schülern die alte Weiße-Rose-Verfilmung ansehe, gibt es immer zwei Szenen, in denen namenloses Entsetzen um sich greift:
    Szene a) Sophie Scholl wird enthauptet und
    Szene b) Sophie Scholl hebt den Arm und ihre Achselhaare werden sichtbar.

    Vielen Dank für das Mumin-Zitat. Es ist wundervoll.

  24. Maria Hofbauer meint:

    .

  25. Sebastian meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

    und gesehen. Hoffe, zu sehen, dass was draus wird.

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