Journal Wochenende 25./26. Oktober 2014 – Mitbewohners Gäste

Montag, 27. Oktober 2014 um 6:33

Der Samstagvormittag gehörte dem Zubereiten der Schokoholics Pralinentarte aus Nicole Stichs Sweets und einem ausführlichen Einkauf bei Verdi: Der Mitbewohner hatte sich für den Abend Gäste eingeladen, und die sollten Tintenfischsalat bekommen, mit Lammhack gefüllte Quitten (aus Ottolenghis Jerusalem) sowie die Schokoladentarte mit Papaya.

Wechsel der Jahreszeitenkleidung heißt immer: Aufbügeln. Diesmal ergänzt von einem eh schon vorhandenen Bügelberg, zusammen eine mit Podcasts erträgliche Samstagnachmittagsbeschäftigung.

Nach Langem mal wieder Brotbacken geplant, die ersten Stufen der dreistufigen Sauerteigführung für einen Frankenlaib getätigt.

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Das Abendessen war köstlich. Der Tintenfisch hatte einen Tick zu viel Biss (ist mir allerdings so lieber als total labbrig), das Untermischen von Kartoffelwürfeln war ein einmaliger Versuch (macht das Gericht pomfig), das Quittengericht war aromatisch und scharf, die Tarte genau so schokoladig wie erhofft.

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Zum ersten Mal erlebt, dass sich jemand in kleiner geselliger Runde fast konsequent in den Blick auf sein Smartphone zurückzog.

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Sonntägliches Aufstehen in Dämmerung, vom Balkon aus gleich mal zwei Kaninchen gesehen.

Der Mitbewohner hatte nach der Sommerpause den Meisenknödel aufgehängt, der Balkon belebte sich innerhalb kürzester Zeit – inklusive Amseln auf dem Balkonsims, die sich wohl daran erinnerten, dass wo Meisenknödel, da auch Rosinen für sie (den ganzen Sommer über hatte ich sie nicht auf dem Balkon gesehen). Diese Erinnerung gleich mal durch Rosinenausstreuen aufgefrischt.

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Brotteig weitergeführt, zum Milchkaffee über Annes Wizoreks Buch geschrieben.

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Der Mitbewohner übernahm das Formen und Verladen des Teiglings ins Gärkörbchen für die Stückgare sowie das rechtzeitige Vorheizen des Ofens, damit ich Laufen gehen konnte. Nach einem ziemlich regnerischen Samstag schien die Sonne, ich genoss das Draußensein (Wasserstand der Isar überraschend hoch), war aber durch meine leichte Erkältung ein wenig am Schnaufen gehindert.

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Das Brot wurde ganz hervorragend im neuen Ofen.

Nachmittags das goldene Herbstlicht genossen und Zeitung gelesen.

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Zum Nachtmahl Ossobucco aus der Lameng, weil keine Karotten im Haus waren, dafür aber eine kleine Sellerieknolle und Tomatensaucenreste weg mussten.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu “Journal Wochenende 25./26. Oktober 2014 – Mitbewohners Gäste”

  1. Nicole meint:

    Danke für das Posting. Das verschönert meinen Morgen :-). Die gefüllten Quitten sehen toll aus. Ist das Rezept für den Tintenfischsalat auch von Ottolenghi?

  2. joriste meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  3. Muyserin meint:

    Sie haben Kalbsbeinscheiben vorrätig, aber keine Karotten? The mind boggles.

  4. die Kaltmamsell meint:

    Der Tintenfischsalat, Nicole, war einfaches Hausrezept:
    Tintenfisch putzen und garen (da hat ja jede ihre eigene magische Methode; ich habe die eines Schweizer Freunds übernommen: Großen Topf Wasser zum Kochen bringen, Hitze ausschalten, Tintenfisch rein, Deckel drauf, drei Stunden drin lassen), in Stücke schneiden, mit Knoblauchscheiben, viel Petersilie, Olivenöl, etws Zitronensaft, Salz, Pfeffer, scharfem Pimentón de la vera vermischen.

    Ich hatte auswendig eingekauft, Muyserin, und was ich ganz, ganz sicher als Zutat für Ossobucco auswendig wusste, waren Kalbsbeinscheiben.

  5. Barbara meint:

    Und der Herd? Hat die aufwendige Kocherei ohne Protest mitgemacht?

  6. Trippmadam meint:

    Quitten! Lammhack! Granatapfelkerne! Sie inspirieren mich. Das probiere ich am nächsten Sonntag auch.

  7. Maria Hofbauer meint:

    Was, werte Frau Kaltmamsell, darf man sich unter einer „Lameng“ vorstellen?

  8. die Kaltmamsell meint:

    Aus der Lameng (wohl auch Lamäng geschrieben), Maria, macht die Deutsche etwas, das sie so aus der Hand schüttelt – ist wohl auch verkrüppeltes Französisch:
    http://www.wikiweise.de/wiki/Lameng

  9. Gaga Nielsen meint:

    „Zum ersten Mal erlebt, dass sich jemand in kleiner geselliger Runde fast konsequent in den Blick auf sein Smartphone zurückzog.“

    Unfassbar. Habe ich das richtig gedeutet, dass das an dem Abend mit dieser privaten Essenseinladung war? Das ist für meine Begriffe der Supergau an Unhöflichkeit. Ungefähr so, als ob jemand ein Buch herauszieht und darin liest, anstatt sich dem Gespräch wenigstens als Zuhörer zu widmen. So zwanghaft kann doch eine private Einladung gar nicht sein, dass man sich in einer derartigen Situation einer Anwesenheitsdisziplin unterwirft, obwohl man kein Interesse am Gastgeber oder den anderen Gästen hat. Notfalls verabschiedet man sich mit der Erklärung, man wäre müde. Neulich hat kitty koma einen Artikel verlinkt, wo von einer Regel in einem Freundeskreis die Rede war, die darin besteht, bei Restaurantbesuchen alle Smartphones in der Mitte des Tisches zu stapeln und wer zuerst während des Abends danach greift, muss für alle die Rechnung zahlen. Sollte man auch bei privaten Einladungen einführen. Wer zum Essen eingeladen wird und nebenher sein Smartphone checkt, ohne notärztlichen Bereitschaftsdienst zu haben, kriegt die Rechnung für die gereichten Getränke aufgebrummt. Oder so ähnlich. Ich kann mich gar nicht genug aufregen. Ich geißle das!

  10. Maria Hofbauer meint:

    Ich bin gerade sehr amüsiert, denn ich dachte bei „Lameng“ an irgendein spezielles Kochgeschirr. So kann man sich täuschen.

  11. die Kaltmamsell meint:

    Ich war auch irritiert, Gaga. Dieser Kreis kennt sich sehr gut, sieht sich aber nur wenige Male im Jahr – möglicherweise nach Geschmack dieses Gastes, der unter anderem irgendwelche Quizspielchen auf dem Gerät spielte, immer noch zu oft. Der Vergleich mit dem Lesen eines Buches passt sehr gut.

  12. Gaga Nielsen meint:

    Ich bin ganz massiv für Benimmkurse 2.0. Idealerweise schon im Kindergarten. Vor meinem inneren Auge hat sich bei der Beschreibung als erster Impuls ein sechs- bis zwölfjähriger Bub mit Hang zum Unfug abgezeichnet, der mit den Eltern mitgehen musste, weil er sonst unbeaufsichtigt daheim hätte bleiben müssen (was er natürlich vorgezogen hätte) und sich nun die tödliche Langeweile mit seinem kleinen Unterhaltungsapparat vertreibt, bis die Eltern endlich mit der langweiligen Erwachsenenunterhaltung fertig sind. Aber es war ja nicht die Rede von eingeladenen Kindern. So einem kleinen oder halbwüchsigen Racker hätte ich das ja noch nachgesehen.

  13. berit meint:

    Schließe mich in meiner Empörung Gaga Nielsen an, mir wäre da schlichtweg der Kragen geplatzt und ich hätte ihn vor die Wahl Handy oder Gehen gestellt.

  14. der Mitbewohner meint:

    Ich war Gastgeber und nicht empört.

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