Journal Freitag, 21. August 2015 – neue Aerobicschuhe

Samstag, 22. August 2015 um 7:55

Früh Feierabend gemacht, ist dort freitags üblich. Und ich wollte Aerobicschuhe kaufen: Nach acht Jahren Gebrauch sollten meine alten besser mal ersetzt werden. Ich radelte bei Sonne und Jackentemperaturen zur Fußgängerzone.

Der Kauf von Turnschuhen ist eine komplexe Sache, ich wollte mich gründlich beraten lassen (auch wenn ich schon ein wenig selbst recherchiert hatte), also ging ich ins größte Sportkaufhaus am Ort, zum Sport Scheck im riesigen neuen Bau in der Kaufingerstraße.
Dort gab es eine eigene große Abteilung „Fitness“. Dass mein Aerobic- und Stepaerobicgehopse genauso darunter gezählt werden wie Krafttraining an Maschinen und mein Langhanteltraining in Gruppe, weiß ich ja – die Kategorie bezieht sich eher auf eine Modestilrichtung als auf sportliche Inhalte.

Ich fand eine große Wand mit Fitnessschuhen für Männer; dort sah ich mich zunächst um, in der Hoffnung auf passende Schuhe für meine großen, breiten Füße und auf weniger Augenlicht-gefährdende Farben. Ich nahm Schuhe in die Hand, besah Stabilität, Sohlenprofil, wahrscheinliche Dämpfung (tatsächlich würde ich sie natürlich erst durch Ausprobieren herausfinden). Dann ging ich zur großen Wand mit Fitnessschuhen allerlei Hersteller für Frauen, sah mich auch dort gründlich um.

Die Auswahl war riesig, auch Kundschaft gab es reichlich. Was es nicht gab, war Personal. Nicht bei den Damen, nicht bei den Herren, nicht bei den Schuhen, nicht bei den vielen Reihen mit Bekleidung. Einige Schuhe hätte ich gerne in meiner Größe anprobiert, bei dieser Gelegenheit auch Fragen zu Details gestellt (zum Beispiel: Warum gibt es praktisch keine halbhohen Aerobicschuhe mehr? Soll die Sohle eher rutschig sein für Tanzbewegungen oder griffig für Ausfallschritte?). Doch so weit ich auch schaute: Da war niemand. Sie werden jetzt vielleicht anmerken, dass ich die fünf interessanten Einzelschuhe ja hätte mitnehmen können und auf anderen Stockwerken nach Personal suchen. Ich hingegen entschied mich dafür zu gehen.
Laut Medienberichten soll Sport Scheck ja das Online-Geschäft forcieren; wahrscheinlich ist der Neubau in der Kaufingerstraße also lediglich für Ausstellungsräume gedacht.

Das zweite Sportkaufhaus im Zentrum von München ist Sport Schuster vorn am Marienplatz: Die Abteilung heißt dort „Fitness Damen“ und ist erheblich kleiner, dafür mit Personal ausgestattet. Eine der Verkäuferinnen, sie war etwa in meinem Alter, stellte viele Fragen, ließ mich eine Reihe von Schuhen probieren und testen, war nur ein bisschen beleidigt, als ich seufzte: „Warum müssen die denn alle so hässlich sein?“ Ich fand eine sauteure Augenbeleidigung, die sich am Fuß, beim Herumhüpfen, Drehen und Ausgrätschen richtig, richtig gut anfühlte. Nach getroffener Entscheidung verwickelte mich die Verkäuferin noch in ein Gespräch über Bewegungsbedürfnisse und Laufmöglichkeiten in München (sie war erst vor Kurzem hierher gezogen), sie stellte sich überraschenderweise als seelenverwandte Genusssportlerin heraus – sonst werden mir in Sportläden höchstens Gespräche über organisierte Massenläufe angeboten.

150821_Aerobicschuhe

Die nächsten acht Jahre werde ich also in dieser Scheußlichkeit herumhopsen. Vermutlich mussten Einhörner dafür sterben.

Weiterer Plan für den Abend war Pizzaessen gewesen. Und das tat ich auch mit Genuss (Herr Kaltmamsell war verabredet).

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Freitag, 21. August 2015 – neue Aerobicschuhe“

  1. Elfe meint:

    Definitiv Einhörner, damit hopsen Sie dann wie eine Elfenprinzessin!

  2. susann meint:

    Kleine, fluffige Einhörner mit großen Kulleraugen.

  3. berit meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  4. Sabine meint:

    Blinken die denn auch, wenn man damit auftritt? Meine kleine Nichte hat solche und ist sehr zufrieden damit.

    Den Schuster habe ich schon mehrfach als ausgesprochen hilfreiches Haus mit sehr kompetentem Personal erlebt.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Bislang habe ich noch kein Blinkmodul entdeckt, Sabine, aber warten wir mal den ersten Einsatz ab. (Das wäre toll!)

  6. die.sandra meint:

    Igitt, die sind echt superhässlich.
    Ich unterstütze auch gerne Geschäfte vor Ort, anstelle nur online zu kaufen. Ich ziehe hierbei inhabergeführte Läden den Ketten vor, aber tatsächlich wird man auch in den inhabergeführten Geschäften zu oft enttäuscht. Da kann es leider auch mal vorkommen, dass einem niemand helfen möchte, keiner bemerkt, wie man mit fragendem Blick herumsucht und wenn man dann aktiv wird, muss man erst geduldig abwarten, bis sich die Damen fertigunterhalten haben über so wichtige Themen, wie ihren nächsten Urlaub. Also muss man einerseits die inhabergeführten Geschäfte den anonymen Ketten vorziehen und dann auch noch unterscheiden, welches inhabergeführte Geschäft den Einkauf verdient hat.


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