Journal Freitag, 20. November 2015 – Regen und Beifang aus dem Internetz

Samstag, 21. November 2015 um 8:51

Nach langen, warmen und sonnigen Wochen goss es gestern durchgehend und in Strömen. Statt in die Arbeit zu radeln, ging ich zu Fuß und kam trotzdem mit bis zur Hüfte nassen Hosen ins Büro.

Nach Feierabend setzte ich mich in die U-Bahn, um in der Maxvorstadt ein Buch abzuholen, außerdem Zutaten für Apfelkuchen zu besorgen.

Zum Nachtmahl fuhr ich mit Herrn Kaltmamsell nach Haidhausen und kehrte nach Jahren mal wieder bei einem geschätzten Inder ein: Satluj. Wir aßen gut und reichlich.

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Lange, ausführliche Bestandsaufnahme und Analyse, warum Frauen heute in Hollywood immer weniger zu sagen haben – vor und hinter der Kamera.
„The Women of Hollywood Speak Out“.

The more I talked to people, the clearer it became that if the luminous Hollywood of my childhood was obliterated for good, it all started with ‘‘Jaws’’ in the summer of 1975, which would devour half a billion dollars at the box office. America fell in love with the blockbuster, and Hollywood got hooked on the cohort of 15-year-old boys. It has never wavered in this obsession, even though girls and women buy half the movie tickets and watch more TV series, and even though teenage boys are increasingly fixated on gaming.

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Female writers in Hollywood told me they are used to hearing things like ‘‘Can you insert a rape scene here?’’ or ‘‘Can they go to a strip club here?’’ or ‘‘Can you rewrite the fat friend for Eva Mendes? She has high marks for foreign distribution.’’ They trade stories about how a schlubby male studio head mutters that he doesn’t want to look at ‘‘ugly actresses,’’ and how schlubby male directors, caught up in their fantasy world, choose one beautiful actress over another simply because she has a hair color that fits their customized sexual daydream.

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On Oscar night, Meryl Streep leapt to applaud Patricia Arquette when she pleaded for equal pay for women. She followed up by funding a writing lab for Hollywood’s untouchable caste, women screenwriters over 40. ‘‘It’s harder for men to imagine themselves as the girl in the movies than it is for me to imagine myself as Daniel Craig bringing down the building,’’ the ‘‘Suffragette’’ star said, curled up on a couch in the Greenwich Hotel’s restaurant in TriBeCa. ‘‘Boys are never encouraged to imagine what it is like to be female. The reason I know this is because when I made ‘The Devil Wears Prada,’ it was the very first time men came to me after the film and said, ‘I know how you felt.’ ’’

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‘‘Agents openly say, ‘I’m not putting you up for that because this guy won’t hire a woman director.’ The list for directing big films is five plausible dudes and Kathryn Bigelow. And Bigelow is not going to direct ‘Jurassic World.’ You can’t have a list with no women.’’ Executives have been known to say, ‘‘Oh, we hired a woman once, but it didn’t really work out that well.’’

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On her ‘‘Suffragette’’ tour, Meryl Streep counted the number of male critics versus female critics on Rotten Tomatoes, and found a ratio of 760 to 168 on the Tomatometer.

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Jemand, der viele Jahre riesige Flüchtlingslager geleitet hat, hat sicher keine Illusionen über die Menschen darin. Kilian Kleinschmidt hat daraus einige grundsätzliche, vor allem aber viele pragmatische Forderungen abgeleitet.

Er sagt: Menschen, die fliehen mussten, suchen Würde und Identität. Dafür brauchen sie Freiräume

„’Arroganz des Helfens’“

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Mehmet Daimagüler vertritt im NSU-Prozess die Nebenkläger. In einem Gastbeitrag für die Zeit schreibt er, wie es dazu kam.
„Ich klage an
Der NSU-Prozess und meine Wut“.

Und ich schwieg aus Opportunismus – Rassismus zu thematisieren bringt auf einem Bundesparteitag keine Stimmen, sondern kostet welche, jedenfalls in der damaligen FDP.

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Dieser Fall ist für mich kein Fall wie jeder andere. Ich kann und will hier nicht mehr objektiv sein. Ich bekomme viele Schreiben, Mails, Briefe, Anrufe. Manchmal Briefe ohne Briefmarken, unter meiner Wohnungstür durchgeschoben. Die einen wollen mir in den Kopf schießen, die anderen mich öffentlich verbrennen, manche kommen auch ohne Gewaltfantasien aus. Aber was sie alle sagen, auch die physisch harmlosen: Du bist anders, du bist kein Deutscher, du bist Türke, du wirst nie zu uns gehören.

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Noch etwas Leichtes zum Abschluss: Vor 21 Jahren startete die TV-Serie Friends (Sie erinnern sich: die einzige Fernsehserie, die ich ganz gesehen habe). Anne Thériault macht sich Gedanken, wie es seither wohl weiterging.
„Obviously Ross And Rachel Are Divorced: Here’s Where All The ‚Friends‘ Are In 2015“.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Freitag, 20. November 2015 – Regen und Beifang aus dem Internetz“

  1. anna meint:

    danke mal wieder für die tollen links!! beste grüße ins winterliche deutschland aus matagalpa, wo deutsche einwanderer/kriegsflüchtlinge dazu beigetragen haben, dass die region jetzt die zweitreichste in nicaragua ist, indem sie hier mit kaffeeanbau begonnen haben! alles liebe, anna

  2. vered meint:

    Gerne gelesen. – Und: vielen Dank für den Link zu „Arroganz des Helfens“. Der Artikel müsste obligatorische Lektüre sein für Jeden, der mit Flüchtlingen arbeitet.

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