Archiv für Juni 2016

Journal Sonntag, 19. Juni 2016 – Hopfengärten

Montag, 20. Juni 2016

Komischer Tag.
Morgens war es regnerisch und kalt. Mit Herrn Kaltmamsell bestieg ich einen Zug zu einer Geburtstagsnachfeier in Familie – zumindest wurde auf dem Weg dorthin der Himmel heller.

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Der Hopfen ist schon ziemlich weit hochgeklettert – den Anblick der Hopfengärten, wie ihre Geometrie die sanft rollenden Hügel der Holledau prägt, genieße ich jedes Mal.

Plausch mit Bruder und Eltern, kaltes Fühlen der Entfernung zwischen unseren Lebenswirklichkeiten.

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Was da wohl drin steht?

Bei der Abfahrt schien in Ingolstadt sogar ein bisschen die Sonne, ich spielte mit dem Plan, endlich mal im Schyrenbad eine Schwimmrunde zu absolvieren. Doch in München regnete es immer noch. Also statt Schwimmen warme Hauskleidung angezogen, nochmal das Brot vom Vortag gebacken, zwei Stunden lang die Wäsche der vergangenen Wochen weggebügelt.

Journal Samstag, 18. Juni 2016 – Chemieexperiment

Sonntag, 19. Juni 2016

Nach zwei Wochen Laufpause radelte ich vormittags raus nach Thalkirchen zu einem teilweise sogar sonnigen, durchwegs aber angenehmen Lauf. Lediglich meine linke Achillessehne schmerzte etwas, ansonsten nichts – ein Geschenk.

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Das Wasser der Isar stand sehr hoch.

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§

Beim Frühstück beobachtete ich die bettelnden Meisenkinder auf dem Balkonsims, die notfalls auch dem Kleiber anquietschend am Meisenknödel auf den Pelz rücken. Sie wissen noch nicht, was sich gehört und dass er in der Fressordnung über ihnen steht. Er flog dann auch genervt davon.

Für das Techniktagebuch aufgeschrieben, warum man britische Zugtickets nicht online bekommt.

Das wenige Silber im Haushalt (Schmuck, geerbte Besteckstücke) geputzt.
Nicht dass ich das Bedürfnis gehabt hätte, doch bei Ilse hatte ich von einem Chemieexperiment gelesen, das ist auch durchführen wollte. Ich nahm einfach Speisesalz.

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So hell habe ich die von der kastilischen Verwandtschaft ererbte Fleischgabel noch nie gesehen. Hier eine einfach zu verstehende Erklärung. – Ionen! Super Erfindung! (Ok, ok: Ich hatte genau ein Jahr Chemie im Leben und das mit einer Vier abgeschlossen. Ich gebe Chemikerin Frau Brüllen völlig recht: Man hätte mir das Abitur verweigern sollen. Selbst die Kinder Brüllen haben wahrscheinlich mehr Chemie-Ahnung, als ich je zusammenkratzen könnte.)

§

Nach Monaten mal wieder Brot gebacken – ich kann’s noch. (Landbrot aus Zeiten, als das Kochtopf-Blog noch nicht völlig PR-Blog war. Ich vermisse die PR-ferne Zorra.)

160618_52_Landtopfbrot

§

Es fühlt sich selbstschulterklopfend an, einen Dank an mich zu verlinken – aber der Text und die Fotos von stattkatze sind so schön, dass ich ihn trotzdem als Lektüre empfehle.
„Bath Tales“.

Journal Donnerstag, 16. Juni 2016 – Frühsommer stundenweise

Freitag, 17. Juni 2016

Der Morgen spielte Frühsommer, ich radelte mit Genuss und ohne Jacke durch Lehel, Englischen Garten, Schwabing zum Orthopäden.
Ja, ein Bandscheibenvorfall halt, meinte er angesichts der MRT-Bilder und -Auswertung (Dr. MRT hatte am Vortag ergänzt, dass aber alle anderen Bandscheiben ausgesprochen prima aussehen). Diesen Bandscheibenvorfall habe ich allerdings schon seit mindestens 13 Jahren. Sehr wahrscheinlich die Ursache für meine Hüftbeschwerden – die nach zwei Wochen mit sehr wenig Sport auch fast weg sind.

Wundervolles Radeln durch Frühsommer in die Arbeit. Ich legte die Strecke gezielt durch Lindenbewuchs (z.B. Südseite des alten Nordfriedhofs) um zu prüfen, ob man die Blüten schon riechen kann. Konnte ich an ein paar wenigen Stellen. Doch wenn ich mir die Wettervorhersage ansehe, wird es dieses Jahr die Lindenblüte sauber verregnen.

Nachmittags zog der Himmel wieder ganz zu, mein Heimweg nach Feierabend war novemberdüster und kühl. Vor Aufbruch zur Abendverabredung noch über Twitter mitbekommen, dass in England Labour-MP Jo Cox von einem Nationalisten mit Schusswaffe und Messer attackiert wurde (sie starb wenig später). Was tut sich UK da gerade an!

Abend mit Berliner Bloggerfreundin im Walter & Benjamin. Bei der Tischreservierung war ich hingewiesen worden: „Sie wissen aber schon, dass da Deutschland spielt?“ Nachdem man mir versichert hatte, dass im Gastraum kein Fernseher stehen würde, buchte ich den Tisch. Wir aßen ausgezeichneten Pulpo, ich dann wunderbar saftig-fluffigen Waller mit gebratenen Spargeln. Spannendster Wein des Abends: Kalkundkiesel von Clausi Preisinger, maischevergoren und ungefiltert, ungeschwefelt, dennoch komplett frei von Mostgeschmack.

Im Regen nach Hause.

Journal Mittwoch, 15. Juni 2016 – Bilder von meinen inneren Werten

Donnerstag, 16. Juni 2016

Sehr früh aus dem Haus, um neue Bilder von mir machen zu lassen – man weiß ja nie, wann die nächste Bewerbung ansteht.

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In der Arbeit unter anderem Erledigungen, die mich Überwindung kosteten. Die Erleichterung fühlt sich dann immer nach „Feierabend!“ an.

Da Herr Kaltmamsell wieder lange arbeiten musste, holte ich unseren Ernteanteil im Verteilerpunkt Hans-Sachs-Straße ab.

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Die ersten neuen Kartoffeln! Sie sind bereits für Freitag als Kräuterkartoffeln zu Spargel eingeplant. Laut Beipackzettel gab es sie erst diese Woche, weil sie zuvor zwar reif, aber aus dem nassen Boden zu schwer zu ernten waren.
Da ich diese Woche sonst gar nicht mehr dazu komme, schob ich eine halbe Stunde Training ein – gut geschwitzt. Aber ich fühle mich derzeit untersportelt.

Zum Abendessen gab es den Salat mit der Gurke, dazu briet Herr Kaltmamsell ein Omelett mit Zwiebel, Guanciale und frischem Koriander. Für den Nachtisch ging ich durch den Regen zur nächstgelegenen Eisdiele in der Landwehrstraße: Er besteht nur aus einer Theke in der Hauswand1, ist da schon immer und verkauft traditionelle italienische Eissorten (durchaus mit Innovationen wie „Butterkeks“ oder „Mascarpone Erdbeer“).

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Was Fußball mit meiner Twitter-Timeline macht:

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Der Guardian bereitet das United Kingdom auf die Zeit nach einem erfolgreichen Brexit vor:
„A Brexit survival guide: freeze your cheese and holiday in Albania“.

Und beschreibt auf der ernsthaften Seite, welche Verheerungen die ganze Initiative schon jetzt angerichtet hat:
„Brexit supporters have unleashed furies even they can’t control“.

Wobei ich recht sicher bin, dass die negativen Folgen eines Ausstiegs aus der EU *rubbeldiekatz* auch den Einwanderern zugeschrieben werden.

  1. Damit ist sie sehr nah an den Ursprüngen deutscher Eisdielen. []

Journal Dienstag, 14. Juni 2016 – Beifang aus dem Internet

Mittwoch, 15. Juni 2016

Draußen regnet es weiter – allerdings kam ich sowohl Montag (zu Fuß) als auch Dienstag (Radl) in Pausen trocken in die Arbeit und heim. Gestern auch bei einem nachmittäglichen Abstecher für geschäftliche Einkäufe, durch schwülwarme Luft geradelt.
Ich vermisse den Sommer.

§

Richard Gutjahr erklärt, wie auch wir Bloggerinnen inzwischen in die Spammaschinen von PR-Agenturen geraten sind:
„Influencer-Marketing:
Die illegalen Methoden der PR-Adressbroker“.

Nach ein wenig Anstrengung bin ich inzwischen weitgehend unbelästigt.
Auch ich bat zunächst einzeln die Absender von PR-Mails, aus Verteilern gestrichen zu werden. Bis eine Angeschriebene (ihre war die Absenderadresse der PR-Mail gewesen) etwas pikiert zurückschrieb, sie habe keine Ahnung, wer mich angeschrieben habe, das laufe über ihren Dienstleister Meltwater. Eine Mail dorthin mit der Bitte um Streichung reduzierte das Spam-Aufkommen um 80 Prozent.

Zimpel hatte vor Jahren brav und sauber angefragt, ob sie mich aufnehmen dürften: Ein schriftliches energisches Untersagen wirkt bis heute.

§

@ankegroener twitterte gestern einen Link, den ich seither schon viermal weitergeschickt:
SO ein schönes München-Portrait im Zeit-Magazin!
„Mei, ist das schön!“

Meine Begeisterung mag aber daran liegen, dass mein Bahnhofsviertel besonders gefeatured wird. Sogar Lieblingssüpermarkt Verdi kommt vor. Und ich weiß jetzt, dass die Boaz nebenan, die ich für eine weitere Shisha-Bar gehalten hatte, in Wirklichkeit ein schickes Lokal ist, wie es sie bislang in meinem Viertel ganz sicher nicht gegeben hat.

§

An sich dachte ich, nach Adeles Besuch bei Carpool Karaoke könnte es nicht mehr besser werden. Doch dann stiegen die Red Hot Chili Peppers bei James Corden ins Auto.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/cfudXO_vzWk

via @SammyKuffour

Ich hatte meine Californication-CD schon ewig nicht mehr gehört und wollte das gestern Abend im Anschluss an das Filmchen unbedingt. Konnte es aber nicht, weil das einzige CD-Laufwerk im Haus das im Rechner von Herrn Kaltmamsell ist und der nicht daheim war.
(Jetzt ist die Musik mp3isiert und auf meinem Rechner.)

Journal Sonntag, 12. Juni 2016 – #12von12

Montag, 13. Juni 2016

Was hinter 12von12 steckt.

Am Samstagabend hatte ich noch sehr daran gedacht, Sonntagmorgen war die Erinnerung an #12von12 weg. Erst beim Radeln zum Stepaerobic-Hopsen am Ostbahnhof fiel mir wieder ein, dass ich Fotos machen sollte. Fing ich also im Sportstudio an.

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Ich war schon Monate nicht mehr dort gewesen. Das heißt, ich habe Ihnen schon lange keine Aussicht aus dem Fenster der Umkleide gezeigt!

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Bevor ich noch ein halbes Stündchen auf dem Crosstrainer strampelte, stellte ich schon mal im Turnraum meinen Step auf. Da ich eher zu den geübten Hüpferinnen gehöre, stelle ich mich eher hinten auf.

Raten Sie mal, wo die vier Turnerinnen um mich herum sich aufgebaut hatten, als ich zur eigentlichen Stunde in den Raum kam. Genau: Drei hinter mir, nur eine davor, vor mir bis zum Spiegel war es leer. Der Hüpfplatz einer hinter mir, die sich auch noch als Anfängerin herausstellte, war zudem nur 50 cm von meinem entfernt. So eng kommt man nur miteinander zurecht, wenn beide die Choreographie ziemlich richtig turnen: Wenn die eine in einer Richtung um den Step springt, die andere falsch in eine andere, gibt’s Kollisionen. Ich hielt meine passive Aggressivität (ICH STAND DA ZUERST) nur 20 Minuten und drei Fast-Kollisionen durch, die Dame merkte nichts. Dann schleifte ich meinen Hüpfplatz halt zwei Meter nach vorn. Doch insgesamt hatte ich viel Spaß in der Stunde.

Apropos Sportstudio: Die Spiegel dort zeigen mich eine deutliche Kleidergröße schmaler als die Spiegel im Giesinger Studio.

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Der Beweis: Sport macht schön.

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Heimradeln vorbei am Müller’schen Volksbad.

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Frühstück. Das mich allerdings nur kurz sättigte. Danach knabberte ich bis zum Abendbrot fast durchgehend an irgendwas herum: Käse, Kekse, Tomätchen, Schokolade.

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Zum Abendbrot sollte es Zitronen-Thymian-Hähnchen geben, also bereitete ich die Marinade zu.

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Und verteilte sie unter der Haut des Bauerngockels, den Herr Kaltmamsell am Samstag auf dem Klenzemarkt gekauft hatte.

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Nägel lackieren. Zwar werden sie laut Wettervorhersage mindestens die nächste Woche wieder in geschlossene Schuhe gesperrt, aber seit ein paar Jahren lackiere ich die Zehennägel selbst im Winter – weil sie mir so besser gefallen, wenn ich an meinen Beinen runterschaue. Die Technik ist brutal geblieben wie beim ersten Mal: Ich lackiere halt, so präzise ich kann – und das ist nicht sehr. Und knibble am nächsten Tag nach dem Duschen das Drübergemalte weg.

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Sonntägliche Tüchtigkeit. Die Rentenversicherung hat mal wieder geschrieben: Jemand, der dort sehr auf mich aufpasst, hat mein Jahr Auszeit entdeckt und möchte wissen, ob ich da vielleicht ein Kind erzogen habe. Ein einfaches, „äh, nein“, reichte nicht, ich musste mehrere Formulare ausfüllen.

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Monatliches Automatenfoto. (Na gut, das vorherige ist bereits zwei Monate her.) Der erste Automat, in den ich mich setze, nahm mein Geld, zeigte aber kein Guthaben an und fotografiert mich konsequenterweise nicht. Zum Glück hatte ich jede Münze doppelt dabei (falls eine nicht angenommen wird) und konnte mich von dem Nebenautomat fotografieren lassen. Diesmal (Geldfraß ohne Foto passiert immer wieder) rief ich die Servicenummer an und sprach die Störung aufs Band. Mal sehen, ob die Firma wie angekündigt zurückruft und ob ich meine 3 Euro 50 diesmal zurückbekomme.

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Martinis vor dem Gockel.

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Gockel verzehrfertig. Er schmeckte ausgezeichnet.

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Am Samstag war es fast durchgehend regnerisch gewesen. Zumindest hatte ich drei Stunden lang Blogposts bei der VG Wort angemeldet, mal sehen, in wie viel Geld sich das dieses Jahr verwandelt.

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Hande erzählt auf Instagram die schöne Geschichte ihres Lieblingsdesserts.

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Ich versuch’s ja, brav aktiv zu ignorieren. Aber so schnell kriege ich die Hashtags auf Twitter gar nicht mit, dass ich rechtzeitig filtern kann.
Und dann wurde ich gestern Nachmittag auch noch mit den ersten beiden Hup-Corsos auf Sonnen- und Lindwurmstraße beglückt (im Ramadan ist es unwahrscheinlich, dass ich da was mit einem muslimischen Hochzeitsgehupe verwechsle).

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/f27IqVo5-Oc

„I wanna go back to being weird … I like being weird… weirds all i’ve got“

Journal Freitag, 10. Juni 2016 – nachgeholter 23. Rosentag

Samstag, 11. Juni 2016

Am Rosentag, dem 21. Mai, waren Herr Kaltmamsell und ich ja dieses Jahr auf Reisen. Ich nahm mir die Freiheit, ihn am erstmöglichen gemütlichen Freitagabend nachzuholen.

Auf dem Heimweg radelte ich durch milde Sonne zum Blumenladen am Stephansplatz, in dem ich den alljährlichen Rosenstrauß seit vielen Jahren kaufe. Ich sorgte mich ein wenig, wie alt und gebrechlich der Blumenhändler scheinbar plötzlich aussah – selbstverständlich ging ich immer davon aus, dass ich auch noch die 50 Rosen im Jahr 2043 bei ihm kaufen würde.

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Das Festessen gab es daheim, Herr Kaltmamsell hatte sich Selbstkochen statt Restaurantbesuch gewünscht. Und weil wir Lust auf Käsefondue hatten, zudem als Erwachsene keine Rücksicht auf Jahreszeiten nehmen müssen, gab es Käsefondue.

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Während der gemeinsamen Vorbereitung (ich bastelte zudem einen Salat zum Mitbringen auf ein samstägliches Sommerfest) verdichtete sich der Plan, den 25. Rosentag in zwei Jahren richtig groß und mit vielen Gästen zu feiern. Wir hatten ja kein Hochzeitsfest, weil wir unseren heimlichen Gang zum Standesamt als rein bürokratischen und eher unpersönlichen Akt gesehen hatten. Der 25. Rosentag aber wäre ein sehr persönlicher Anlass, der für uns viel mit Liebe, Romantik, Schicksal und Lebensweg zu hat – also ein idealer Anlass für ein großes Fest.

§

Eine Frau wird von zwei Männern sexuell missbraucht, das Ganze ist als Video veröffentlicht. Dass sie wegen der Anzeige dieses Verbrechens nun selbst wegen Falschverdächtigung vor Gericht steht (Chronik der Abläufe bei stern.de), enthüllt mehr über die Bigotterie unserer Gesellschaft beim Thema Frauen und sexuelle Gewalt, als ich es eigentlich wissen wollte.

Anne Wizorek kommt zu demselben Schluss:
„Der Umgang mit dem Fall Gina Lisa ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“.

Eine betrunkene Frau gibt mit ein paar Wodka Redbull aber nicht automatisch ihr Recht ab, über ihren eigenen Körper bestimmen zu dürfen.

(…)

Gina-Lisa Lohfink ist kein „perfektes Opfer“—weil es eben keine „perfekten Opfer“ gibt. Die Realität sexualisierter Gewalt sieht anders aus, aber weder unsere Gesetze dazu, noch unser Justizsystem bilden diese Wirklichkeit ab. Gina-Lisa Lohfink bringt es selbst auf den Punkt wenn sie sagt: „Tattoos, Brüste, Nägel, Haare—ich bin doch ’n Mensch.“ Genau das.

stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen findet es in seinem Kommentar „#TeamGinaLisa“ erwähnenswert, dass sich junge Feministinnen für die Menschenrechte einer Frau einsetzen, „die sich mithilfe plastischer Chirurgen zu einem sogenannten Männertraum umformatieren ließ“ und „ziemlich genau das Gegenteil dessen sein dürfte, wofür sie selbst einstehen“. Das ist einerseits traurig, weil diese feministische Unterstützung sich eigentlich von selbst verstehen sollte. Andererseits hat Jessen möglicherweise damit formuliert, wofür die Richtung Feminismus steht, mit der ich mich identifiziere: für Selbstbestimmung.

Gegenbeispiele: Feministinnen, die Frauen zum Beispiel das Recht absprechen, selbstbestimmt Hijab zu tragen. Oder die die Hatz gegen Monica Lewinsky mitgetrieben haben.

§

Erst jetzt habe ich mitbekommen, dass Lieblingsaltphilologin Mary Beard den Premio Princesa de Asturias bekommt: Wie schön!

I hate with a vengeance the kind of popularising history (or popularising anything) that assumes that the wider public can be fobbed off with some over-simplified, dumbed-down version of what academics really talk about. It has always seemed to me that you can remove some of the jargon, talk clearly and capture precisely the issues that are those under debate. So I was particularly pleased when I saw these words of the jury, referring to my ‚talent for making specialized knowledge both accessible and relevant to the general public‘. That’s exactly what I have wanted to do.

(Korrektur der Tippfehler von mir)


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