Journal Mittwoch, 18. Januar 2017 – Krähentreffen über der Theresienwiese

Donnerstag, 19. Januar 2017 um 6:15

Im Morgendämmer überquere ich die endlose Eiswüste der Theresienwiese – zumindest ist sie das, wenn ich in meinen dicken Schneestiefeln und schräg gegen den Wind gestemmt spiele, dass ich mit Hundeschlitten auf dem Weg zur Polarstation bin, um sechs kranke Polarforscherinnen und Polarforscher vor dem sicheren Tod zu retten, vielleicht auch bei dieser Gelegenheit ein ebenso krankes niedliches Pinguinbaby. Wieder zieht ein großer Krähenschwarm über mir Richtung Westen. Im Gehen sehe ich zu ihm hoch, lächle, lausche den Rufen. (Die wohl in erster Linie aus „sind wir schon daha?“, „ich hab Hunger!“, „ich hab Durst!“ bestehen. „Ich muss mal“ ist für Krähen im Flug ja kein Problem.)

Doch heute folgt gleich darauf der nächste Krähenschwarm, noch dichter als der davor – ein gutes Dutzend vorweg, dann ein kleine Lücke, etwas verstreut noch zweimal so viele. Von weiter nördlich eine dritte Gruppe, dann noch eine von Osten. Im bläulich fahlen Morgenlicht sehe ich, dass diese Schwärme nicht über die Bavaria weiterziehen, sondern sich drehen, und zwar wirklich, nicht nur abdrehen: Sie sammeln sich zu einem einzigen Kreisel, schwärmen als riesiger Trichter immer höher, bis ich sie im wenigen Licht nicht mehr sehen kann.

§

Die Turnschuhe mit Leuchtesohle waren die Schau. Allerdings hielt der Akku nur sechs Stunden, den restlichen Arbeitstag ging ich ungeleuchtet.

Es war nochmal ein wenig kälter geworden, daheim fror ich trotz überall hochgedrehter Heizung. Damit ich doch noch beim Schlafen das Fenster kippen kann, verdoppelte ich die Decke und wärmte das Bett mit Wärmflasche vor.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Mittwoch, 18. Januar 2017 – Krähentreffen über der Theresienwiese“

  1. isibisi meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    laaaaange schon Mitleserin und auf die Gefahr hin, Ihnen nicht das Neueste vom Neuen zu Migräne zu erzählen, aber:
    Mir zumindest tut Kälte an Stirn und Nacken nicht gut bei Migräneartigen Kopfschmerzen. Ich habe immer, immer das Bedürfnis nach Kälte, Luft und Frische, merke dann aber, dass ich im Schulterbereich dermaßen verspanne und auch die Stirn so kalt wird, dass das Hackebeil in den Augen wieder zuschlägt. Ich finde Tücher und Schals um den Hals, hm, wie soll ich sagen, durchaus „weicheierig“, aber sie entspannen den Nackenbereich, sie tun (mir) gut.
    Und Hormonschwankungen und die gestresste Seele tun ihr übriges zur Migräne dazu, insofern, lassen Sie es sich gut gehen.
    Herzliche Grüße
    Frau Isibisi

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